Inklusion und Intersektionalität in institutionellen Bildungskontexten

Call for Papers für ein Heft von 'Gender. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft'. Deadline zum Einreichen von Abstracts: 24. März 2019

Sie werden als neue Paradigmen gefeiert, aber auch als Modeworte kritisiert: Inklusion und Intersektionalität gewinnen als Konzepte seit Jahren in der Bildungs- und Geschlechterforschung an Bedeutung. Während ‚Intersektionalität‘ eine theoretische und methodologische Analyseperspektive bezeichnet, handelt es sich bei ‚Inklusion‘ um ein u. a. die Schulpraxis reformierendes Programm, eine normative gesellschaftspolitische Zielsetzung und nicht zuletzt ein Menschenrecht. Gemeinsam ist beiden Konzepten, dass sie unterschiedliche Heterogenitätsdimensionen einbeziehen, anstatt auf eine Differenzlinie zu fokussieren. Zudem eint sie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Ungleichheit und mit Aus- und Einschlüssen. Beide reflektieren Prozesse der Normierung und der Veranderung (im Sinne von Gayatri Spivaks Konzept des Otherings) und problematisieren etikettierende, essentialisierende und oftmals stigmatisierende Kategorisierungen. Generell werden Machtverhältnisse kritisch in den Blick genommen. Die Konzepte sind in ihrer Aufeinanderbezogenheit bisher noch unzulänglich erforscht und theoretisch durchdrungen.

Das geplante Heft zielt darauf ab, Impulse für die Bearbeitung dieses Desiderats zu liefern und diesbezügliche sozial-, bildungs- und kulturwissenschaftliche Diskurse zu eröffnen. Erwünscht sind einerseits theoretische Reflexionen über Verbindungen und Parallelen, aber auch Divergenzen zwischen den beiden Konzepten im Hinblick auf Bildung(sinstitutionen), Lernen und Erziehung. Andererseits sind empirische Untersuchungen, die sich den Überschneidungen und Interdependenzen von Ungleichheitsdimensionen in inklusiven Settings institutioneller Bildungskontexte widmen, von Interesse.Mögliche Themen und Fragestellungen im Einzelnen

  • Konsequenzen und theoretische Optionen aus sozial-, bildungs- und kulturwissenschaftlicher Perspektive, die sich aus einem Zusammendenken des (weiten) Inklusionsbegriffs mit dem Konzept Intersektionalität ergeben
  • Potenziale der Intersektionalitätsforschung als mögliches theoretisches Fundament für die inklusive Pädagogik
  • Empirische Analysen und Rekonstruktionen zur Überlagerung verschiedener Differenzkonstruktionen und Dominanzverhältnisse in (pädagogischen) Praktiken und Diskursen

Verfahren und Zeitplanung

Wir bitten um die Einreichung eines ein- bis zweiseitigen Abstracts bis zum 24. März 2019. Beiträge aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland können gern auch auf Englisch eingereicht werden. Die Redaktion arbeitet mit dem Online-Redaktionssystem OJS. Daher bitten wir Sie, sich auf www.budrich-journals.de/index.php/gender als Autorin oder Autor für die Zeitschrift GENDER anzumelden und Ihr Abstract dort einzureichen und hochzuladen. Die Einladung zur Beitragseinreichung erfolgt im Falle einer positiven Einschätzung bis zum 08. April 2019. Der Abgabetermin des fertigen Beitrags im Umfang von max. 50.000 Zeichen ist der 15. September 2019. Alle eingereichten Beiträge durchlaufen ein mehrstufiges Review-Verfahren, auf dessen Grundlage die endgültige Auswahl der Beiträge getroffen wird; dabei sind Hinweise zur Überarbeitung eher die Regel als die Ausnahme. Diese werden den Autor_innen von den Herausgeberinnen zurückgemeldet. Im Falle einer hohen Anzahl von positiv begutachteten Beiträgen behält sich die Redaktion vor, eine abschließende Auswahl vorzunehmen und ggf. Beiträge in einer späteren Ausgabe zu veröffentlichen.

Über GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft

Das Spektrum der Zeitschrift umfasst gesellschaftliche und kulturelle Themen – sozialpolitische Fragen zu Gleichheit und Gerechtigkeit haben ebenso Platz wie Fragen nach den Inszenierungen und kulturellen Deutungen von Geschlecht. Intendiert ist ein breites Spektrum von Themen und wissenschaftlichen Disziplinen, in denen Geschlechterfragen reflektiert werden. Dem multidisziplinären Charakter der Zeitschrift entsprechend sind sozialwissenschaftliche, kulturwissenschaftliche, naturwissenschaftliche und andere Analysen willkommen. Die Zeitschrift erscheint dreimal jährlich jeweils mit einem thematischen Schwerpunkt und einem Jahresumfang von rd. 480 Seiten. Beiträge für den offenen Teil der Zeitschrift sind – unabhängig vom jeweiligen Schwerpunktthema – jederzeit herzlich willkommen!

Haben Sie noch Fragen?

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Herausgeberinnen des Schwerpunktheftes Dr. Meike Penkwitt, Prof Dr. Sina-Mareen Köhler, RWTH Aachen (Meike.Penkwitt(at)rwth-aachen(dot)de) und Prof. Dr. Anne Schlüter, Universität Duisburg-Essen (anne.schlueter(at)uni-due(dot)de), oder an die Re-daktion (redaktion(at)gender-zeitschrift(dot)de). Die Autor_innenhinweise zur Erstellung von Manuskripten und zum Online-Redaktionssystem OJS finden Sie unter www.gender-zeitschrift.de/index.php?id=ma-nuskripte.

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