Gründe, Geltung und Gewissheit. Ethische Kompetenzen und die Güte moralischer Urteile

Call for Papers für den 19. Workshop Ethik im März 2020 in Schmitten-Arnoldshain. Deadline: 1. Januar 2020

Der Workshop Ethik ist ein Diskussionsforum, das interessierte Bürger*innen mit Nachwuchswissenschaftler*innen über grundlegende Fragen von Moral, Gesellschaft und Politik ins Gespräch bringt. Auf dem 19. Workshop Ethik (11.-13. März 2020, Martin-Niemöller-Haus, Schmitten-Arnoldshain) möchten wir diskutieren, welche besonderen Kompetenzen notwendig sind, um gut begründete moralische Urteile fällen zu können und sich ihrer Güte gewiss zu sein.

Ethische Probleme lassen sich allerorts zur Genüge finden, sei es in politischen Debatten, im beruflichen Umfeld jedweder Profession oder einfach im Alltag eines menschlichen Miteinanders. Angesichts einer pluralistischen liberalen Gesellschaft, die immer weniger durch althergebrachte moralische Autoritäten oder Konventionen geprägt wird, stellen sich moralische Fragen regelmäßig in diversen komplexen Entscheidungssituationen. Die steigende Komplexität, der oft vorhandene Zeitdruck bei anfallenden Entscheidungen sowie diverse Quellen von Unsicherheiten, mit denen ethische Probleme verbunden sind, werfen die Frage auf, ob solche Abwägungs- und Entscheidungsprozesse mit spezifisch ethischen Kompetenzen besser bewältigt werden können. Welche Kompetenzen könnten dies sein; was müssen wir wissen und was müssen wir können, um mit ethischen Problemen umgehen zu können? Welche Prozesse und Methoden helfen bei Entscheidungsfindungen? Gibt es spezielle Kontexte, die besondere Prozesse erfordern und welche sind das? Und wie lassen sich solche Kompetenzen vermitteln? Neben diesen Fragen gilt es zudem, die Begründungsebene mit in den Blick zu nehmen. Wie kann man den Herausforderungen eines Fallibilismus – also der möglicherweise spezifischen Fehleranfälligkeit moralischer Urteile – und eines Skeptizismus – der grundsätzlichen Frage nach der Erkennbarkeit und Wirklichkeit von moralischen Werten – sowie eines Partikularismus – der Prinzipien für ethische Entscheidungsfindung als hinderlich betrachtet – begegnen? Diese Fragenkomplexe lassen sich im Kontext diverser Themenfelder der angewandten Ethik diskutieren: von der Medizinethik über die Bioethik bis hin zur Tierethik, von den verschiedenen Professionsethiken bis hin zur Wirtschafts- und Umweltethik.

Beim 19. WORKSHOP ETHIK werden mit Julia Dietrich (Berlin) und Michael Roth (Mainz) ausgewiesene Expert*innen einen interdisziplinären Rahmen für den Diskurs schaffen. Das unten genannte Leitungsteam sorgt für eine thematische Rahmung der Vorträge. Alle weiteren Vorträge werden von den Teilnehmer*innen übernommen, deren Paper für einen Vortrag ausgewählt wurde. Für jeden Vortrag sind 20 Minuten mit anschließender 40-minütiger Diskussion vorgesehen. Ein Kriterium für die Auswahl stellt die allgemeine gute Verständlichkeit der Abstracts sowie der Vorträge dar, die sowohl für den interdisziplinären Diskurs als auch den Austausch mit interessierten Bürger*innen grundlegend ist.

Wir laden Sie herzlich ein, sich mit einem Abstract für einen Vortrag auf dem 19. WORKSHOP ETHIK zu bewerben. Bitte schicken Sie das Abstract (max. 3.500 Zeichen inkl. Leerzeichen) samt Titel, Name und Anschrift bis zum 01.01.2020 an: cfp(at)workshop-ethik(dot)de.

Wenn Sie an einer Teilnahme interessiert sind, ohne einen Vortrag halten zu wollen, senden Sie uns bitte eine Nachricht, damit wir Ihnen ab Februar 2020 das Tagungsprogramm zuschicken können.

Zum CfP (PDF)