Lukas Potsch | Rezension |

Der Intellektuelle als Scharnier

Rezension zu „Intellektuelle in ihrer Zeit. Geistesarbeiter und Geistesgeschichte im 20. Jahrhundert“ von Alexander Gallus

Alexander Gallus:
Intellektuelle in ihrer Zeit. Geistesarbeiter und Geistesgeschichte im 20. Jahrhundert
Deutschland
Hamburg 2022: Europäische Verlagsanstalt
247 S., 22,00 EUR
ISBN 978-3-86393-140-7

[D]ie typische Illusion des Intellektuellen“, so Pierre Bourdieu, ist „zu glauben, er habe keine Illusionen“.[1] Der Glaube an das eigene Freischweben,[2] die vermeintliche Losgelöstheit von den gesellschaftlichen Tatsachen, lässt den Intellektuellen Gefahr laufen, zu sehr von seinen eigenen Einsichten und seinem Anspruch, gesellschaftlichen Veränderungen den Weg zu weisen, eingenommen zu sein. Laut Bourdieu komme der Soziologie daher die Aufgabe zu, die „stillschweigenden“ sozialen Voraussetzungen und Grenzen des Intellektuellen aufzuzeigen und sie an die gesellschaftliche Realität rückzubinden.[3] Die Entzauberung des Intellektuellen ist aber nicht nur Aufgabe der Soziologie. Wie Alexander Gallus in Intellektuelle in ihrer Zeit zeigt, kann auch eine um die Figur des Intellektuellen zentrierte Ideengeschichte dazu beitragen, die selbsterzählten „Heldengeschichte[n]“ (S. 19) der Intellektuellen zu entzaubern.

Bevor dieses Programm dargestellt werden soll, sei zunächst auf einen Wermutstropfen hingewiesen: Bei Gallus’ Buch handelt es sich um eine Sammlung von größtenteils bereits veröffentlichten Texten, deren Publikation teilweise erst kurze Zeit zurückliegt. In der Verlagsankündigung findet dieser Umstand keine Erwähnung. Viele der im Buch präsentierten Überlegungen sind also bekannt und überdies gut zugänglich. Solches Text-Recycling dürfte zwar eine jener intellektueller Praktiken sein, für die Gallus' „renovierte[], neue Ideengeschichte“ (S. 20) sensibilisiert, indem sie auch die Materialität des Denkens sowie Medien und Öffentlichkeit als „Wirkungsräume“ (S. 64) in den Blick nimmt. Ob sich zum Beispiel aber, wie es in Intellektuelle in ihrer Zeit der Fall ist, auch der Wiederabdruck von Rezensionen für die Darstellung einer methodisch-programmatischen Position eignet, ist allerdings fraglich.

Die Anordnung der Beiträge im Band ist jedoch durchaus nachvollziehbar und sinnvoll. Sie führt von methodischen über disziplinäre Fragen zu konkreten Untersuchungen (deutscher) Intellektueller des 20. Jahrhunderts. Die ersten drei Kapitel sind methodischer Natur und stellen eine an der Figur des Intellektuellen orientierte Ideengeschichtsschreibung vor, bei der nicht, wie in der klassischen Dogmen-, Geistes- oder Philosophiegeschichte, „ewige Weisheiten im Zentrum“ stehen, sondern „die Dynamik und die Konflikthaftigkeit politischer Deutungskämpfe“ (S. 63). Die Kapitel vier und fünf versuchen eine solche Ideengeschichte in den Fachdisziplinen Politikwissenschaft und (Zeit-)Geschichte zu verorten. Das sechste Kapitel stellt der Charakterisierung des 20. Jahrhunderts als Zeitalter der Ideologien die Kategorie der Technokratie an die Seite und zeigt so exemplarisch den Nutzen einer solchen „Intellectual History mit Intellektuellen“ (S. 21). Bei Kapitel sieben und acht handelt es sich jeweils um Rezensionen von Büchern, die die unterschiedlichen Positionen von Intellektuellen des 20. Jahrhunderts zu den Themen Demokratie und Extremismus darstellen. Die letzten drei Kapitel widmen sich den Herausforderungen und Chancen, die eine Intellektuellen-Geschichte der Weimarer Republik, der BRD und der DDR mit sich bringt.

Im Folgenden möchte ich mich drei Aspekten widmen, die das Buch von Gallus trotz seiner fragwürdigen kompilatorischen Anlage lesenswert machen: Erstens Gallus’ methodische Überlegungen, zweitens seine Bestimmung dessen, was einen Intellektuellen eigentlich auszeichnet, und drittens der Mehrwehrt, den eine Ideengeschichte in Gallus’ Sinne für das Verständnis der Gegenwart hat.

Unmittelbar zu Beginn greift Gallus den oft gegen die Ideengeschichte erhobenen Vorwurf auf, „angestaubt und altmodisch zu sein, sich mit Gedankenspielen schönerer Welten im Geiste zu befassen, statt den Realitäten menschlicher Existenz ins Auge zu sehen“ (S. 7). Insbesondere durch die „Versozialwissenschaftlichung“ (Wilhelm Bleek; vgl. S. 7, 55, 67) von Geschichts- und Politikwissenschaft in den 1960er- und 1970er-Jahren seien Ideen sowie deren „Produzenten und Protagonisten“,[4] ergo: die Intellektuellen, zu Symptomen tieferliegender (ökonomischer) Prozesse degradiert worden und damit aus dem Blick der Forschung geraten. Erst theoretische und methodische Innovationen wie sie von Michel Foucaults Diskursanalyse, der insbesondere von Reinhart Koselleck geprägten Begriffsgeschichte sowie der sogenannten „Cambridge School“ – einer Reihe von Autoren, die theoretische Texte primär aus dem historischen Kontext, in dem sie entstanden, interpretieren – ausgingen, trugen, so Gallus, aber dazu bei, ein neues Interesse an Ideen zu etablieren, das bis heute anhält.[5]

Insbesondere Quentin Skinner, der als einer der Begründer der Cambridge School gilt, wird von Gallus als der „vielleicht bedeutendsten Ideenhistoriker unserer Zeit“ (S. 32) gewürdigt, der die „Erneuerung der Ideengeschichte“ (S. 7) entscheidend vorangetrieben habe. In seinem epochemachenden Aufsatz „Meaning and Understanding in the History of Ideas“ griff der junge Skinner nicht nur Größen der damaligen Ideengeschichtsschreibung wie Arthur O. Lovejoy und Leo Strauss an, indem er ihren Umgang mit vergangenem Denken als teleologisch und anachronistisch kritisierte. Er legte auch seinen eigenen, kontextualistischen Ansatz dar, demzufolge Texte als Sprechakte zu verstehen seien. Um die Handlung, die ein Text darstellt, zu verstehen, gelte es daher den konkreten politischen Kontext zu rekonstruieren, in den er intervenierte.[6] Skinner holte damit die vermeintlich überzeitlichen Ideen vom Himmel auf den Boden der umkämpfen politischen Tatsachen zurück. Anders als die Diskurs- und Begriffsgeschichte relativiert Skinner zwar die Rolle des Autors, indem er ihn und sein Schaffen kontextualisiert; er erklärt ihn aber nicht für tot. Der Autor bleibt ein Akteur, der verändernd in den Diskurs eingreift. Dieser Ansatz sei also nicht nur für eine Perspektive, die an der Figur des Intellektuellen interessiert ist, reizvoll, Skinner bereite gar den Weg für eine „ins Dreidimensionale entfaltet[e]“ Intellectual History, die neben Akteuren auch „Macht- und Deutungsansprüche“ sowie „Medien und Öffentlichkeit“ in den Blick nehmen könne (S. 64). Eine Stärke dieses auf Kontextualisierung setzenden Zugangs besteht darin, abstrakte ideologische Großbegriffen aufzulösen: Blickt man genau auf die Akteure und ihre Publikationsstrategien lässt sich keineswegs von ‚dem‘ Kommunismus (vgl. S. 121 ff.) oder ‚der‘ antidemokratischen Haltung der Weltbühne sprechen. Indem Gallus eine in der Zeitung ausgetragene Debatte um die Eignung Friedrich Eberts als Reichspräsidenten skizziert, die von scharfer Kritik (Kurt Tucholsky) bis zum Lob für dessen Besonnenheit (Robert Breuer) reichte, zeigt er, dass sich Haltung der linksintellektuellen Weltbühne keineswegs als klar republikfeindlich bestimmen lässt. Als Diskussionsforum sei sie vor allem ein „publizistischer Ort für demokratische Demokratiekritik“ (S. 144) gewesen.[7]

Mit der Aufwertung der Intellektuellenfigur zielt Gallus also auf eine „ebenso akteurszentrierte[] wie kontextorientierte[] Intellectual History“ (S. 20). Dass er vielleicht noch mehr als der Skinner’sche Kontextualismus für eine stärkere Betonung des Akteurs (als Intellektuellem) argumentiert, deutet das dritte Kapitel an, das sich einer „ausgebliebenen Debatte“ (S. 40) zwischen Skinner und Judith Shklar widmet. Zwar hätten sie ihre „Abneigung gegenüber […] ‚monumentalistischen‘ Geschichtsinterpretationen“ (S. 52) geteilt, Shklar habe sich jedoch gegen eine völlige Auflösung von aus ihrer Sicht großen Autoren wie Montesquieu oder Montaigne in deren historischen Kontext gewehrt (vgl. S. 48). Gallus bringt diesen unausgesprochenen Dissens auf die Gegenüberstellung von „kontextgebundene[r] Klassikerrezeption“ (Shklar) und „Intellectual History“ (Skinner) (S. 50). An Shklar schätzt Gallus aber nicht nur, dass sie Akteuren noch größeres Gewicht beimisst, sondern auch ihren im besten Sinne unwissenschaftlichen, „eigenwillig[en] und unverformt[en]“ (S. 44) Schreibstil, das Überschreiten enggezogener Fachgrenzen und die Erfahrungssättigung ihrer polit-theoretischen Schriften durch ihren problemorientierten Zugang (vgl. S. 44, 62).

Aber was genau ist unter einem Intellektuellen eigentlich zu verstehen? Die Antwort auf diese Frage ist, wie Gallus hervorhebt, beileibe nicht unumstritten (vgl. S. 27). Seine Auseinandersetzung strukturiert er anhand der von der Historikerin Ingrid Gilcher-Holtey[8] dargelegten Unterscheidung von vier Intellektuellenbegriffen (vgl. S. 27 f.): der allgemeine Intellektuelle, der im Namen universaler Werte bei Ungerechtigkeiten interveniert; der öffentliche Intellektuelle, der als kritischer Beobachter seiner Zeit auftritt, aber auf direkte Parteinahme verzichtet; der spezifische Intellektuelle – ein Begriff Foucaults –, der sich nicht als Repräsentant allgemeiner Werte, sondern als Experte in einem bestimmten Wissensfeld einbringt; und schließlich der kollektive Intellektuelle. Letzterer stammt von Bourdieu und beruht auf der Vorstellung, dass die Wirkkraft einer intellektuellen Intervention aus dem zeitlich begrenzten Einsatz des im kulturellen Feld akkumulierten Kapitals in eine politische Auseinandersetzung entspringt. Kollektiv soll dieser Intellektuelle agieren, da der Zusammenschluss verschiedener Intellektueller die Wirkkraft der Intervention vergrößert. Dem 20. Jahrhundert attestiert Gallus ein Nebeneinander dieser Figuren (vgl. S. 20). Seine Ausführungen zur Wandlung Peter Alfons Steinigers „vom ungebundenen, bald mit dem Kommunismus sympathisierenden Linksintellektuellen hin zu einem zur Subordination bereiten Funktionärsintellektuellen“ (S. 149) in der DDR zeigen überdies, dass sich auch das Intellektuellenverständnis einzelner Personen im Laufe der Zeit ändern kann.

Einige essentials des Intellektuellen lassen sich nach Gallus allerdings festmachen. So sei er vornehmlich ein Phänomen des 20. Jahrhunderts, da er auf eine ausgebildete nationale Öffentlichkeit, an die er appellieren könne, angewiesen sei (vgl. S. 57). Entsprechend sei die Übertragung des Intellektuellenbegriffs auf frühneuzeitliche oder gar mittelalterliche Verhältnisse problematisch (vgl. S. 9),[9] auch wenn etwa die Intervention von Voltaire in der Affäre Calas durchaus Ähnlichkeiten mit der späteren Dreyfus-Affäre aufweist, die allgemein als Geburtsstunde des Intellektuellen-Begriffs gilt (vgl. S. 9, 110 f.). Zwar hat Gallus Recht, wenn er Forschungsdesiderate hinsichtlich der Entstehung der Intellektuellenfigur moniert (vgl. S. 29, 56, 111). Sich bei solchen Erkundungen auf das 20. Jahrhundert zu beschränken ist aber insofern problematisch, als sich Intellektuelle wahrscheinlich nur selten an die gesamte nationale Öffentlichkeit, dafür aber umso häufiger an „politische Teilkulturen“[10] wandten und wenden. Zwar dürften Urbanisierungs-, Alphabetisierungs- und weltanschauliche Pluralisierungsschübe um 1900 zur Herausbildung eines „neue[n] Typus“,[11] des Intellektuellen geführt haben, seine Entstehung ist aber wohl früher zu verorten. Zuzustimmen ist dem Autor hingegen in seiner Ablehnung eines starken normativen Intellektuellenbegriffs.[12] Der Vorwurf Julien Bendas, die Abwendung von Vernunft und Menschenrechten sei ein Verrat der Intellektuellen, treffe zwar im 20. Jahrhundert in vielen Einzelfällen zu, werde aber der Rollenvielfalt dieser Figur nicht gerecht (vgl. S. 160). Ein letztes Merkmal, das Gallus anführt, ist der agonale Charakter intellektueller Interventionen. Er zeige sich insbesondere in Krisenzeiten, wenn „ihre Zeitdiagnosen [sprießen] und […] ihre gesellschaftstherapeutischen Rezepte gefragt [sind]“ (S. 16).[13] Hinsichtlich der hitzig geführten Debatte um Waffenlieferungen für den ukrainischen Verteidigungskrieg stellt Gallus der hiesigen Streitkultur allerdings kein gutes Zeugnis aus: „Etwas überspitzt formuliert, konnte man den Eindruck gewinnen, der Freund-Feind-Modus des Krieges habe sich auf die geistige Kampfarena übertragen. Der Grundsatz des agree to disagree, der in Deutschland erst mühsam eingeübt werden musste, wirkte brüchig oder zumindest angeknackst.“ (S. 18)

Ob man in diese zweifelsohne hart geführte Debatte als eine Art geistigen Bürgerkrieg betrachten sollte, wie ihn schon Reinhart Koselleck als typischen Modus intellektueller Auseinandersetzungen der Rèpublique des Lettres unterstellte,[14] oder nicht vielmehr als ein Ringen, das dem Ernst der Lage nur angemessen ist, soll hier dahingestellt bleiben. Das Beispiel zeigt aber, wie es Gallus gelingt, mit seiner Vorstellung von Ideengeschichte neue Perspektiven auf die Gegenwart zu eröffnen. Besonders deutlich wird dies in einem der stärksten Texte des Bandes, „Wissen und Ideologie. Das 20. Jahrhundert historisieren“. Hier zeigt der Autor, dass das 20. Jahrhundert nicht nur die Zeit der Ideologien war. Gewissermaßen querliegend zu den ideologischen Extremen identifiziert er anhand der Äußerungen zahlreicher Intellektueller „‚Technokratie‘ und Planung als Leitmotive des 20. Jahrhunderts“ (S. 81): Vorstellungen von social engineering seien über alle politischen Lager hinweg wahlweise propagiert oder kritisiert worden (vgl. S. 84). Einer solche Ideengeschichte Weimars und der Bundesrepublik, die nicht dem „Takt des Demokratie-Diktatur-Rhythmus“ (S. 169) folgt, kann es gelingen langfristige Entwicklungen nachzuzeichnen, die bis in die Gegenwart hineinreichen. Der mit dem ‚technokratischen‘ Denken verbundene Typus des spezifischen Intellektuellen hat schließlich in den letzten Jahren stark an Einfluss gewonnen, etwa in Gestalt von Expert*innen, die mit ihren ökologischen, virologischen oder militärtechnischen Fachwissen öffentlichkeitswirksam intervenieren.

So produktiv das Beharren auf der Relevanz des 20. Jahrhunderts und damit auf einer Ideengeschichte der Bundesrepublik, die – insbesondere im Vergleich zur Weimarer Republik – lange als langweilig galt, auch sein mag (vgl. S. 168 ff.); es stellt sich doch die Frage, wie sich eine solche langfristige Perspektive mit der am Skinner’schen Kontextualismus orientierten Methodik vereinen lässt. Schließlich erlaubt der Fokus auf den Entstehungskontext einer Idee kaum, ihr Forstbestehen in diachroner Perspektive zu erfassen. Ein Problem, das auch Gallus als „eine nicht leicht von der Hand zu weisende Schwäche“ (S. 36) seines Ansatzes bezeichnet. Insofern wäre es interessant zu erfahren, was Gallus über die Überlegungen des Historikers David Armitage denkt, der mehrere Entstehungskontexte hintereinanderschaltet und so zu einem „serial contextualism[15] vorstößt. Hier dürfte ein weiterer (noch) nicht geführter Dialog anstehen.

Die Beiträge sind über weite Strecken luzide geschrieben. Allerdings stört auch hier der Sammelcharakter des Buches. Rezensionen beschäftigen sich – naturgemäß – vor allem mit den Positionen der besprochenen Bücher, als Medium der Darstellung eines Forschungsprogramms eignen sie sich kaum. Ebenfalls ärgerlich sind Wiederholungen, die sich aus dieser Anlage ergeben – die Besprechung von Gilcher-Holteys Band kann man über weite Teile gleich zweimal lesen. Abgesehen von diesen Einwänden, die eher die Machart denn den Inhalt des Buches betreffen, bleibt Gallus’ Plädoyer für eine Intellectual History „mit Intellektuellen“ ein wichtiger Beitrag zu den jüngeren Debatten um die Theorie und Methodik der Ideengeschichtsschreibung. Schließlich verdichtet sich in dieser Figur die „Dialektik der Ideengeschichte“ „zwischen dem ‚Geistreich der Ideen‘ und der Einbettung in den historisch sozialen Kontext“.[16] Gallus’ Versuch, den Intellektuellen als methodisches Scharnier zu erfassen und seine sich im Laufe des 20. Jahrhunderts vollziehenden Rollenwechsel herauszuarbeiten, ist daher zu begrüßen.

  1. Pierre Bourdieu, Satz und Gegensatz. Über die Verantwortung des Intellektuellen, Berlin 1989, S. 14 f., Herv. i. Orig.
  2. So die durch Karl Mannheim popularisierte Charakterisierung der sozialen Lage der Intellektuellen von Alfred Weber. Vgl. Karl Mannheim, Ideologie und Utopie, 9. Aufl., Frankfurt a.M. 2015, S. 135.
  3. Bourdieu, Satz und Gegensatz, S. 15; vgl. ebd. S. 73.
  4. Harald Bluhm / Walter Reese-Schäfer, Einleitung: Intellektuelle als Produzenten und Protagonisten politischer Ideen, in: dies. (Hg.), Die Intellektuellen und der Weltlauf. Schöpfer und Missionare politischer Ideen in den USA, Asien und Europa nach 1945, Baden-Baden 2006, S. 7–22, hier S. 7.
  5. Vgl. zu diesem jüngeren Interesse: Barbara Stollberg-Rilinger, Einleitung, in: dies. (Hg.), Ideengeschichte, Stuttgart 2010, S. 7–42; Andreas Busen / Alexander Weiß (Hg.), Ansätze und Methoden zur Erforschung politischen Denkens, Baden-Baden 2013; Andreas Mahler / Martin Mulsow, Einleitung. Die Vielfalt der Ideengeschichte, in: dies. (Hg.) Texte zur Theorie der Ideengeschichte, Stuttgart 2014, S. 9–50.
  6. Vgl. Quentin Skinner, Bedeutung und Verstehen in der Ideengeschichte, in: ders.: Visionen des Politischen, Frankfurt a.M. 2009, S. 21-63, hier: S. 50 ff.
  7. Ausführlich dazu: Alexander Gallus, Heimat „Weltbühne“. Eine Intellektuellengeschichte im 20. Jahrhundert, Göttingen 2012.
  8. Vgl. Ingrid Gilcher-Holtey, Eingreifendes Denken. Die Wirkungschancen von Intellektuellen, Weilerswist 2007, S. 7 ff.
  9. So aber zum Beispiel: Alfred von Martin, Die Intellektuellen als gesellschaftlicher Faktor, in: ders.: Die Krisis des bürgerlichen Menschen, Wiesbaden 2019, S. 69–108, hier: S. 76 f.; Jacques Le Goffe, Die Intellektuellen im Mittelalter, 4. Aufl., Stuttgart 2001, S. 9 ff.
  10. Darius Harwardt, „Die Gegenwehr muss organisiert werden – und zwar vor allem auch geistig“. Armin Mohler und Caspar von Schrenck-Notzing als Rechtsintellektuelle in der frühen Bundesrepublik, in: Timothy Goering (Hg.), Ideengeschichte heute. Traditionen und Perspektiven, Bielefeld 2017, S. 119–149, hier S. 148.
  11. Thomas Hertfelder, Kritik und Mandat. Zur Einführung, in: ders.: / Gangolf Hübinger: Kritik und Mandat. Intellektuelle in der deutschen Politik, Stuttgart 2000, S. 11–29, hier: S. 23, Herv. i. Orig.; vgl. auch: ebd. S. 22 ff.; vgl. auch: Wolfgang Eßbach, Intellektuellensoziologie zwischen Ideengeschichte, Klassenanalyse und Selbstbefragung, in: Thomas Kroll / Tilman Reitz (Hg.), Intellektuelle in der Bundesrepublik Deutschland. Verschiebungen im politischen Feld der 1960er und 1970er Jahre, Göttingen 2013, S. 21–40, hier: S. 21.
  12. Vgl. Eßbach, Intellektuellensoziologie zwischen Ideengeschichte, Klassenanalyse und Selbstbefragung, S. 21.
  13. Vgl. zur Agonalität der Intellektuellen: Herfried Münkler, Niederwerfen oder Ermatten? Vom Kampf der Intellektuellen um die Hegemonie, in: Zeitschrift für Ideengeschichte 3 (2009), 4, S. 5–16.
  14. Vgl. Reinhart Koselleck, Kritik und Krise. Eine Studie zur Pathogenese der bürgerlichen Welt, 12. Aufl., Frankfurt a.M. 2013, S. 91, 156.
  15. David Armitage, What’s the Big Idea? Intellectual history and the Longue Durée, in: History of European Ideas, 38 (2012), 4, S. 493–507, hier S. 499, 498, Herv. i. Orig. Kritisch dazu: Martin Jay, „Hey! Waht’s the Big Idea?“ Ruminations on the Scale in Intellectual History, in: New Literary history 48 (2017), 4, S. 617–631.
  16. Harwardt, „Die Gegenwehr muss organisiert werden – und zwar vor allem auch geistig“, S. 147.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Hannah Schmidt-Ott.

Kategorien: Geschichte Gesellschaft Öffentlichkeit Politik

Lukas Potsch

Lukas Potsch studierte unter anderem Staatswissenschaft und Soziologie in Passau und Freiburg. Derzeit beschäftigt er sich im Rahmen seiner Dissertation mit dem Zusammenhang von Bürgerkrieg und dem Politischen.

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