Deadline: 06.12.2021

Konfliktuelle Kulturpolitik. Räume und Akteur*innen (radikal-)demokratischer Auseinandersetzung

Call for Contributions für eine Konferenz vom 28. bis 29. Januar 2022 an der Universität Wien, Österreich. Deadline: 6. Dezember 2021

28. UND 29. JANUAR 2022
UNIVERSITÄT WIEN UND ONLINE, ZWEISPRACHIG (D/E)
KONFLIKTUELLEKULTURPOLITIK:
RÄUME UND AKTEUR*INNEN(RADIKAL-)DEMOKRATISCHERAUSEINANDERSETZUNG
TAGUNG

Konferenzorganisation
Institut für Politikwissenschaft
Projekt AGONART
Univ.-Prof. Mag. Dr. Oliver Marchart, PhD
Anke Schad-Spindler, PhD
Stefanie Fridrik, BA BA MA
Ass. Prof. Dr. Friederike Landau-Donnelly, Radboud University
In Kooperation mit dem Arbeitskreis Konstruktivistische Theorien der Politik der DVPW

Kulturpolitik ist von vielschichtigen, teils konkurrierenden Vorstellungen geprägt. Umstritten ist, was Kunst und Kultur überhaupt sind, welchen gesellschaftlichen Stellenwert sie einnehmen sollten, und inwiefern sie öffentlich gefördert werden sollten (oder nicht). Damit überschreitet Kulturpolitik die Grenzen von konkreten Förderinstrumenten und -entscheidungen. Kulturpolitik ist sowohl in politischen und bürokratischen Realisierungsprozessen, als auch in Repräsentations- und Rezeptionsformen von Konflikten durchzogen.

Mit dieser Konferenz widmen wir uns der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Konflikten im kulturpolitischen Spannungsfeldzwischen Öffentlichkeit, Markt und Staat. Dazu gehören unter anderem Fragestellungen zu Kulturpolitik und

  • Wissenschaft: Welche theoretischen, disziplinären bzw. methodologischen Zugänge braucht kulturpolitische Forschung? Wo liegen die Chancen undGrenzen sozial und politisch engagierter Kulturpolitikforschung?
  • Demokratieentwicklung: Was bedeutet (aktivistische) Kulturpolitik imHinblick auf Demokratieentwicklung? Gibt es einen strategischen Umgangmit Konflikten im Spannungsfeld zwischen Konflikt und Kooperation (bspw. durch künstlerische Interessensvertretungen, Verbände, Gewerkschaften, Kollektive etc.)?
  • Raum: In welchem Verhältnis steht Kulturpolitik zu Stadtentwicklung, z.B. hinsichtlich Gentrifizierung, dem Zentrum-Peripherie-Gefälle oder derNutzung und Erschaffung von Räumen von und für Kultur (Leerstand-/Zwischennutzung, Umwidmung post-industrieller Zonen, Räumefür interkulturelle Begegnungs- und Partizipationsformate)?
  • Ungleichheit: Wie sehen kulturpolitische Verteilungskonflikte aus? Mit welchen wesentlichen öffentlichen/kulturellen Konfliktfeldern abseits vonVerteilungskonflikten haben kulturpolitische Prozesse gerade im urbanen Raum Berührungspunkte, z.B. in Bezug auf Präsenz/Legitimation im öffentlichen Raum (Denkmäler etc.), symbolische/konkrete Grenzen und Zugang zu Infrastruktur, Fragen von Diversität und Intersektionalität? Wasfür eine Rolle spielen dabei Repräsentation und Vermittlung?

Die Tagung dient dem Austausch zu diesen und weiteren Fragen. Impulsvorträge aus den Bereichen Kulturpolitikforschung, Stadt- und Raumforschung, Urban Studies, Humangeographie, Politikwissenschaft/Politische Theorie, Kulturwissenschaft/Cultural Studies u.a. sollen Anregungen zur Diskussion geben und die Perspektiven auf Kulturpolitik(forschung) in Österreich und darüber hinaus erweitern. Dazu laden wir Forscher*innen und Kulturakteur*innen ein, sich mit eigenen Beiträgen zu einem der folgenden Themenschwerpunkte zu beteiligen:

  • Kulturpolitik als Arena der Stadtentwicklung
  • Kulturelle Konflikte im Stadtraum
  • Kulturpolitikforschung zwischen Theorie und Praxis
  • Kulturelle Produktion zwischen ökonomischer Verwertung und symbolischer Wertschätzung

Darüber hinaus laden wir dazu ein, auch ohne Beitrag als Diskutant*in an der Tagung teilzunehmen.

Projekt AGONART
Die Tagung findet im Rahmen des Forschungsprojekts „Agonistische Kulturpolitik (AGONART) – Fallstudien zur konfliktiven Transformation von Kulturstandorten“ (Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien) statt. Als transdisziplinärer Beitrag im Bereich der anwendungsorientiertensozialwissenschaftlichen Grundlagenforschung in Politikwissenschaft (mit Schwerpunkt auf Kulturpolitik) und politischer Theorie (mit Schwerpunkt auf Konflikttheorie und agonistischer Demokratietheorie) erstellt das Projekt einen Überblick über Steuerungsmechanismen sowie Konfliktlinien städtischer Kulturpolitik in Österreich. Analysen aus dem Projekt sollen im Zuge derTagung mit einem Fachpublikum geteilt und diskutiert werden.

Einladung zur Mitwirkung an einer Publikation
Die Teilnehmenden sind über die Tagungsbeiträge hinaus eingeladen, an einer zweisprachigen Publikation zu „Agonistischer Kulturpolitik – Agonistic Cultural Policy“ (Arbeitstitel) mitzuwirken. Nach der Konferenz im Januar 2022 soll ein hybrider Austausch zwischen Autor*innen und Herausgeber*innen entstehen, so dass Erkenntnisse der Tagung in die Beiträgemünden können. Die finalen Einreichungen für den Sammelband können eine Länge von max. 6.000 Wörtern haben und in englischer oder deutscher Spracheerfolgen. Je nach Länge des Produktionsprozesses streben wir eineVeröffentlichung des Sammelbandes im Herbst 2022 an.

Abstracts für die Tagungsbeiträge (max. 600 Wörter) können bis einschließlich 6. Dezember 2021 eingereicht werden. Zusendungen bitte an: anke.schad-spindler(at)univie.ac.at bzw. stefanie.fridrik(at)univie.ac.at. Auch bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden.

Deadline für die Einreichung der finalen, schriftlichen Beiträge: 30. April 2022

Wir streben an, dass die Tagung, sofern möglich, in Präsenz bzw. in hybrider Form abgehalten wird und halten Sie diesbezüglich auf dem Laufenden. Weitere Informationen zu Programm und Zeitplan erhalten Sie Mitte Dezember nach Ende der Einreichfrist.

Zum Call for Papers inkl. engl. Version (Pdf)