Neues Altes aus Frankreich

Sammelrezension zu Johan Heilbron, Caterina Zanfi und Heike Delitz

Johan Heilbron, French Sociology. Ithaca / London 2015.

Caterina Zanfi, Bergson et la Philosophie Allemande, 1907–1932. Préface de Frédéric Worms, Paris 2014.

Heike Delitz, Bergson-Effekte. Aversionen und Attraktionen im französischen soziologischen Denken, Weilerswist 2015.

Aus einer ganzen Reihe von Gründen ziehen Überblicksarbeiten zur Geschichte der französischen Soziologie immer wieder die Aufmerksamkeit eines größeren Lesepublikums auf sich. Zu nennen wäre an allererster Stelle die Tatsache, dass trotz der ständigen Rede über eine vermeintlich globalisierte Welt nach wie vor sprachliche Barrieren existieren, die einem breiteren Publikum den angemessenen Zugang zum intellektuellen Kosmos Frankreich versperren. Schon deshalb sind alle Versuche willkommen, den Nicht-Franzosen eben diesen Kosmos zu erschließen, ist doch gerade das akademische Institutionengefüge in Frankreich alles andere als leicht zu durchschauen. Zudem scheint sich innerhalb der Soziologie die Einsicht durchzusetzen, dass eine eher als traditionell zu bezeichnende Soziologiegeschichtsschreibung bislang zu sehr auf das Werk und die Wirkungen Émile Durkheims fokussiert war. Dadurch gerieten andere intellektuelle, mit dem Durkheimianismus konkurrierende Traditionen aus dem Blick, möglicherweise gerade solche Strömungen, die der gegenwärtigen Soziologie die dringend nötigen neuen theoretischen Impulse geben könnten.

Insofern ist nur zu begrüßen, dass der niederländische Soziologe Johan Heilbron, der unter anderem auch in Paris lehrt, soeben eine Geschichte der französischen Soziologie vorgelegt hat. Seine Darstellung verspricht schon deshalb, interessant zu sein, weil sich Heilbron bereits mit höchst gelehrten und innovativen Interpretationen zur Frühgeschichte des sozialen Denkens in Frankreich empfohlen hat. Sein The Rise of Social Theory lieferte 1995 eine unter vergleichendem Blickwinkel geschriebene Geschichte der Moralwissenschaft in Frankreich von der Zeit der Frühaufklärung bis hin zum Zeitalter Auguste Comtes. Zu Wort kamen nicht nur – wie in der Disziplingeschichtsschreibung zumeist üblich – Aufklärer wie Montesquieu oder Denis Diderot, sondern auch Figuren wie Louis-Gabriel-Ambroise de Bonald und Joseph Marie de Maistre sowie – nicht zuletzt – mit François-René de Chateaubriand einer der zentralen Vertreter der französischen Romantik.1 Heilbron verstand es dabei stets, die intellektuelle Geschichte mit derjenigen der akademischen Institutionen zu verbinden und gerade dank dieser Verknüpfung herkömmliche Deutungen in Frage zu stellen. Am eindrücklichsten gelang ihm dies mit Bezug auf den Begriff des „Interesses“, konnte er doch im Anschluss und zum Teil in Modifikation der Thesen von Albert O. Hirschman zeigen, wie stark etwa der Jansenismus bei der Ausarbeitung einer Theorie sozialer Ordnung aus dem Geist der individuellen Interessenverfolgung beteiligt war und wie Autoren wie François de La Rochefoucauld den theologischen Interessendiskurs dann aus seinem ursprünglichen Kontext herauslösten, womit Heilbron gegen eingespielte Interpretationen verdeutlichen konnte, dass der Interessenbegriff eben mitnichten der Ökonomie entstammt.2

Heilbrons neues Buch French Sociology nimmt den Faden dort auf, wo ihn der Autor zwanzig Jahre zuvor, eben in The Rise of Social Theory, hatte liegenlassen: Seine Geschichte beginnt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, damit noch in der Zeit Comtes, und wird bis in die unmittelbare Gegenwart fortgeführt. Auf den Spuren Pierre Bourdieus, aus dessen Schule Heilbron kommt, wählt er einen feldtheoretischen Zugang. Analysiert wird also nicht nur der institutionelle Kontext der entstehenden und sich ausdifferenzierenden Soziologie, sondern auch die intellektuelle Konkurrenz zwischen einzelnen Forschern und Disziplinen. Die Konturen der französischen Soziologie und ihrer Entwicklung lassen sich Heilbron zufolge nur unter dieser umfassenden Perspektive erschließen. Seine Erzählung ist sicherlich nicht in jedem Punkt neu und überraschend, doch nimmt die Darstellung zweifellos gewichtige Korrekturen an der bisherigen Soziologiegeschichtsschreibung vor. Insbesondere leuchtet Heilbron zwei größere Zäsuren in den 1870er/1880er- und den 1960er-Jahren aus, die er mit alles anderen als geläufigen, jedoch überzeugenden Argumenten begründet.

Heilbron führt zunächst aus, dass die 1832 entstandene Académie des sciences morales et politiques der erste Kulminationspunkt eines der Soziologie nahstehenden Denkens gewesen sei. Freilich habe der dort gepflegte interdisziplinäre Zusammenhang von Philosophie, Geschichtswissenschaft, Morallehre, politischer Ökonomie, Statistik und Gesetzgebung eine Argumentationsweise begünstigt, die sehr stark – fern von den Argumenten eines August Comte – auf praktische politische Ziele ausgerichtet gewesen sei. Die Hauptfiguren in der Diskussion, etwa Alexis de Tocqueville, waren überwiegend auf die Abwehr revolutionärer Ideen, Konzepte und Taten bedacht. Diese Form der politiknahen Sozialwissenschaft gerät durch das Auftreten öffentlicher Intellektueller wie Ernest Renan und Hippolyte Taine3 in eine Krise, die mit der Gründung der Dritten Republik vollends zum Ausbruch kommt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt verlagert sich der Schwerpunkt der soziologischen Debatte an die Universitäten, was mit Entwicklungen in anderen Ländern insofern vergleichbar ist, als etwa zeitgleich nicht-universitäre Einrichtungen wie der „Verein für Sozialpolitik“ in Deutschland oder die „American National Association for the Promotion of Social Science“, obwohl noch ganz jung, ebenfalls schnell an Bedeutung einbüßten. Die wachsende Rolle der französischen Universitäten führt fast zwangsläufig zur Formierung neuer akademischer Fächer, so dass sich die ehemaligen Moralwissenschaften einerseits in die Politik- und Wirtschaftswissenschaft, andererseits in die Humanwissenschaften ausdifferenzieren. Begleitet und vorangetrieben wird diese Ausfächerung durch die Veranstaltung von Kongressen und die Gründung internationaler Fachorganisationen, die ins Leben gerufen werden, um dem Wunsch nach einer stärkeren Verwissenschaftlichung der jeweiligen Disziplinen Nachdruck zu verleihen.

Der Prozess durchgreifender Verwissenschaftlichung war in Frankreich nie unumstritten. Jedoch vermochten die Attacken auf den an der Sorbonne betriebenen (soziologischen) Positivismus durch Autoren wie etwa Henri Bergson den Zug der Zeit nicht aufzuhalten. Letztlich setzte sich Durkheim mit seinem Soziologieverständnis durch, das sich zwar deutlich von dem Comtes unterschied, dessen Wissenschaftskonzeption aber im Kern teilte. Die Erfolgsgeschichte der Soziologie im Allgemeinen wie diejenige Durkheims und seiner Schüler im Besonderen war, wie Heilbron darlegt, allerdings durchaus nicht von Anfang an absehbar. Ironischerweise sind es nämlich Philosophiezeitschriften gewesen, die über eine breite Rezeption der Arbeiten von Herbert Spencer die Soziologie gewissermaßen solange am Leben erhielten, bis Durkheim den Staffelstab übernahm, um schließlich nicht nur den Widerstand der Akademien gegen die neue Disziplin der Soziologie zu überwinden, sondern auch Konkurrenten wie René Worms oder Alfred de Tarde auszustechen.

Wie Heilbron in glänzenden Passagen zum Année sociologique demonstriert, verdankte sich Durkheims Erfolg vor allem der höchst unkonventionellen Arbeitsweise seiner Mitstreiter in der genannten Zeitschrift. Sie – noch ganz jung, zumeist aus der Philosophie kommend und politisch allesamt auf der Seite von Alfred Dreyfus – hatten sich die Soziologie kraft eines ungeheuren Arbeitspensums erst erarbeitet, bevor das disziplinäre Feld dann zusammen mit ihrem Lehrer definiert werden konnte. Dass und warum diese unter Durkheim inaugurierte Soziologietradition schon aus institutionellen Gründen blinde Flecken im Bereich der politischen Soziologie und der Soziologie des Staates aufwies, führt Heilbron völlig einleuchtend auf ihre spezifische Konkurrenz mit der Politikwissenschaft zurück.4

Dass mit dem Tod Durkheims, wie häufig angenommen wird, auch schon der Niedergang des Einflusses der Durkheimianer eingeleitet gewesen sei, bestreitet Heilbron; die Geschichte sei sehr viel komplizierter und jedenfalls mehrdimensional verlaufen. Zunächst gelang es den Durkheimianern durchaus, die Lehrstühle für Soziologie – vier (!) an der Zahl (bis in die 1960er-Jahre sollten in Frankreich keine weiteren mehr dazukommen) – zu besetzen. Dennoch war nach dem Ende des Ersten Weltkrieges unverkennbar, dass die intellektuelle Attraktivität der Durkheim-Schule zurückgegangen war. In den 1930er-Jahren verkomplizierte sich die Lage zusätzlich, weil ein universitärer Ausbau der Soziologie ausblieb und auch nicht mehr zu erwarten war. Dementsprechend verlagerte sich die soziologische Debatte in außeruniversitäre Einrichtungen, in Neugründungen wie das legendäre „Collège de Sociologie“ um Autoren wie Georges Bataille, Roger Callois und Michel Leiris oder in andere universitäre Fächer wie die Ethnologie und Geschichtswissenschaft, in denen Durkheims Gedanken allerdings noch Anklang fanden. Eine weitere Komplikation ergab sich aus dem Faktum, dass die Soziologie in der Regel an den Universitäten zwar als eigenständiges Fach gelehrt wurde, die soziologische Forschung jedoch andernorts stattfand. Der Dominanz der Durkheimianer kam dieser Umstand keineswegs zugute, was daran abzulesen ist, dass ab den 1930er-Jahren selbst die wenigen Universitätslehrstühle kaum mehr durch Vertreter des Durkheimianismus besetzt wurden.

Anders als man vielleicht erwarten würde, stellt, wie Heilbron veranschaulicht, weder die Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht, noch die Befreiung vom Okkupationsregime für die Soziologie in Frankreich eine Zäsur dar. Im Gegenteil, die Etablierungsschwierigkeiten des Faches blieben weiterhin bestehen, wurden zum Teil sogar noch dadurch verstärkt, dass sich die Soziologie jetzt in der ungemütlichen Zone zwischen dem aufstrebenden philosophischen Existenzialismus und der anwendungsorientierten, zumeist politiknahen Statistik einrichten musste. Philosophisch gebildete Einzelfiguren wie Georges Gurvitch spielten in den Jahren nach dem Krieg zwar eine Rolle, doch ist es die genuin französisch geprägte, projektbezogene Arbeits- und Industriesoziologie um Georges Friedmann gewesen, die der Disziplin wieder festeren Boden verschaffte. Ausschlaggebend waren wieder einmal nicht die Universitäten, sondern außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Centre Nationale de la Recherche Scientifique, die École Pratique des Hautes Études und das Maison des Sciences de l‘Homme, wobei hier zudem ein enger, zumindest theoretisch vermittelter Zusammenhang mit den Historikern der Annales-Schule bestand. Aufschlussreich an Heilbrons Betonung gewisser Kontinuitäten ist auch, dass die schon während der 1950er-Jahre erfolgende ‚Ablösung‘ der Hegemonie des Existenzialismus durch die sich unmittelbar anschließende des Strukturalismus in der Soziologie offenbar keine allzu großen Folgen zeitigte. In diesen Jahren war die Disziplin, abgesehen von so exponierten Grenzgängern wie Lucien Goldmann oder Georges Balandier, insgesamt wenig an Theorie interessiert.

Erst im Gefolge des Mai 1968 politisiert sich die Disziplin und öffnet sich theoretischen Fragestellungen, womit der Zeitpunkt bezeichnet ist, der für Heilbron die zweite große Zäsur in der Geschichte der französischen Soziologie darstellt. Institutionell kommt es erst jetzt zu einem enormen Ausbau der Sozialwissenschaften im Allgemeinen und der Soziologie im Besonderen, von dem typischerweise wieder weniger die Universitäten profitieren, als vielmehr reine Forschungsinstitutionenwie die École des Hautes Études en Sciences Sociales und das bereits erwähnte CNRS. Dieser Aufschwung beflügelt auch das Verlagswesen, das sich verstärkt der Publikation sozialwissenschaftlicher Literatur widmet, neue Reihen herausbringt und die Gründung soziologischer Zeitschriften unterstützt – angefangen bei den von Raymond Aron ins Leben gerufenen Archives européennes de sociologie bis hin zur sehr viel späteren Etablierung der Actes de la recherche en sciences sociales durch Pierre Bourdieu. Insgesamt darf diese Phase – so ist Heilbron zu verstehen – als die jüngste Blütezeit der französischen Soziologie gelten. Sie lässt Figuren wie Alain Touraine, Michel Crozier, Raymond Boudon und Pierre Bourdieu hervortreten, die mit je eigenen Forschungsprogrammen, die Heilbron ebenso sachkundig wie bündig charakterisiert, in produktiver Weise miteinander konkurrierten.

Was Heilbrons Darstellung auszeichnet, ist eine wissenschaftshistorische Analyse, die mit bestechender Detailkenntnis die akademischen Entwicklungen in der französischen Soziologie stets fair würdigt, ohne ihre Sympathien für die Bourdieu-Schule zu verhehlen. Heilbron zeichnet ein tiefenscharfes Bild, das neue Einblicke in die komplexen Genealogien und institutionellen Kontexte der französischen Soziologie gestattet. Seine Rekapitulation der rund zweihundertjährigen, letztlich ziemlich brüchigen Geschichte französischer Gesellschaftswissenschaft belegt eindrucksvoll, wie sinnvoll und notwendig eine Historiografie der Soziologie ist, die bewusst auf nationale Wissenschaftstraditionen abhebt.

Es zeugt von der präzisen methodischen Herangehensweise Heilbrons, dass er – an der „longue durée“ orientiert – darauf verzichtet, die unmittelbare Gegenwart der französischen Soziologie, also ihre zeitgenössischen Trends, zu thematisieren. Was nach dem Tod von Bourdieu, Crozier und Boudon kommen, ob sich eine nächste Blüte der Soziologie französischer Zunge ereignen, ihre stärkere Öffnung hin zum anglo-amerikanischen Diskussionskontext anstehen könnte, sind Fragen, die der Wissenschaftshistoriker offen lässt. Für ihn steht lediglich fest, dass die institutionell unterfütterte Hochphase der Soziologie passé ist, weil spätestens seit Mitte der 1980er-Jahre die Zahl der außeruniversitären soziologischen Forschungsstellen in Frankreich abnimmt. So kann die Zukunft dieses Faches, das wie keines seiner Nachbarfächer interdisziplinär ausgerichtet und offen für Impulse und Irritationen aus anderen Disziplinen ist, keineswegs als gesichert gelten.

Die auf Institutionen fokussierte, gleichzeitig feldtheoretisch inspirierte und die weit in die Geschichte zurückreichenden Traditionen in den Blick nehmende Zugangsweise von Heilbron verzichtete – wie gerade angemerkt – auf Spekulationen darüber, was demnächst aus Frankreich zu erwarten ist und welche intellektuellen Strömungen derzeit Anstöße geben könnten, Anstöße womöglich, deren Herkunft ebenfalls tief in der Geschichte des französischen Denkens zu vermuten sind. Deutliche Anzeichen5 sprechen dafür, dass die Flüssigkeit, Eigendynamik und Prozessnatur sozialer Phänomene gegenwärtig in der internationalen Soziologie neue und besondere Aufmerksamkeit genießt. Deshalb erfreuen sich gerade Prozesstheoretiker eines gesteigerten Interesses, was – soweit es um die Landschaft der französischen Philosophie geht – vor allem für Henri Bergson gilt. Nicht ohne Grund wird angenommen, dass sein Werk soziologisches Potenzial in sich birgt. Schließlich gehörten keine Geringeren als Georg Simmel und Max Scheler zu den Lesern, die den unbestreitbar großen Einfluss von Bergsons Philosophie in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts für gesellschaftstheoretische Problemstellungen produktiv machen wollten. Ob solche Lektüren überzeugen können, ob sie dem Bergson‘schen Prozessdenken womöglich einen wirklichen Eingang in die „Ordnungswissenschaft“ Soziologie verbaut haben, die Disziplin also immer schon und immer wieder auf gravierende Schwierigkeiten stößt, wenn es um den Versuch geht, die Liquidität des Sozialen angemessen zu konzeptualisieren, ist eine in der Tat bedeutsame Frage. Insofern kommt es wie gerufen, dass jüngst zwei Veröffentlichungen vorgelegt wurden, eine in französischer, eine in deutscher Sprache, die sich dem Einfluss Bergsons widmen und Aufschluss darüber geben wollen, ob dessen Philosophie ex- oder implizit auf eine Soziologie gewissermaßen schöpferischer Evolutionen ausgreift. Sie könnte unter Umständen leistungsfähiger sein als aktuelle Paradigmen.

Einzugehen ist zunächst auf Caterina Zanfis Bergson et la Philosophie Allemande, 1907–1932, ein Buch, das sich – wie der Titel schon andeutet – nicht unbedingt an Soziologen richtet. Es ist aus einer philosophiehistorischen Dissertation hervorgegangen, die keine systematisch argumentierende Philosophin (oder Soziologin), sondern eine eher mit philologischer Akribie arbeitende Autorin verfasst hat. Dennoch ist ihre Studie für die Soziologie nicht uninteressant, weil Zanfi eine transnationale Rezeptionsgeschichte erzählt, in der Zentralfiguren der Soziologie wie beispielsweise Georg Simmel prominent auftreten. Hervorzuheben sind insgesamt zwei signifikante Befunde der materialreichen Arbeit: Da Zanfi die wichtigen Schauplätze der deutschen Bergson-Rezeption aufsucht, Jena und den Kreis um Rudolf Eucken, Berlin mit Georg Simmel, Heidelberg mit Hans Driesch und schließlich den Göttinger Kreis um Edmund Husserl, kann sie zum einen darlegen, dass Bergson in der innerkatholischen Auseinandersetzung zu einem der entscheidenden Referenzautoren ‚modernistischer‘ Katholiken avancierte. wurde, was nicht zuletzt zu erklären vermag, warum ausgerechnet der Neukantianer (und dem Bergson’schen Denken damit eher fernstehende) Wilhelm Windelband ein Vorwort zur deutschen Übersetzung von Bergsons erstem Buch, nämlich Materie und Gedächtnis, beisteuerte.6 Diese Resultate von Zanfis aufschlussreicher Spurensuche sollten dazu animieren, die Verwobenheit konfessioneller Kontroversen, die um das Verhältnis von Kirche, Staat und Moderne kreisten, mit innerphilosophischen und -soziologischen Debatten noch genauer zu untersuchen, als es bislang geschehen ist. Solche Sondierungen erweisen sich im Augenblick ja gerade für eine Reinterpretation der religionssoziologischen Schriften der Klassiker der Soziologie als ausgesprochen fruchtbar.7

Deutlich wird zum anderen, wie sehr die deutschsprachige Rezeption – was Zanfi zufolge nicht zuletzt terminologische Entscheidungen der deutschen Übersetzungen Bergson‘scher Begrifflichkeit dokumentieren, „intuition“ etwa wird zu „Anschauung“ – den französischen Philosophen sowohl für eine bestimmte Kantinterpretation reklamiert, als umgekehrt auch für eine Kritik Kantischer Transzendentalphilosophie instrumentalisiert hat. In Deutschland wird Bergsons Anti-Kantianismus, nach dem Urteil Zanfis, stärker pointiert und hervorgehoben, als es den Intentionen Bergsons entsprach. Auch bei Simmel sei diese Interpretationstendenz – so Zanfi – zu beobachten, wobei zudem auffällt, dass dessen Texte, selbst wenn sie sich auf Bergson stützen, wesentlich technik- und zivilisationskritischer argumentieren, als es Bergson je getan hätte.8 Max Scheler wiederum würdigt wie andere seiner philosophischen Zeitgenossen den Kantkritiker Bergson, liest ihn aber vor allem im Rückgriff auf Friedrich Nietzsche, weshalb Scheler für Zanfis Begriffe die dionysische Seite des Bergsons‘schen Denkens betont, wenn nicht überbetont habe.9

Trotz solcher Eigensinnigkeiten haben Bergson, der die Rezeption seiner Bücher, Aufsätze und Vorträge stets aufmerksam mitverfolgte, gerade die Reaktionen in Deutschland dazu angeregt, sehr viel stärker soziologisch zu argumentieren. Dieser Lernprozess hat sich, wie Zanfi betont, insbesondere in seinem großen Spätwerk, das heißt in Bergsons Abhandlung über Die zwei Quellen der Moral und der Religion, niedergeschlagen. Verflechtungsgeschichtliche Zusammenhänge wie diesen herausgearbeitet zu haben, gehört zu den Verdiensten von Zanfis philologischen Recherchen. Freilich liefern sie allenfalls einen ersten Eindruck von Bergsons Bedeutung für die deutsche Philosophie und die entstehende Soziologie um Simmel und auch Scheler. Zanfis Ansatz ist aus nachvollziehbaren Gründen zu sehr philosophie- oder soziologiehistorisch orientiert, um systematische Hinweise für eine soziologisch produktive Weiterarbeit mit Bergson geben zu können.

Genau solche Anstöße verspricht nun die jetzt als voluminöses Buch veröffentlichte Habilitationsschrift von Heike Delitz, Bergson-Effekte. Aversionen und Attraktionen im französischen soziologischen Denken. Auch Delitz interessiert die in vielerlei Hinsicht merkwürdige Rezeption von Bergson. Freilich konzentriert sich die Soziologin ganz auf Bergsons Resonanzen in der französischen Soziologie. Sie sind aus ihrer Sicht merkwürdig, weil Bergsons Einfluss bei vielen Autoren mit Händen zu greifen ist, die ihn freilich verleugnen oder kaschieren, weshalb im Titel von „Aversionen und Attraktionen“ die Rede ist.

Aufgrund ihrer andersartigen Zielsetzung setzt Delitz entschieden systematischer an als Zanfi. Ihr zufolge sind es drei Grundüberzeugungen, die das Denken Bergsons charakterisieren: Bergson sei, erstens, vom temporalen und dynamischen Charakter der Wirklichkeit ausgegangen. Er habe, zweitens, den Körper als unmittelbaren Bestandteil der sozialen Realität begriffen. Und schließlich habe er, drittens, seinen umstrittenen Vitalismus insofern völlig zu Recht verfochten, als er den Menschen als „Subjekt und Objekt des Lebens“ ernst nahm.10

Der erste Teil ihrer weit ausgreifenden Arbeit, die Delitz insgesamt in vier größere Teile untergliedert hat, führt dann mit Blick auf die Klassiker der französischen Soziologie aus, wie sehr Durkheim, aber eben auch Henri Hubert, Maurice Halbwachs und Marcel Mauss – allesamt Zeitgenossen Bergsons – trotz aller offen zur Schau gestellten Abwehr durch Bergsons Grundgedanken geprägt waren. Dass in Durkheims Religionssoziologie und vor allem im Begriff der „kollektiven Efferveszenz“ Bergson‘sche Denkweisen ihre Spuren hinterlassen haben, ist in der einschlägigen Literatur bereits vermutet worden. Neuland betritt Delitz hingegen, wenn sie sowohl für die Zeitsoziologie von Hubert als auch für die Gedächtniskonzeption von Halbwachs und für Mauss‘ Körpersoziologie die Einflüsse Bergson geltend macht. Hier sind ihre Ausführungen ebenso lehrreich wie überraschend, erlauben sie doch originäre Einsichten in diese klassische Phase französischer Soziologie. Mit einzelnen Befunden Zanfis vergleichbar, führt Delitz vor Augen, dass Bergson auch im Kontext seiner französischen Rezeption ständigen Neulektüren und -interpretationen ausgesetzt war. Paul Nizan oder Julien Benda etwa warfen ihm Irrationalismus vor, ein in der Wirkungsgeschichte Bergsons prominent gewordener Einwand, der Jean-Paul Sartre oder Maurice Hauriou wenig später keineswegs davon abhielt, eben die Argumente wieder aufzugreifen, die gerade noch als irrationalistisch verworfen worden waren.

Doch anders als Zanfi rückt Delitz die unter systematischer Perspektive bedeutsamen Grundgedanken Bergsons in den Mittelpunkt. Der zweite Teil der Arbeit, der sich um dessen Philosophie und Soziologie dreht, legt in überzeugenden Detailinterpretationen dar, wie Bergson seine Prozessbegriffe konzipiert, wie er die alteuropäische Ontologie und Logik der Identität auf Ideen eines kontinuierlichen Wandels und Werdens umstellte. Im Gegensatz zur herkömmlichen Soziologie ist Bergson nicht mit dem Problem sozialer Ordnung befasst, stattdessen geht er von ständiger Veränderung der Realität aus. Diese Philosophie der Differenz – so formuliert es Delitz – transponiert der Soziologe Bergson in die Denkfigur einer permanenten Differentiation.11

Spätestens das Stichwort „Differentiation“ wird beim Leser aber ein gewisses Unbehagen auslösen, wenn nicht Nachfragen provozieren, was die Anschlussfähigkeit der Bergson‘schen Version von Differenzphilosophie für genuin soziologische Fragen angeht: Wie verhält sich „differentiation“ im Sinne Bergsons zu den Differenzierungsbegriffen von Simmel bis Niklas Luhmann? Und wie schlagen Unterschiede in der Auffassung sozialer Differenzierungsprozesse auf die Methoden durch, mit denen sie empirisch beobachtet und analytisch ausgewertet werden? Und zu welchen sozialwissenschaftlichen Ergebnissen könnten unterschiedliche Weisen, Differenzierung soziologisch zu fassen und zu untersuchen, am Ende führen? Auf solche, sich doch aufdrängenden Nachfragen geht Delitz allerdings nicht ein, was umso bedauerlicher ist, als der dritte und umfänglichste Teil ihrer Studie es dem Leser ausgesprochen schwer macht, ein deutliches und klares Verständnis davon zu gewinnen, was eigentlich (eine Bergson‘sche) Soziologie sein soll.

Denn in diesem dritten Teil wird eine ganze Galerie von Autoren vorgestellt, die sich jedenfalls in ihrer Gesamtheit keineswegs unmittelbar mit der Soziologie in Verbindung bringen lassen. Selbst wenn zuzugestehen ist, dass soziologische Fragestellungen in deren Werke hineinspielen, ist die Auswahl, die Delitz getroffen hat, alles andere als selbstverständlich: Abgehandelt werden in eigenständigen Kapiteln von jeweils 20 bis 40 Seiten Autoren wie André Leroi-Gourhan, Georges Canguilhem, Gilbert Simondon, Gilles Deleuze, Claude Lévi-Strauss, Pierre Clastres, Cornelius Castoriadis und Georges Bataille. Dass diese Autoren ihrem Selbstverständnis nach Soziologen sind, ist ebenso bestreitbar, wie die Hauptthese von Delitz, sie seien allesamt aus latent bleibenden oder manifesten Bezugnahmen auf Bergson zu verstehen. Selbstverständlich lässt sich alles mit allem in Verbindung bringen, doch wäre beispielsweise zu fragen, worin die Gemeinsamkeit eines so exponierten Strukturalisten wie Claude Lévi-Strauss mit einem Kopf wie Cornelius Castoriadis liegen soll, zu dessen intellektuellem Profil massive anti-strukturalistische Attacken gehören. Dass Lévi-Strauss in irgendeiner Form von Bergson beeinflusst war, wird niemand in Abrede stellen, tatsächlich haben Historiker wie H. Stuart Hughes schon vor bald vierzig Jahren auf derartige Einflüsse hingewiesen.12 Aber so tief kann der Einfluss Bergsons wohl nicht gewesen sein, wenn er bei Lévi-Strauss zu einem im Vergleich mit Castoriadis gänzlich anderen, um nicht zu sagen: diametral entgegengesetzten Theoriedesign führt. Natürlich mögen sich einem entsprechend vorgebildeten Betrachter Ähnlichkeiten zwischen Bergsons Idee des ‚élan vital‘ und Castoriadis‘ Konzeption des ‚gesellschaftlich Imaginären‘ aufdrängen, aber rechtfertigt das schon die Behauptung, hier läge direkter Einfluss vor. Warum nicht Sigmund Freud, Jacques Lacan oder Sartre? Seine Kritik an Karl Marx und der Marx‘schen Arbeitswerttheorie hat Castoriadis jedenfalls nicht im Rückgriff auf Bergson formuliert, sondern mit Mitteln, die er Aristoteles verdankt – was ihm dann auch den Anlass für seine Infragestellung des identitätslogischen Fundaments der meisten sozialtheoretischen Ansätze lieferte. Auch dass die jüngst von François Dosse vorgelegte Castoriadis-Biografie13 Bergson kaum je erwähnt, weckt Skepsis gegenüber der Interpretationslinie von Delitz, selbst wenn sie eher defensiv von einem bei Castoriadis lediglich impliziten Bergsonianismus spricht. Recht hat Delitz sicherlich, wenn sie Castoriadis einen „Originalitätsgestus“14 attestiert, der andere Autoren, die ihn inspirierten, gern in den Hintergrund rückte. Aber von dieser sehr allgemeinen Behauptung hin zu der sehr viel spezifischeren eines deutlichen Einflusses gerade von Bergson auf Castoriadis ist es doch ein sehr, sehr weiter Weg!

Angesichts all der Bergson-Effekte, die Delitz bei den von ihr diskutierten, doch so unterschiedlichen Autoren ausmacht, drängt sich dem Leser der Verdacht auf, ihr Beobachtungsfeld sei seinerseits Resultat eines Impulses, den man wohl einen „Foucault-Effekt“ nennen müsste. Auffällig ist nämlich, dass eine auf Foucault zurückgehende, geradezu manichäische Dichotomie die Geschichtsschreibung zur französischen Philosophie des 20. Jahrhundert zu organisieren scheint. Ihr zufolge gruppieren sich die Positionen um die prinzipielle Trennlinie „zwischen einer Philosophie der Erfahrung, des Sinns, des Subjekts“, für die neben Sartre und Merleau-Ponty natürlich Bergson steht, und einer „Philosophie des Wissens, der Rationalität und des Begriffs“, die durch Poincaré und Wissenschaftshistoriker wie Bachelard, Koyré und Canguilhem repräsentiert wird. Foucault hat diese Matrix in seinem (offenbar in unterschiedlichen Versionen publizierten) Aufsatz „Das Leben: Die Erfahrung und die Wissenschaft“15 definiert und sich selbst in ihr verzeichnet. Solche Schematisierungen extrem komplexer und undurchsichtiger Sachgebiete sind stets attraktiv und waren im Falle Foucaults derart erfolgreich, dass ihm andere Interpreten – wie Giuseppe Bianco in einem höchst lesenswerten Aufsatz16 jüngst dokumentiert hat – umstandslos gefolgt sind. Zur allgemeinen Verwirrung haben die Adaptionen die gleichen berühmten Philosophen jedoch ganz anders als Foucault eingeordnet, so dass nun Autoren als Bergsonianer firmieren, von denen man bis dato nie vermutet hätte, dass sie ins weite Feld einer phänomenologischen Durchdringung menschlicher Subjektivität gehören. Ob solche großflächigen Taxonomien überhaupt sinnvoll sind, ob sie notorisch unübersichtliche Felder zum Nutzen der Erkenntnisse vereinfachen, die sich die Wissenschaftsgeschichte erhofft, darf bezweifelt werden. Und gerade diese Zweifel stellen sich ein, wenn uns Heike Delitz durch das Kabinett der bergsonianisch geprägten „Soziologen“ führt. Selbst wenn man zugesteht, sie alle hätten ihren Bergson studiert, bleibt die Frage, ob es wirklich Bergson und kein anderer ist, der uns den Schlüssel zum Verständnis ihres Werkes liefert.

Unabhängig von dieser Frage taucht im vierten und letzten Teil des Buches ein ganz anderes, mutmaßlich noch fundamentaleres Problem auf. Selbst wenn man sich von Delitz‘ Erkenntnissen, was die Ubiquität der Einflüsse Bergsons auf die französische Soziologie anlangt, beeindrucken ließe, ist damit doch keineswegs ausgemacht, dass eine bergsonianisch instruierte oder zumindest beeinflusste Soziologie die theoretischen oder auch empirischen Fragestellungen der zeitgenössischen Soziologie weiterbringen wird. Der Versuch, sich dieser in der Tat anspruchsvollen Fragestellung anzunehmen, ehrt Delitz. Unübersehbar ist freilich, dass ihre Antworten ziemlich enttäuschend ausfallen. Mit entwaffnender Offenheit gibt sie zu verstehen, dass sich das Bergson‘sche Paradigma für soziologische Analysen zu Schichtung und sozialer Ungleichheit, zu Arbeit und Ökonomie, zu Macht und Konflikt nicht gerade empfiehlt.17 Auch Gesellschaftskritik, derzeitige Lieblingsbeschäftigung vieler Soziologen, sei Bergsons Sache nicht. Wenn sich mit ihm aber nicht einmal der klassische Themenparcours der Soziologie versorgen lässt, warum soll – so dürfte sich der bis auf diese Seiten vorgedrungene Leser unweigerlich fragen – die Beschäftigung mit Bergson dann für Soziologen vordringlich sein? Dass sich Bergsons Kritik der Substanzmetaphysik, sein ausgeprägter Sinn für Evolution, Temporalität und die Verzerrungen, die sich aus der Verräumlichung von Zeitkategorien ergeben, nutzbar machen lassen, um Defizite und Bornierungen bestimmter soziologischer Ansätze aufzudecken, ist Delitz ohne weiteres zuzugestehen. Dass sich die Soziologie nach wie vor schwer tut, sobald es um die Notwendigkeit geht, soziale Phänomene im Fluss zu denken, steht außerfrage. In dieser Hinsicht sind Delitz‘ kritische Ausführungen etwa zur Theorie Bruno Latours durchaus hilfreich.18 Doch von treffender, wiewohl allgemein gehaltenen Kritik zu einem innovativen Theorieansatz, der in der Lage ist, empirisch gehaltvolle soziologische Analysen in Gang zu bringen, dürfte es wohl noch ein langer Weg sein. Im Übrigen ist zu vermuten, dass nicht alle Leser von Delitz‘ verdienstvollem Buch nach der anspruchsvollen Lektüre der Meinung sein werden, der skizzierte Weg führe tatsächlich auch zum Ziel. – Allemal ist das neue Alte aus Frankreich, so wäre im Fazit festzuhalten, lehrreich und interessant, ohne sofort auch fruchtbar gemacht werden zu können. Zwischen faszinierenden programmatischen Versprechen und ihrer kleinteiligeren praktischen Einlösung besteht – wie immer – eine große Kluft, was im Übrigen gerade auch den Klassikern der französischen Soziologie klar gewesen ist.

Fußnoten

 

1 Johan Heilbron, The Rise of Social Theory, Minneapolis 1995.

2 Ebd., S. 72; Vgl. auch Johan Heilbron, French Moralists and the Anthropology of the Modern Era: On the Genesis of the Notions of ‚Interest‘ and ‚Commercial Society‘, in: Johan Heilbron / Lars Magnusson / Björn Wittrock (Hrsg.), The Rise of the Social Sciences and the Formation of Modernity. Conceptual Change in Context, 1750–1850, Dordrecht/Boston/London 1998, S. 77–106.

3 Heilbron, French Sociology, S. 22.

4 Ebd., S. 90.

5 Vgl. etwa den Sammelband von Rainer Schützeichel / Stefan Jordan (Hrsg.), Prozesse. Formen, Dynamiken, Erklärungen, Wiesbaden 2015; hervorzuheben sind hier natürlich auch die letzten Arbeiten von Charles Tilly, vgl. etwa sein Explaining Social Processes, Boulder 2008.

6 Zanfi, Bergson et la Philosophie Allemande, S. 53.

7 Vgl. Manuel Borutta, Genealogie der Säkularisierungstheorie. Zur Historisierung einer großen Erzählung der Moderne, in: Geschichte und Gesellschaft 36 (2010), 3, S. 347–376; Hans Joas, Gefährliche Prozessbegriffe. Eine Warnung vor der Rede von Differenzierung, Rationalisierung und Modernisierung, in: Karl Gabriel / Christel Gärtner / Detlef Pollack (Hrsg.), Umstrittene Säkularisierung. Soziologische und Historische Analysen zur Differenzierung von Religion und Politik. 2., um ein Register ergänzte Aufl. Berlin 2012, S. 603–622.

8 Zanfi, Bergson et la Philosophie Allemande, S. 119.

9 Ebd., S. 203.

10 Heike Delitz, Bergson-Effekte. Aversionen und Attraktionen im französischen soziologischen Denken, Weilerswist 2015, S. 19.

11 Ebd., S. 199.

12 H. Stuart Hughes, The Obstructed Path. French Social Thought in the Years of Desperation, 1930–1960, New York / Evanston 1968, S. 266.

13 François Dosse, Castoriadis. Une Vie, Paris 2014.

14 Delitz, Bergson-Effekte, S. 406.

15 Michel Foucault, La vie: l’expérience et la science, in: Revue de métaphysique et de morale 90 (1985), 1, S. 3–14; deutsche Übersetzung: Das Leben: Die Erfahrung und die Wissenschaft, übers. von Hermann Kocyba, in: Michel Foucault, Schriften in vier Bänden: Dits et Ecrits, Bd. 4: 1980–1988, hrsg. von Daniel Defert u. François Ewald unter Mitarbeit von Jacques Lagrange, Frankfurt am Main 2005, S. 943–958, hier S. 944.

16 Giuseppe Bianco, Experience vs. Concept? The Role of Bergson in Twentieth-Century French Philosophy, in: The European Legacy 16 (2011), 7, S. 855–872.

17 Delitz, Bergson-Effekte, S. 460.

18 Ebd., S. 470.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Martin Bauer.