Digitale Dystopien

Call for Papers für einen Themenschwerpunkt der Zeitschrift "Berliner Debatte Initial". Deadline: 15. Juli 2019

Wovon träumen Algorithmen? Von Liebe, von Macht oder von Geld? Fragen, die vor wenigen Jahrzehnten nur Science-Fiction-Autoren stellten, werden heute auch in Parlamenten, Ethikkommissionen und Feuilletons diskutiert.

Geld: Algorithmen spekulieren heute anstelle von Börsenmaklern. Macht: Womöglich kreist gerade jetzt über Afghanistan ein Netz autonomer Drohnen, die Ziele identifizieren und angreifen. Liebe: Eine Dating-Plattform wirbt seit Jahren damit, dass sich dank ihr alle 11 Minuten ein Single verliebt. Schlaglichter 4.0 – die Zukunft ist schon Gegenwart. Das Geschäft der Utopie und ihres düsteren Zwillings, der Dystopie, ist es, soziale Realitäten und mögliche Entwicklungen zu diskutieren: Was erhoffen wir und was befürchten wir von der Digitalisierung?

Unter dem Motto „Digitale Dystopien“ laden wir zum einen ein, die in Literatur und Film entworfenen Bilder einer digitalen Welt zu untersuchen – von smart home bis Überwachungskapitalismus: Wie erzählen sie von der Zukunft? Was stellen sie als Gefahren für unsere Gesellschaften heraus? Welche Perspektiven eröffnen sie? Gibt es neben den Dystopien auch „digitale Utopien“? Oder ist Utopie gegenüber den digitalen Kontroll- und Herrschaftsmöglichkeiten hoffnungslos naiv? Zum anderen wollen wir in den Blick nehmen, wie die digitalen Entwicklungen politisch verhandelt werden: Welche utopischen und dystopischen Perspektiven werden mit ihnen verbunden? Was wird für sie an politischen, sozialen, ethischen und rechtlichen Implikationen diskutiert? Wie verändern KI & Co das Alltagsleben und die Gesellschaft? Haben wir mit ihnen Geister herbeigerufen, die wir nicht mehr kontrollieren können? Liefern sie uns unbeschränkter Kontrolle aus? Gefährden sie die politische Öffentlichkeit und unsere demokratischen Institutionen? Wie formiert sich der politische Diskurs im Digitalen, schlägt Online in Offline um?

Für den geplanten Themenschwerpunkt sind zum einen literatur- und kulturwissenschaftliche Analysen und Vergleiche dystopischer Romane, Filme und Games gefragt, zum anderen sozial- und politikwissenschaftliche, philosophische und rechtliche Betrachtungen zur Technikentwicklung und ihren Auswirkungen für den Einzelnen und die Gesellschaft sowie zu deren politischer Diskussion. Besonders interessiert sind wir an international vergleichenden und interdisziplinären Darstellungen. Das Format kann variieren zwischen Aufsatz, empirischer Studie und Essay, auch exemplarische Relektüren sind möglich. Alle Texte haben jedoch wissenschaftlichen Anforderungen zu entsprechen und sollten ca. 45.000 Zeichen umfassen (einschließlich Leerzeichen und Literaturverzeichnis).

Es gelten die auf unserer Homepage (http://berlinerdebatte.de/autorenhinweise) zu findenden Hinweise für Autorinnen und Autoren und sonstigen Regeln, die für Einreichung, Begutachtung und Veröffentlichung von Manuskripten gelten.

Interessierte Autorinnen und Autoren werden gebeten, einen Themenvorschlag mit Arbeitstitel und Abstract (auf Deutsch, max. 3.000 Zeichen) bis 15.07.2019 einzureichen. Senden Sie diesen bitte per E-Mail an: redaktion(at)berlinerdebatte(dot)de. Die Redaktion entscheidet dann bis 31.07.2019 über die Annahme der Vorschläge.

Der Termin für die Einreichung der Beiträge ist der 30.11.2019. Das Heft mit dem Themenschwerpunkt „Digitale Dystopien“ soll Ende März 2020 erscheinen.

Bei Interesse und Fragen wenden Sie sich bitte an redaktion(at)berlinerdebatte(dot)de.

Wir freuen uns auf Ihre Angebote und Vorschläge!

Hier geht es zum Call for Papers (PDF)