Islam in der Praxis – Akteur_innen, Praktiken und Alltag

Call for Papers für einen Workshop der Nachwuchsforschungsgruppe "Islamische Theologie im Kontext: Wissenschaft und Gesellschaft" im November in Berlin. Deadline: 13. Oktober 2019

Die Nachwuchsforschungsgruppe (NWG) „Islamische Theologie im Kontext: Wissenschaft und Gesellschaft“ des Berliner Instituts für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin untersucht religiöse Praxis als einen situierten, in spezifische Praktiken, soziale Räume und Wissensordnungen eingelassenen Prozess, mit dem Akteur_innen religiöse Normativitäten herzustellen imstande sind. Ihr Forschungsprogramm beruht auf dem Grundsatz, dass islamisch-theologische Untersuchungen über religiöse Texte und Reden sowie Forschungen über Einstellungen, Absichten, Motivationen und Ziele in den Handlungen von Muslim_innen ergänzt werden müssen durch die Analyse der Performanz des muslimischen Alltags wie auch des Außeralltäglichen. Hierzu setzt sie bereits diverse wissenschaftliche Vorhaben um, die insgesamt ein breites Spektrum von Themenfeldern abdecken: interreligiöse Familien, Kunst, religiöse Feiern, Senior_innen.

Um in einen Dialog mit Nachwuchswissenschaftler_innen zu kommen, die zu Bereichen der islamischen religiösen Praxis und/oder textorientiert zu unterschiedlichen Praxisfeldern in Deutschland arbeiten, veranstaltet die NWG am 29. und 30.11.2019 einen interdisziplinären Workshop. Der Workshop soll den Auftakt eines langfristigen und nachhaltigen Austauschs zwischen Doktorand_innen und Postdocs aus der Islamischen Theologie, Sozialwissenschaften, Anthropologie u.a. bilden. Dieser erste Workshop hat das Ziel, die Begriffe religiöse Praxis, religiöse Praktiken und Religionspraxis tiefergehend zu analysieren und für den theologischen Zugriff zu erschließen.

Folgende Fragen stehen dabei im Fokus:

  • In welchem Verhältnis steht islamisch-religiöse Praxis zu den von der islamischen Theologie formulierten Glaubensinhalten?
  • Wie lassen sich die verschiedenen Erscheinungsformen islamisch-religiöser Praxis adäquat beschreiben?
  • Welche praktischen Fähigkeiten bzw. Arten vorreflexiven Praxiswissens kommen in der jeweiligen Praxis von Muslim_innen zur Geltung?
  • Was sind die speziell materiellen – körperlichen wie dinglichen – Komponenten islamisch-religiöser Praxis?
  • Welche neuen empirischen Zugänge kann eine praxisorientierte Forschung bieten?
  • Welche theoretischen und methodologischen Herausforderungen ergeben sich daraus?

Eingeleitet wird der Workshop mit einem Grundlagenvortrag von Herrn Prof. Dr. Frank Hillebrandt (Institut für Soziologie/FernUniversität in Hagen).

Erwünscht sind Beiträge aus allen Fachdisziplinen, die sich einer oder mehrerer der oben genannten Fragen zuordnen bzw. an diese Fragen anknüpfende Themen adressieren. Hierzu gehören beispielsweise Fragen zur Lebensführung, zu Umwelt-, Sozial- oder Bioethik. Sowohl theoretische als auch empirische Betrachtungen – etwa in Form von Kapitelentwürfen, Feldnotizen oder Exposés – sind willkommen.

Interessent_innen senden bitte einen Abstract mit ca. 1000 Zeichen an die E-Mail-Adresse nawg2.bit(at)hu-berlin(dot)de. Texte, die in den Workshops zur Diskussion gestellt werden, sollten der NWG bis zum 31.10.2019 vorliegen. Für Teilnehmende mit aktivem Beitrag ist die Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten vorgesehen. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Frau Dr. Ayşe Almıla Akca

Berliner Institut für Islamische
TheologieHannoversche Str. 6
10115 Berlin
almila.akca(at)hu-berlin(dot)de

Zum CfP (PDF)