Manuel Lutz | Rezension |

Bretter, die die Welt bedeuten

Rezension zu „Comparative Approaches to Informal Housing Around the Globe“ von Udo Grashoff (Hg.)

Udo Grashoff (Hg.):
Comparative Approaches to Informal Housing Around the Globe
Großbritannien
London 2020: UCL Press
S. 286, £ 40,00
ISBN 9781787355231

Welchen Unterschied macht es, ob Menschen informell oder formell wohnen? Keinen, so der Geograf Alan Gilbert, der seit den 1970er-Jahren erforscht, wie in Südamerika die Wohnbedürfnisse armer Bevölkerungsgruppen erfüllt werden.[1] Wichtiger als die rechtliche Form sei immer die Sicherung menschenwürdigen Wohnens. Daher kritisiert er Programme zur Legalisierung informeller Siedlungen, die zynischerweise darauf hinauslaufen, dass rechtliche Anerkennung des eigenen Wohnraums nur erhält, wer sich zuvor verschuldet hat, um sein Land zu kaufen. Gilbert macht damit deutlich, dass sich hinter dem Begriff „informelles Wohnen“ komplexe Probleme verbergen. Um zu verstehen, was es bedeutet, dass mindestens ein Viertel der Weltbevölkerung informell wohnt, und warum sich das nicht ändert, gilt es diese Probleme zu entschlüsseln.

Dieser Herausforderung widmet sich der 2020 von Udo Grashoff herausgegebene Sammelband Comparative Approaches to Informal Housing around the Globe. Das Buch erweitert die wachsende Zahl von Publikationen, die Informalität als Schlüsselkonzept zum Verständnis der Urbanisierung begreifen, und setzt dabei thematische wie methodische Akzente. Während andere Bände zum Thema einen weiten Begriff urbaner Informalität zugrunde legen,[2] beschränken sich die Beiträge des vorliegenden Bandes dezidiert auf die Informalität des Wohnens. Sie fragen, wie Menschen Wohnraum finden, wo Kapital fehlt und das Recht versagt – und das eben nicht nur im globalen Süden. Eindrucksvoll zeigen die verschiedenen Beiträge zu Städten in West-, Ost- und Südeuropa, Zentralasien, dem Mittleren Osten, Südamerika, Afrika und Australien die weltweite Verbreitung des vermeintlich peripheren Phänomens informellen Wohnens.

Informelles Wohnen wird dabei nicht eng definiert, sondern als ein heuristischer Begriff verstanden, der drei zentrale Phänomene umfasst: informelle Siedlungen, Hausbesetzungen sowie nicht genehmigte bauliche Veränderungen an Gebäuden zu Wohnzwecken. Ziel des Buches ist es, Diskussionen über Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Formen informellen Wohnens durch systematische Vergleiche zu befördern. Die Klammer der insgesamt zwölf Kapitel ist somit kein gemeinsamer theoretischer Ansatz, sondern die Methode der vergleichenden Untersuchung. Der Sammelband folgt der Überzeugung, dass vergleichende Analysen von Informalität unverzichtbar seien,[3] um Differenzierungen zu ermöglichen, also westlich geprägte Sichtweisen zu dezentrieren, hartnäckige Mythen idealisierter respektive pathologisierter Informalität zu entkräftigen und irreführende Verallgemeinerungen zu vermeiden. In Abgrenzung zu anderen vergleichenden Ansätzen betont das Buch dabei die Stärken sogenannter „echter vergleichender Forschung“ (S. 16, vgl. Kap. 2), womit Vergleiche gemeint sind, die systematisch und konsequent zwei, drei oder mehr Fälle miteinander vergleichen.

Ausgangspunkt des Sammelbandes ist eine internationale Konferenz, die am 22. und 23. Juni 2017 an der School of Slavic and East European Studies am University College London (UCL) stattfand und Vertreter*innen verschiedener Disziplinen – Anthropologie, Geschichte, Geografie, Planung, Politikwissenschaft und Soziologie – sowie Aktivist*innen zusammenbrachte. In London wurde eine Forschungslücke geschlossen, indem erstmals Perspektiven, die informelles Wohnen als Überlebensnotwendigkeit oder Nutzenmaximierung untersuchen, auf Analysen politisch motivierter Hausbesetzungen trafen. Aus diesem anregenden Austausch resultierten Beiträge, die teilweise von Autor*innenteams geschrieben wurden, die schon vor der Konferenz zusammengearbeitet hatten (beispielsweise das Europäische Forschungsnetzwerk zu Hausbesetzungen SQUeK) oder erst in London damit begannen, ihre Forschungen miteinander zu vergleichen (Kap. 3, 4, 6 und 8).

Verschafft man sich einen ersten Überblick über die vielfältigen Inhalte des Bandes, wird deutlich, dass sich fast alle Beiträge entweder mit Hausbesetzungen oder informellen Siedlungen beschäftigen, ungenehmigte An- und Umbauten von Gebäuden jedoch mit einer Ausnahme (siehe unten) unterbelichtet bleiben. Im Kontext von Hausbesetzungen erwarten den/die Leser*in facettenreiche historische, geografische und politische Analysen. So geht es zum Beispiel um die politische Ökonomie ihrer staatlichen Tolerierung in Paris und Hongkong (Kap.3), den unterschiedlichen Umgang mit Hausbesetzungen in den politischen Systemen der DDR und der Niederlande (Kap. 4), den politischen Aktivismus im Spannungsfeld zwischen „Recht auf Stadt“ und „Recht auf Wohnen“ in Spanien und Brasilien (Kap. 6), die Durchsetzung von Forderungen nach Wohnraum nach dem Zweiten Weltkrieg in Großbritannien und Australien (Kap. 10) sowie um Hausbesetzungen rechtsextremer Akteure in Europa (Kap. 11). Beiträge zu informellen Siedlungen vergleichen, wie autoritäre und demokratische Regierungen in Kasachstan und Kirgisistan mit Informalität umgehen (Kap. 5), stellen stadtplanerische Qualitäten formeller Viertel (asfalto) informellen favelas in Rio de Janeiro gegenüber (Kap.7) oder ziehen Schlüsse aus der Gegenüberstellung informeller Siedlungen in Europa und Afrika (Kap. 9).

Die Vergleiche zeichnen sich durch ihre dichten empirischen Beschreibungen aus und erfüllen ihre Aufgabe, stereotype Annahmen zu widerlegen. Als hilfreich für den/die Leser*in erweist sich die wiederkehrende Strukturierung der meisten Beiträge: Auf eine Skizze des jeweiligen polit-ökonomischen Kontexts folgt stets eine Beschreibung der Motive der Akteure sowie ihrer Interaktionen mit den Behörden. Während die Autor*innen ihre jeweiligen Ergebnisse differenziert aufbereiten, stellt sich gleichwohl die Frage, welche generalisierbaren Erkenntnisse aus den verschiedenen Beiträgen gezogen werden können. Ein erster Anhaltspunkt ist dabei, dass rein repressive Reaktionen der Behörden eher die Ausnahme sind und informelles Wohnen in der Regel zum Gegenstand ungleicher Verhandlungen zwischen Behörden, Politik und Bewohner*innen oder Aktivist*innen wird. Erkennbar ist zudem, dass ein formal verankertes Recht auf Wohnraum, das nicht nur sozialistische, sondern auch einige kapitalistische Staaten formulieren, die Verhandlungsbereitschaft des Staates erhöht. In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, dass informelle Siedler*innen sich trotz ihrer gesellschaftlichen Stigmatisierung nicht als Gesetzesbrecher*innen oder Störer*innen der Ordnung verstehen, sondern eine gewisse „Sehnsucht nach Anerkennung durch den Staat“ an den Tag legen, wie Eliza Isabaeva schreibt (S. 103).

Die Debatte zur angeblichen Unregierbarkeit informellen Wohnens greifen zwei Kapitel auf. So argumentieren Alan Smart und Thomas Aguilera (Kap. 3), dass ein Staat auf sichtbares informelles Wohnen immer reagieren müsse, weshalb ein Vergleich zwischen Globalem Norden und Süden vor allem dann sinnvoll sei, wenn nicht nur die materiellen, ästhetisch-planerischen und rechtlichen Aspekte informellen Wohnens, sondern auch die Reaktionen der Politik in Form staatlicher Bearbeitung untersucht würden (S. 61). Darauf aufbauend entwickeln sie eine Typologie der Tolerierung, die zwischen ökonomischem Profit, staatlicher Nützlichkeit und ambivalenter Legitimation unterscheidet. Die aktive Rolle des Staates betonen auch Rachelle Alterman und Ines Calor (Kap. 8), indem sie die Legitimität informellen Wohnens im Globalen Norden diskutieren. Als einziges Kapitel nimmt ihr Beitrag die wohl verbreitetste Form informellen Wohnens in den Blick: ungenehmigte An- und Umbauten von Gebäuden. Anhand empirischer und fiktiver Beispiele aus dem Mittelmeerraum veranschaulichen sie verschiedene Dilemmata der Planung, die sich einerseits dem Menschenrecht auf Wohnen verpflichtet sieht, aber zugleich den Anspruch verfolgt, allgemeingültige Regeln und Standards der Raumnutzung einzuhalten. Die beiden Autorinnen hinterfragen einerseits die latente Affirmation informellen Wohnens – ist beispielsweise Steuerhinterziehung legitim, wenn wir sie informell nennen? –, aber wissen auch, dass der gemeinwohlorientierte Staat oft nur ein Ideal und nicht die Regel ist. Im Bewusstsein dieser Realität entwickeln sie den Begriff der Nichtbefolgung (non-compliance), um für den Globalen Norden aus planerischer Sicht legitime Gründe für die Anerkennung formal illegalen Wohnens zu identifizieren. Beide Kapitel verdeutlichen das Potenzial vergleichender Untersuchungen, da sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Varianten informellen Wohnens nicht nur beschreiben, sondern den analytischen Mehrwert ihres Vergleichs explizit machen.

Obwohl der Sammelband seinen Anspruch erfüllt, eine vielfältige Auswahl vergleichender Ansätze zu präsentieren, soll an dieser Stelle auch erwähnt werden, was er nicht leistet. Während er Expert*innen vertiefende Einblicke in das Thema bietet, eignet er sich eher nicht für Einsteiger*innen. Dies liegt vor allem daran, dass das Buch seinen Gegenstand nicht definiert – oder kritisch diskutiert. Zwar ermöglicht das zugrundeliegende heuristische Verständnis informellen Wohnens (Fußnote auf S. 1) die dargestellte thematische wie geografische Vielfalt. Gleichzeitig entstehen dadurch jedoch folgenreiche begriffliche Unklarheiten, die durchaus symptomatisch für die wissenschaftliche Debatte sind, in die sich der Band einschaltet. So werden mit dem Begriff „squatter“ sowohl Hausbesetzer*innen als auch Bewohner*innen informeller Siedlungen bezeichnet, wobei auffällt, dass häufiger von illegalem als von informellem Wohnen die Rede ist. Der pragmatische, explorative Ansatz des Sammelbandes kommt daher eben jener affirmativen Beschreibung informellen Wohnens nahe, die er explizit zu vermeiden sucht (S. 16). Im Vergleich zum populären und vermutlich dem Marketing des Buches zuträglichen Label „informell“ scheint mir der ursprüngliche Titel der Konferenz „Comparative Approaches to Illegal Housing across the Globe“ den Gegenstand des Sammelbandes besser zu treffen.

Die Notwendigkeit der kritischen Reflexion des Informalitätsbegriffs wird zwar an einigen Stellen angesprochen (Kap. 8), aber überwiegend auf individuelle Handlungsweisen bezogen. Der Fokus auf Subjekte, also Menschen, die ihre Grundbedürfnisse gegen die Regulierung und Parzellierung des abstrakten Raumes, wie es Henri Lefebvre nennen würde, verteidigen, schlägt sich dann nieder in der selten expliziten (Kap. 6 und 7), oft aber nur impliziten emanzipatorischen Aufladung des informellen Wohnens. Deutlich wird damit aber, dass Informalität erstens kein rein deskriptiver Begriff sein kann und zweitens nur im Verhältnis zum institutionalisierten System bestimmbar ist. Wenn der Herausgeber abschließend folgert, der Sammelband zeige, dass informelles Wohnen sowohl Problem als auch Lösung sein kann (S. 241), dann erfordert eine Klärung dieser Frage eine normative Auseinandersetzung mit dem Staat, der die Unterschiede zwischen legal-illegal, formal-informell, legitim-illegitim bestimmt.

Es ist das Verdienst des vorliegenden Bandes, empirisch fundierte Vergleiche zu präsentieren und zu einer differenzierten Sicht auf informelles Wohnen beizutragen. Der vermeintlich exklusive Vorteil „echter Vergleiche“ (S. 16) erschließt sich dabei jedoch nicht. Diese zentrale methodische Klammer wird über die Einleitung hinaus nicht kritisch reflektiert, wodurch offenbleibt, welche Erkenntnisgewinne, aber auch Risiken „echte Vergleiche“ mit sich bringen. Mit seinen vielfältigen globalen Beispielen veranschaulicht der Band vielmehr das noch unausgeschöpfte Potenzial vergleichender Ansätze, die bewusst über den starren Vergleich weniger, auf den ersten Blick vergleichbarer Fallbeispiele hinausgehen.[4] Statt eine vertraute Ähnlichkeit zu suggerieren, könnten offenere Vergleiche beispielsweise „Dritte-Welt Fragen“ an Städte der „Ersten Welt“ stellen und so die Beiträge daraufhin befragen, wie Informalität als Brauchbarkeit von Illegalität im Sinne Luhmanns sowohl top-down als auch bottom-up ausgehandelt wird. Ein relationales Verständnis, das den Staat als Produzent von Informalität explizit mitdenkt, würde so nicht nur die Ambiguität von Informalität betonen,[5] sondern auch die charakteristische Vielschichtigkeit informellen Wohnens aufgreifen, das immer selektiv problematisiert und mal toleriert, mal unterdrückt wird. Eine erweiterte vergleichende Perspektive könnte die weltweite Persistenz informeller Siedlungen, die keine Anomalie, sondern populäre Urbanität[6] darstellen, fokussieren und damit den Blick dafür schärfen, wie informelles Wohnen sich in postwohlfahrtsstaatlicher Wohnversorgung[7] oder in Selbsthilfeunterkünften Wohnungsloser manifestiert.[8] In diesem Sinne kann Alan Gilbert verstanden werden, wenn er sagt, Vergleiche schaffen Verwirrung, aber kreative Verwirrung, die uns auffordere, besser zu forschen (S. 34). Für solche weitergehenden Analysen informellen Wohnens als Prozess und Ergebnis globaler Urbanisierung bietet der Sammelband einen fundierten Ausgangspunkt.

  1. Alan Gilbert, „Love in the Time of Enhanced Capital Flows: Reflections on the Links between Liberalization and Informality“, in: Ananya Roy / Nezar AlSayyad (Hg.), Urban Informality. Transnational Perspectives from the Middle East, Latin America, and South Asia, Washington D.C. 2004, S. 33–67, hier S. 58.
  2. Vgl. Ananya Roy / Nezar AlSayyad (Hg.), Urban Informality; Colin McFarlane / Michael Waibel (Hg.), Urban Informalities: Reflections on the Formal and Informal, London 2012; Vinit Mukhija / Anastasia Loukaitou-Sideris (Hg.), The Informal American City. Beyond Taco Trucks and Day Labor, Cambridge, MA 2014.
  3. Zum Beispiel Christian Haid / Hanna Hilbrandt, „Urban Informality and the State: Geographical Translations and Conceptual Alliances“, in: International Journal of Urban and Regional Research 43 (2019), 3, S. 551–562.
  4. Ananya Roy, „Paradigms Of Propertied Citizenship“, in: Urban Affairs Review 38 (2003), 4, S. 463–491; Dies., „Slumdog Cities: Rethinking Subaltern Urbanism“, in: International Journal of Urban and Regional Research 35 (2011), 2, S. 223–238; Jennifer Robinson, „Cities in a World of Cities: The Comparative Gesture“, in: International Journal of Urban and Regional Research 35 (2010), 1, S. 1–23.
  5. Vgl. Nicola Banks / Melanie Lombard / Diana Mitlin, „Urban Informality as a Site of Critical Analysis“, in: The Journal of Development Studies 56 (2020), 2, S. 223–238; Silvia Pasquetti / Giovanni Picker, „Urban Informality and Confinement: Toward a Relational Framework“, in: International Sociology 32 (2017), 4, S. 532–544; Peter Herrle / Josefine Fokdal, „Beyond the Urban Informality Discourse: Negotiating Power, Legitimacy and Resources“, in: Geographische Zeitschrift 99 (2011), 1, S. 3–15.
  6. Monika Streule / Ozan Karaman / Lindsay Sawyer / Christian Schmid, „Popular Urbanization: Conceptualizing Urbanization Processes Beyond Informality“, in: International Journal of Urban and Regional Research 44 (2020), 4, S. 652–672.
  7. Robert P. Fairbanks, How It Works: Recovering Citizens in Post-Welfare Philadelphia, Chicago, IL 2009.
  8. Manuel Lutz, „Informelles Wohnen in Deutschland und den USA“, in: RaumPlanung 178 (2015), 2, S. 18–24.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Jakob Borchers.

Kategorien: Globalisierung / Weltgesellschaft Stadt / Raum

Manuel Lutz

Manuel Lutz hat Raumplanung studiert und am John.-F.-Kennedy Institut der FU Berlin in Politikwissenschaft promoviert. Er ist akademischer Mitarbeiter am Institut für angewandte Forschung Urbane Zukunft der FH Potsdam. Interessiert an sozialer Raumproduktion, Theorien der Planung und hegemonietheoretischen Policy-Analysen erkundet seine Forschung den Wandel des Wohnens im Kontext der Restrukturierung von Stadt und Wohlfahrtstaat.

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