Deadline: 15.02.2022

Gesunde und sozial nachhaltige Organisation von Arbeit und Veränderungen des Arbeitsmarktes nach der Pandemie

Call for Papers für eine Tagung vom 5. bis 6. Mai 2022 in Graz, Österreich. Deadline: 15. Februar 2022

Die interdisziplinäre und internationale Tagung Denkwerkstätte Graz wird sich 2022 mit den durch die Covid-19 Pandemie ausgelösten Trends, Konfliktlinien und Herausforderungen der Arbeit und der Arbeitslosigkeit beschäftigen. 2021 hat sich die Denkwerkstätte Graz aufgrund der Kontaktbeschränkungen in einem Online-Format mit Arbeit und Arbeitsmarkt in und nach der Pandemie befasst. Im Mai 2022 soll die Denkwerkstätte Graz wieder ein Zusammentreffen vor Ort an der FH Joanneum in Graz ermöglichen. Der Blick wird dabei auf Basis der Analyse der Zeit der Pandemie von Beginn an bis zur aktuellen Situation und in die Zukunft gerichtet sein. Im Zentrum der Denkwerkstätte soll daher folgende Fragen stehen: Wie kann Arbeit nach der Pandemie gesund und sozial nachhaltig gestaltet werden? Welche neuen Herausforderungen, Konfliktlinien und Trends sind für eine Zukunft der Arbeit nach Corona zu erwarten?

Aktuell – im Herbst 2021 – ist festzustellen, dass die hohe Arbeitslosigkeit aus der Zeit der Ausgangsbeschränkungen während der ersten Phase der Pandemie zurück gegangen ist. Einer kleiner werdenden Zahl Arbeitssuchender steht eine wachsende Zahl an Arbeitsplätzen gegenüber. Gleichzeitig können nicht alle Arbeitsplätze besetzt werden. Ein Fachkräftemangel wird in unterschiedlichen Branchen beklagt. Das betrifft den Produktionssektor mit Industrie und Handwerksbetrieben aber auch den Gesundheitsbereich mit einem Mangel an Pflegefachkräften. Die medial verbreiteten Antworten auf diese Situation spannen ein Konfliktfeld zwischen unterschiedlichen Interessen auf. So stehen Forderungen nach Verschärfungen der Zumutbarkeitsbestimmungen der Position gegenüber, dass Reallöhne erhöht und die Arbeitsbedingungen verbessert werden müssen. Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung, auch eine längerfristige Perspektive einzunehmen. Dabei stellt sich nicht nur die Frage, wie freie Stellen besetzt werden können, sondern auch, wie die Arbeit gestaltet und organisiert sein soll, um einen möglichst langen Verbleib bei guter Gesundheit im Arbeitsleben zu ermöglichen. Dabei ist in der aktuellen Situation auch wichtig, die Veränderung der Arbeitsbedingungen in der Zeit der Pandemie in den Blick zu nehmen und zu diskutieren, welche dieser Veränderungen auf welche Art und Weise bleiben und welche sich im Rückblick als Zwischenlösungen herausstellen werden.

Unter dem Leitthema „Arbeit und Arbeitsmarkt in und nach der Pandemie“ hat sich die Denkwerkstätte Graz 2022 zum Ziel gesetzt, Möglichkeiten für eine gesunde und sozial nachhaltige Arbeit, sowie die aktuellen Entwicklungen und Trends zu beobachten, zu untersuchen und auch auszuloten, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen sich Arbeit und Arbeitsmarkt nachhaltig stabilisieren können.

Für den Call for Papers 2022 können empirisch orientierte Beiträge mit Darstellungen von Forschungsergebnissen, theoretische Beiträge (z.B. kritische Auseinandersetzungen mit zentralen Konzepten mit Bezug zum Generalthema) sowie auch arbeitsmarktpolitische Auswege eingereicht werden. Beiträge sind aus der universitären und außeruniversitären Forschung sowie aus allen wissenschaftlichen Disziplinen willkommen. Die Beiträge sollten sich auf eines der folgenden Themen beziehen:

  • Analysen des Arbeitsmarktes und der Arbeitsorganisation während und nach der Pandemie unter Berücksichtigung der Aspekte einer gesunden und sozial nachhaltigen Arbeit.
  • Auswirkungen und Konsequenzen der Pandemie auf Arbeit und Arbeitsmarkt sowie die Analyse der diversen Gegenmaßnahmen und deren Effekte (z.B. hinsichtlich sozialer Ungleichheit und geschlechtsspezifischer Effekte).
  • Entwicklung und Umgestaltung von Arbeit und Arbeitsabläufen (z.B. Homeoffice, sektorale Veränderungen, Digitalisierung und „agiles“ Arbeiten, arbeitsspezifische Innovationen).
  • Betrachtungen zur Problematik der „neuen“ durch die Pandemie ausgelösten Arbeitslosigkeit (z.B. Betroffenheit, Verläufe, individuelle/kollektive Auswege, Stigmatisierungen, psychische und physische Gesundheit der Betroffenen, Persistenz-Phänomene sowie Dilemmata und Paradoxien der Arbeitslosigkeit).
  • Auswirkungen der Pandemie und deren Gegenmaßnahmen auf die psychische und physische Gesundheit der Beschäftigten und Arbeitslosen und deren soziales Umfeld.
  • Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sowie Evaluierung ihrer Effekte auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene -- von fiskalpolitischen bis zu konzeptionellen Maßnahmen (z.B. Einführung eines Grundeinkommen).
  • Wirtschaftspolitische Hilfs- und Konjunkturprogramme zur Stützung und Ankurbelung der nationalen Wirtschaft – auch hinsichtlich eines Hebels für die Durchsetzung nachhaltiger Wirtschafts- und Klimaschutzkonzepte.

Beiträge für die Denkwerkstätte Graz 2021 können in Form eines Abstracts mit max. 500 Wörtern sowie einer Kurzbiographie bis 15. Februar 2022 an die VeranstalterInnen gesendet werden: johanna.muckenhuber(at)fh-joanneum.at, josef.hoedl2018(at)outlook.de und martin.griesbacher(at)uni-graz.at (Rückmeldung erfolgt bis spätestens Anfang März).

Im Anschluss an die Denkwerkstätte Graz 2022 geben die Veranstalter ein Sonderheft der Zeitschrift für Arbeitswissenschaft heraus (Heft 3/2023, Erscheinungstermin 07.09.2023), für das alle Beiträger:innen Artikel einreichen können. Das Sonderheft erscheint im September 2023. Bereits früher eingereichte Artikel werden vorab zitierfähig online publiziert. Das Sonderheft schließt an die vorangegangen Sammelbände der Denkwerkstätte Graz an (siehe „Normalarbeit. Nur Vergangenheit oder auch Zukunft?“ 2017 bei transcript; „Intensivierung der Arbeit. Perspektiven auf Arbeitszeit und technologischen Wandel“ 2019 bei nap; „Disruption der Arbeit? Zu den Folgen der Digitalisierung im Dienstleistungssektor“ 2021 bei campus).

Zum Call for Papers (PDF)