Frantz Fanon | Essay |

Brief an die afrikanische Jugend

Beim folgenden Text handelt es sich um einen leicht gekürzten Auszug aus Frantz Fanons „Lettre à la Jeunesse française“. Veröffentlicht wurde der Text am 24. Mai 1958, während der Hochphase der gesamtafrikanischen Dekolonisierungsbewegung, in der vom algerischen Front de libération nationale gegründeten Zeitung El Moudjahid. Neben seinen zahlreichen und vielfältigen Tätigkeiten unterstützte Fanon deren Arbeit von Tunis aus als Redakteur und regelmäßiger Beiträger. Die deutsche Übersetzung von Einar Schlereth erschien 1971 im MÄRZ Verlag in dem Band „Für eine afrikanische Revolution: Politische Schriften“. Im Zuge der Neugründung des Verlags erscheint im Frühjahr 2022 eine Wiederauflage dieses Klassikers der politischen Literatur des vergangenen Jahrhunderts. Wir danken dem MÄRZ Verlag für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieses Vorabdrucks. – Die Redaktion.

Das algerische Volk führt seit vier Jahren einen äußerst harten Kampf gegen den französischen Kolonialismus. Ihr kennt sehr wohl die kolossalen Anstrengungen, die Frankreich in Algerien unternommen hat, um seine Herrschaft aufrechtzuerhalten. Und ihr wisst, dass die FLN, die unseren Kampf führt, der französischen Wiedereroberung von Anfang an einen erbitterten Widerstand entgegengesetzt hat.

Wir haben uns schon öfter an die Kolonialländer im Allgemeinen gewandt, und es erschien uns immer sehr wichtig, das Scheitern gewisser Absichten und das Auftreten völlig neuer Thesen anzuzeigen.

Seit drei Jahren werden wir nicht müde zu sagen, dass zwar das französische Kolonialsystem durch die Befreiung Indochinas, Tunesiens und Marokkos einen Schlag erlitten und seine innere Struktur ins Wanken gebracht hat, man sich aber keine Illusionen machen dürfe, dass das Ungeheuer noch außerordentlich robust ist.

Seit fünfzehn Jahren werden die Stürme in der Kolonialwelt immer gewaltsamer und das rissig gewordene Gebäude ist im Begriff zusammenzustürzen. Heute streitet niemand mehr ab, dass die Liquidierung des Kolonialismus nicht ein spezifisches Kennzeichen der Nachkriegszeit wäre. Dieser historische Prozess, entstanden aus den dem kapitalistischen System inhärenten Widersprüchen und dynamisiert durch den nationalen Willen der unterdrückten Völker, bringt die Geburt unabhängiger Staaten mit sich.

Ganz allgemein haben sich die kolonisierten Völker in jeder dieser Bewegungen wiedererkannt, in jeder der Revolutionen, die von den Unterdrückten begonnen und durchgeführt wurden. Aber über die notwendige Solidarität mit den Menschen hinaus, die auf der ganzen Welt für Demokratie und die Anerkennung ihrer Rechte kämpfen, zwang sich mit Vehemenz der kolonialisierten Völker der feste Wille, für sich und ihre Brüder auf Anerkennung ihrer nationalen Existenz zu pochen, ihrer Existenz als Mitglieder eines unabhängigen, freien und souveränen Staates.

Seit mehreren Jahren wirft die Weltgeschichte, die Geschichte des Kampfes der Menschen um ihre Würde, für die Völker bestimmte Probleme auf. Die von fremden Nationen geknechteten und unterdrückten Menschen werden insgesamt aufgefordert, am Werk der Zerstörung des kolonialen Systems bedingungslos teilzunehmen. […]

Die Aufgabe jedes Kolonisierten ist seit zehn Jahren fest umrissen: auf nationaler Ebene das kolonialistische Gebäude unterminieren und auf positive Art und Weise die Kämpfe der kolonialisierten Völker unterstützen.

Der Befreiungskrieg des algerischen Volkes hat den Bazillus ausgestreut und hat die Fäulnis des Systems auf einen solchen Punkt getrieben, dass für alle Beobachter offensichtlich geworden ist, dass daraus eine globale Krise entstehen muss. In Voraussicht dieser möglichen Veränderung, dieses allgemeinen weltweiten In-Frage-Stellens, haben wir uns zu wiederholten Malen an eure Vertreter im französischen Parlament und an eure Gewerkschaftsführer gewandt.

Alle Tendenzen, die darauf zielen, sich selbst auszudrücken in Übereinstimmung mit der eigenen Geschichte, der eigenen Tradition und gebunden an die eigentliche Kraft seines Bodens, werden eingeengt, verunmöglicht, zerschlagen.

Seit drei Jahren haben wir sie immer wieder dazu aufgefordert, das kolonialistische Ungeheuer in die Enge zu treiben, es zu zwingen, seinen Würgegriff zu lockern; seit drei Jahren haben wir euren Vertretern immer wieder erklärt und auseinandergesetzt, dass es notwendig ist, ihre Anstrengungen aufeinander abzustimmen und das französische Imperium zu sprengen, zumal das algerische Volk auf seinem Territorium einen offenen, großartigen und schwierigen Krieg führte.

Der Wahrheit halber müssen wir euch sagen, dass fast alle eure Vertreter, in einem Mythos befangen, Resultat eines schwerwiegenden Entfremdungsphänomens, allen unseren Schritten immer wieder die Rücksicht vor der französischen republikanischen Legalität entgegengehalten haben.

Nur scheint es aber, dass wir zumindest drei Punkte gemein haben. Zuerst einmal sind unsere jeweiligen Nationen militärisch besetzt, ökonomisch ausgebeutet und kulturell zum Schweigen gebracht, seitdem über ihnen die Trikolore weht. Alle Tendenzen, die darauf zielen, sich selbst auszudrücken in Übereinstimmung mit der eigenen Geschichte, der eigenen Tradition und gebunden an die eigentliche Kraft seines Bodens, werden eingeengt, verunmöglicht, zerschlagen.

Die Politik des Kolonialpaktes, die der multidimensionalen Aus­beutung der Territorien der „Französischen Union“[1] zugrunde liegt, bestimmt unseren zweiten gemeinsamen Punkt. Es reicht nicht aus, zu sagen, dass Frankreich unseren nationalen Boden besetzt hat, sondern es hat sich dort auf ungezwungenste Art und Weise ein­gerichtet und hat sich nicht gescheut, eine vollständige Gesetzgebung auszuarbeiten, einen vollständigen Code, der nichts anderes bezweckt, als zum Wohle der französischen Ordnung unser nationales Wesen auszulöschen.

Der Wille zur Unabhängigkeit, die einzig richtige Antwort auf die Kolonisation ist der dritte Punkt, der allen durch Frankreich unter­drückten Völkern gemeinsam ist. Wenn wir uns an die Kolonialvölker und besonders an die afrikanischen Völker wenden, so einmal deshalb, weil wir uns beeilen müssen, ein Afrika zu bauen, das sich selbstverwirklicht zum Ausdruck bringt, um die Welt der Menschen zu bereichern und auch selbst aus den Reichtümern der Welt schöpfen zu können. Zum andern, weil das einzige Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, darin besteht, das Rückgrat des Kolonialismus zu brechen, wie irrsinnig, unbeugsam und barbarisch er auch sein mag.

Gegenwärtig sind alle Befreiungsbewegungen der Kolonialvölker, welches auch ihre Mutternationen sein mögen, von der Existenz des französischen Kolonialismus betroffen.

Das „Französische Imperium“, seiner Ausdehnung wegen, erfreut sich heute noch eines gewissen Prestiges und einer offensichtlichen Stabilität. Die Hartnäckigkeit des französischen Kolonialismus, seine Geringschätzung der internationalen Moral, seine umwerfende Barbarei wiegen die anderen kolonialistischen Länder in Sicherheit.

Fanons afrikanische Phase. Szene aus: Frédéric Ciriez / Romain Lamy, Frantz Fanon, Hamburg 2021, S. 198.
Fanons afrikanische Phase. Szene aus: Frédéric Ciriez / Romain Lamy, Frantz Fanon, Hamburg: Hamburger Edition 2021, S. 198, © Editions La Découverte 2020.

Jugend der Kolonialländer! Ihr müsst wissen, dass die Zukunft eurer nationalen Existenz, die Sache eurer Freiheit und eurer Unabhängigkeit gegenwärtig in Algerien auf dem Spiel stehen.

Es ist nicht wahr, wie gewisse Kolonial-„Parlamentarier“, die im französischen Parlament sitzen, behauptet haben, dass der Krieg in Algerien den Prozess der Entkolonisierung beschleunigt und dass es folglich genügt, auf parlamentarischer Ebene die Schwierigkeiten des französischen Kolonialismus auszunutzen.

Es ist wahr, dass das Rahmengesetz, das unter dem Druck des Krieges in Algerien verabschiedet wurde, eine Lockerung des Griffs um die afrikanischen Länder herbeigeführt hat, aber wir glauben, dass es schwerwiegende Folgen hätte, dieser „Evolution“ eine ernst­hafte Bedeutung beizumessen.

Die Kolonialländer wollen keineswegs eine „schöne Geste“ des Herrn, sondern auf das Bestimmte den Tod dieses Herrn. Außerdem, selbst im Rahmen einer solchen Evolution, trifft man häufig auf den „bösen Willen“ der französischen Beamten, ihre Anwandlungen übler Laune gegenüber dem kleinen Stück Freiheit, das den [„Nègres“] gegeben wurde, ihre Wut angesichts dieses Angriffs auf die Suprematie des Weißen. Und nicht zu übersehen die Komik, wenn gewisse Kolonialparlamentarier, mit der Abberufung von französischen Beamten drohen, die dem Rahmengesetz feindlich gesinnt sind.

Eine richtige Analyse des französischen Kolonialismus nach vier Jahren Krieg in Algerien hätte diese Parlamentarier dazu bringen müssen, diesen „bösen Willen“ weniger als individuelle Tat zu betrachten, vielmehr als Ausdruck eines Kolonialismus, dessen Positionen noch sehr fest sind und als Zeichen, dass Frankreich jederzeit bereit ist, jedwede Evolution der Kolonialländer und jedweden Anschlag auf den Kolonialpakt zu unterbinden.

Was heute in Frankreich und Algerien geschieht, ist ebenso wie der „böse Wille“ der Beamten oder der Siedler Teil ein und desselben Prozesses.

Jugend der Kolonialländer! Seit vier Jahren werden wir nicht müde, denen, die im französischen Parlament sitzen, immer wieder zu sagen, dass der französische Kolonialismus nicht das Objekt irgendeiner magischen Operation werden kann und dass es eitel wäre, von ihm ein allmähliches Verschwinden zu erhoffen.

Die Zukunft wird unerbittlich mit jenen Leuten verfahren, die sich des außerordentlichen Privilegiums erfreuen, ihren Unterdrückern Worte der Wahrheit sagen zu können, die aber eine Haltung der Ruhe, stummer Indifferenz und zuweilen kaltblütiger Komplizität einnehmen.

Die Kolonialländer wollen keine „schöne Geste“ des Herrn.

Herr Houphouët-Boigny, afrikanischer Abgeordneter und Präsi­dent der Elfenbeinküste, gab vor einigen Tagen der Presse ein Interview.[2] Nach absurden Betrachtungen über die beabsichtigte Evolu­tion eines Afrika unter der Fahne der Trikolore, gelangte er zur algerischen Frage und zögerte nicht zu verkünden, dass Algerien im Rahmen Frankreichs bleiben muss.

Dieser Herr hat sich seit mehr als drei Jahren zum Strohmann des französischen Kolonialismus gemacht. Da er in allen Regierungen saß, hat Herren Houphouët-Boigny direkt die in Algerien praktizierte Ausrottungspolitik gebilligt.

Zu seiner Rechten Herr Lacoste und zu seiner Linken die Herren Morice oder Chaban-Delmas hat Herr Houphouet-Boigny auf unverzeihliche Weise eine Politik gutgeheißen, die die algerische Nation in Trauer hüllte und die Entwicklung unseres Landes um Jahre hinausschob.

Herr Houphouët-Boigny hat sich zum Handlungsreisenden des französischen Kolonialismus gemacht und er hat sich nicht gescheut, auch in den Vereinten Nationen die französische These zu vertreten.

Herr Houphouët-Boigny ist Doktor der Medizin. Er war Gesundheitsminister unter Monsieur Gaillard. Unter seiner Regierung gab es ein Sakiet Sidi Youssef.[3] Dort wurden die Ambulanzen des Internationalen Roten Kreuzes mit Maschinengewehrfeuer belegt, bombardiert, ausgeräumt. Dutzende Frauen und Kinder wurden durch die Feuerstöße der französischen Luftwaffe regelrecht halbiert.

Weder der Afrikaner Houphouët-Boigny noch der Doktor der Medizin Houphouët-Boigny haben sich gescheut, diese Barbarei zu rechtfertigen und sich mit den französischen Militärs solidarisch zu erklären. Monsieur Houphouët-Boigny, als guter Minister der französischen Republik, meinte es für seine Pflicht zu halten, Sakiet gutzuheißen, die tapfere französische Armee zu beglückwünschen und mit seinem ganzen ministeriellen Gewicht die Pressionen auf die tunesische Regierung zu unterstützen.

In den besten Zeiten des französischen Imperialismus konnte es für den Kolonisierten so etwas wie eine Ehre sein, in die französische Regierung aufgenommen zu werden. Diese Ehre ohne Verantwortung, ohne Risiko, diese kindliche Selbstgefälligkeit, Minister oder Staatssekretär zu sein, konnten notfalls verziehen werden. Seit zehn Jahren jedoch ist es völlig unerträglich und unannehmbar geworden, dass Afrikaner in der Regierung desjenigen Landes, das sie beherrscht, sitzen.

Jeder Kolonisierte, der heute einen Regierungssitz annimmt, muss ganz klar wissen, dass er früher oder später eine Politik der Repression, der Massaker und kollektiver Ermordungen in irgendeinem Winkel des „Französischen Imperiums“ wird gutheißen müssen. Wenn ein Kolonisierter wie Herr Houphouët-Boigny den Rassismus der Siedler, das Elend seines Volkes, die schamlose Ausbeutung seines Landes vergisst und imstande ist, nicht an dem Befreiungsaufschwung teilzunehmen, der die unterdrückten Völker ergreift, und wenn in seinem Namen den Bigeards und den Massus[4] alle Vollmachten gegeben werden, dürfen wir nicht zögern, zu sagen, dass es sich hier um Verrat handelt, um Komplizentum und Aufforderung zum Mord.

Seit zehn Jahren ist es völlig unerträglich und unannehmbar geworden, dass Afrikaner in der Regierung desjenigen Landes sitzen, das sie beherrscht. Jeder Kolonisierte, der heute einen Regierungssitz annimmt, muss ganz klar wissen, dass er früher oder später eine Politik der Repression, der Massaker und kollektiver Ermordungen in irgendeinem Winkel des „Französischen Imperiums“ wird gutheißen müssen.

Jugend Afrikas, von Madagaskar,[5] von den Antillen, die Soldaten aus euren Heimatländern, die gewaltsam in die französische Armee getrieben wurden, sind mit Begeisterung in die Reihen der Algeri­schen Nationalen Befreiungsbewegung eingetreten. Heute stehen sie Seite an Seite mit den algerischen Patrioten in einem heroischen Kampf gegen den gemeinsamen Feind.

Die FLN, die den Kampf des algerischen Volkes führt, wendet sich an euch und fordert euch auf, eure Parlamentarier unter Druck zu setzen und sie zu zwingen, das französische Parlament zu verlassen.

Die Stunde ist gekommen, für alle Kolonialvölker, aktiv an der Zerschlagung der französischen Kolonialisten teilzunehmen.

Ihr alle, wo ihr euch auch befindet, müsst wissen, dass für uns alle der Moment gekommen ist, unsere Kräfte zu vereinigen und dem französischen Imperialismus den Gnadenstoß zu versetzen.

Afrikanische Jugend! Madagassische Jugend! Jugend der Antillen! Wir alle zusammen müssen das Grab schaufeln, in das der Kolonialismus definitiv hinabsinken wird.

Aus dem Französischen von Einar Schlereth.

Copyright der deutschen Übersetzung: © 2021 März Verlag GmbH, Berlin.
Copyright des Originals: © Editions François Maspero, Paris, 1964. © Editions La Découverte, Paris, 2006.

  1. Anm. d. Red.: Die „Union Française“ wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ziel gegründet, das französische Kolonialreich nach dem Vorbild des britischen Commonwealth of Nations umzugestalten. Charles de Gaulle versprach einen humaneren Kolonialismus, schloss aber jede politische Unabhängigkeit der Kolonialgebiete, Übersee-Départements und Protektorate kategorisch aus. Die Organisation wurde bereits 1958 wieder aufgelöst und in die „Communauté française“ überführt, die jedoch bis 1995 Bestand hatte.
  2. Anm. d. Red.: Félix Houphouët-Boigny (1905–1993) war ein ivorischer Arzt und Politiker, Abgeordneter der französischen Nationalversammlung und während der Vierten Republik mehrfach Minister, zuletzt unter De Gaulle. Ungeachtet der Warnungen Fanons vor seiner mangelnden Eignung und Integrität wurde er 1960 zum ersten Staatspräsidenten der Elfenbeinküste gewählt und blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1993 im Amt.
  3. Anm. d. Red.: Sakiet Sidi Youssef liegt an der algerischen Grenze im Nordwesten Tunesiens. Am 8. Februar 1958 wurde der kleine Grenzort Ziel eines Luftangriffs der französischen Armee, bei dem über siebzig Menschen starben und über hundert Personen verletzt wurden. Eine Woche nach dem Ereignis erschien in der Zeitung El Moujdahid Fanons Text „Le sang maghrébin ne coulera en vain“, der später in den gleichen Band wie der hier veröffentlichte „Brief an die afrikanische Jugend“ aufgenommen wurde. Die große mediale Aufmerksamkeit für die völkerrechtswidrigen Handlungen der französischen Truppen trugen dazu bei, dass sich Teile der internationalen Öffentlichkeit deutlicher als zuvor oder sogar erstmals mit der algerischen Seite solidarisierten.
  4. Anm. d. Red.: Marcel Bigeard (1916–2010) war als französischer Offizier am Zweiten Weltkrieg, am Indochinakrieg und am Algerienkrieg beteiligt. Unter dem Kommando des Generals Jacques Massu (1908–2002) war er zahlreichen Zeugenaussagen zufolge in Algerien für Folter und Erschießungen verantwortlich. Die plausibel dokumentierten Vorwürfe stritt der später hochdekorierte General bis zu seinem Lebensende ab.
  5. Anm. d. Red.: Der madagassische Kampf um Unabhängigkeit gegen die Kolonialmacht Frankreich war besonders blutig. Im Zuge der Jahre anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen aufständischen Rebellen und französischen Besatzungstruppen verloren schätzungsweise 90000 Madagass*innen ihr Leben. Wie zahlreiche andere Nationen des Kontinents erlangte der Inselstaat im sogenannten „afrikanischen Jahr“ 1960 seine offizielle Unabhängigkeit.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Samir Sellami.

Kategorien: Familie / Jugend / Alter Kolonialismus / Postkolonialismus Rassismus / Diskriminierung Sozialer Wandel Zivilgesellschaft / Soziale Bewegungen

Gezeichnetes Porträtbild von Frantz Fanon mit schwarzer Sonnenbrille

Frantz Fanon

Dr. Frantz Fanon (1925–1961) war ein martinikanischer Schriftsteller, Soziologe, Redakteur, Politiker und revolutionärer Psychiater.

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