Patrick Sachweh | Rezension |

Der lange Schatten der sozialen Herkunft

Rezension zu „The Class Ceiling. Why it Pays to be Privileged“ von Sam Friedman und Daniel Laurison

Sam Friedman / Daniel Laurison:
The Class Ceiling. Why It Pays to Be Privileged
Großbritannien
Bristol 2019: Policy Press
384 S., £ 7,99
ISBN 9781447336105

Die Ungleichheitsforschung gehört mittlerweile zu den zahlenmäßig gewichtigsten Spezialgebieten der Soziologie, was sich etwa an den Mitgliederzahlen der einschlägigen Sektionen in soziologischen Fachgesellschaften, beispielsweise von DGS, ASA oder ISA, wie auch an der Anzahl und Prominenz neuer Publikationen ablesen lässt. Angesichts der ausgeprägten internen Differenzierung und Spezialisierung der Ungleichheitssoziologie – man denke nur an die weiten Felder der Bildungs- oder Geschlechterungleichheiten – fällt es zunehmend schwerer, den Überblick über den aktuellen state of the art zu behalten.

Dies kann man sicherlich als Erfolgsnachweis einer (im Kuhn’schen Sinne) etablierten „Normalwissenschaft“ deuten. Die Ungleichheitssoziologie hat in vielen Bereichen einen beeindruckenden empirischen Wissensstand erarbeitet und verfährt vielfach auf avanciertem methodischen Niveau. Gleichwohl kann man sich – so geht es zumindest dem Autor dieser Zeilen – gelegentlich des Eindrucks nicht erwehren, dass jenseits der zahlreichen gut gearbeiteten empirischen Einzelstudien größere konzeptionelle Würfe, die verschiedene Stränge der Ungleichheitssoziologie zusammenführen und wichtige Impulse für interne Debatten liefern, eher rar sind.

Um es nun gleich vorwegzunehmen: Das Buch The Class Ceiling. Why it Pays to be Privileged der beiden britischen Soziologen Sam Friedman und Daniel Laurison ist in meinen Augen ein solch „großer Wurf“, der entsprechende Aufmerksamkeit verdient! Friedman und Laurison legen anhand einer konkreten empirischen Studie mustergültig dar, wie eine zeitgemäße, methodisch plurale und empirisch gehaltvolle Ungleichheitssoziologie im 21. Jahrhundert aussehen kann, die eingespielte konzeptionelle Spannungen innerhalb des Feldes überwindet und damit weit über ihren konkreten Untersuchungsgegenstand hinausweist. Zu alldem ist das Buch mit Blick auf eine breite Öffentlichkeit geschrieben, das heißt, es ist sehr gut lesbar und weitgehend befreit von technischen Details und Fachtermini.

Von Gehaltslücken und Glasdecken

Aber der Reihe nach. Ausgangs- und Angelpunkt der Studie ist der empirische Befund der beiden Verfasser, dass Personen aus den Arbeiter- oder unteren Mittelklassen selbst dann, wenn es ihnen gelingt, in gutbezahlte und prestigeträchtige Berufsfelder wie die Medien oder das Finanzwesen vorzustoßen, es dort seltener in die höchsten und bestbezahlten Positionen schaffen als ihre Kolleg*innen aus privilegierten Klassen. Im Durchschnitt, so der Befund von Friedman und Laurison, verdienen soziale Aufsteiger*innen aus den Arbeiter- und Mittelklassen in Eliteberufen etwa 16 Prozent weniger als diejenigen mit einer privilegierten sozialen Herkunft. Diese Benachteiligung verstärkt sich nochmals für ethnische Minderheiten, Frauen oder körperlich beeinträchtigte Menschen.

Soziale Aufstiegsmobilität stößt also, auch wenn sie gelingt, an eine innere Barriere – die „class ceiling“ (einen Ausdruck, den Friedman und Laurison der Geschlechterforschung und deren Begriff der „glass ceiling“ entlehnen). Damit verorten sich die Autoren in der soziologischen Mobilitätsforschung, fordern aber, nicht nur das Erreichen bestimmter (hoher) Berufspositionen, sondern auch das Vorankommen innerhalb privilegierter Berufsfelder in den Blick zu nehmen. Sie erweitern so die Perspektive auf soziale Mobilität maßgeblich um die Betrachtung längerfristiger Verläufe innerhalb privilegierter Berufsfelder. Konkret formulieren die Autoren drei Forschungsfragen:

„First, do the upwardly mobile attain the same level of earnings or seniority as those from privileged backgrounds? Second, if not, does a ,class ceiling‘ persist even when we compare otherwise similar people from different class backgrounds? And third, if a class ceiling does exist, what are the dynamics that drive it?” (S. 20)

Zur Beantwortung dieser Fragen stützen sich die Autoren auf ein Mixed-Methods-Design. Die ersten beiden Fragen – gibt es in den britischen „elite occupations“ (mehr zu deren Definition und Charakteristik weiter unten) berufliche Nachteile für soziale Aufsteiger*innen aus unteren Klassen, und falls ja, bleiben diese nach Kontrolle weiterer relevanter Merkmale bestehen? – untersuchen Friedman und Laurison anhand quantitativer Daten des Labour Force Survey, der nicht nur hinreichende Fallzahlen zur detaillierten Analyse von Einkommen und Karriereposition in einzelnen Berufen ermöglicht, sondern auch Informationen zur sozialen Herkunft der Befragten liefert. Der dritten Frage nach den Triebkräften bzw. generierenden Mechanismen, die der „class ceiling“ zugrunde liegen, gehen sie anhand qualitativer Interviews mit den Angehörigen von vier ausgewählten Berufsfeldern nach – Medien, Finanzsektor, Architektur und Schauspielerei.

Die ersten beiden empirischen Kapitel widmen sich dabei zunächst anhand quantitativer Analysen des britischen Labour Force Survey der Frage, ob Angehörige der Arbeiter- und Mittelklassen beim Zugang zu Eliteberufen im Vergleich zu Personen aus höheren Klassenlagen benachteiligt sind („getting in“) und ob sich ihnen, auch wenn sie Zugang zu privilegierten Berufsfeldern finden, dort gleiche Einkommens- und Karrierechancen bieten wie Personen mit privilegierter sozialer Herkunft („getting on“). Eliteberufe werden in Anlehnung an die National Statistics Socio-economic Classification der britischen Statistikbehörde, die sich ihrerseits auf die in der Mobilitätsforschung dominierende EGP-Klassifikation stützt,[1] als höhere professionelle und Managementberufe definiert, zu denen etwa Architekt*innen, Ärzt*innen oder Wirtschaftsprüfer*innen zählen (sprich: die obere Dienstklasse im EGP-Schema). Darüber hinaus rechnen die Verfasser auch prestigeträchtige Berufe im Kultur- und Kreativbereich wie Schauspieler*innen und Journalist*innen zu den Eliteberufen. Darüber ließe sich angesichts der Debatte über die Ausbreitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse in diesen Bereichen sicher debattieren,[2] doch da diese stark kompetitiven Felder bisweilen den Charakter von Winner-Take-All-Märkten annehmen,[3] ist der Fokus der Studie auf die Effekte einer privilegierten sozialen Herkunft in der Kultur- und Kreativbranche besonders aufschlussreich.

Der britische Labour Force Survey, gepoolt für die Jahre 2013–2016, bietet den Autoren nun ausreichend große Fallzahlen, um die Wirkung der sozialen Herkunft auf den Zugang und die Einkommens- und Karrierechancen innerhalb dieser Berufsfelder zu untersuchen (für die von Friedman und Laurison definierten Eliteberufe ergibt sich eine Fallzahl von N=18.000). Dabei zeigt sich, dass etwa die Hälfte der Erwerbstätigen in Eliteberufen aus Elternhäusern stammt, in denen die Eltern ähnlich statushohe Berufspositionen innehatten. Es kommt also, ganz im Einklang mit dem etablierten Forschungsstand der Mobilitätsforschung, zu einer beträchtlichen sozialen Reproduktion.[4] Betrachtet man die einzelnen Berufsfelder differenziert, zeigt sich, dass etwa die Medizin, der Journalismus und das Rechtswesen die sozial „geschlossensten“ Berufsfelder sind, wohingegen die größte Offenheit sich im höheren Management des öffentlichen Dienstes, der Feuerwehr und Polizei sowie in den Ingenieurwesen findet. Friedman und Laurison untersuchen auch, inwieweit Unterschiede im Prestige der besuchten Universitäten die Klassenunterschiede im Zugang zu Eliteberufen erklären können, finden jedoch fortbestehende Nachteile für Angehörige der Arbeiter- und Mittelklassen auch dann, wenn diese eine Eliteuniversität besucht haben. Überdies betrachten sie auch Unterschiede nach Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit, die sich mit der sozialen Herkunft zu intersektionalen Ungleichheiten verschränken und Benachteiligungen verstärken, insbesondere für Frauen und Schwarze bzw. Personen mit bestimmten ethnischen Hintergründen (Pakistan, Bangladesch).

Ähnliches zeigt sich für die „class pay gap“ innerhalb der Eliteberufe, also den Verdienstabstand zwischen Personen mit einer privilegierten sozialen Herkunft und jenen aus den Arbeiter- und Mittelklassen, der im Durchschnitt 6.400 Britische Pfund im Jahr – oder 16 Prozent – beträgt. Diese Abstände vergrößern sich nochmals, wenn sie mit ethnischen und Geschlechterungleichheiten zusammentreffen, sodass eine intersektionale Betrachtung auch hier auf eine Kumulation von Benachteiligungen hinweist. Diese durchgängige Berücksichtigung der Überlagerung und Verschränkung klassenspezifischer, geschlechtsspezifischer und ethnischer Ungleichheiten – wie auch die Selbstverständlichkeit und die Unaufgeregtheit, mit der die Autoren diese Betrachtung vornehmen – ist angesichts der bisweilen recht unproduktiv geführten Debatten darüber, ob und welche dieser Ungleichheitskategorien eine Art „Master-Status“ bilde, bemerkenswert. Hierin zeigt sich in meinen Augen eine der großen Stärken dieser Untersuchung: Friedman und Laurison gelingt es (nicht nur in diesem Fall) mit einer beachtlichen Gelassenheit eingespielte Frontstellungen der Ungleichheitsforschung hinter sich zu lassen und so zu einer Betrachtung zu gelangen, die der Komplexität von Ungleichheitsverhältnissen im 21. Jahrhundert gerecht wird.

Quantitative Umsicht, qualitative Differenzierungen

Was treibt die „class pay gap“ voran? Die Berücksichtigung theoretisch plausibler und anhand der quantitativen Daten beobachtbarer Einflussfaktoren – wie etwa Abschlüsse von Eliteuniversitäten, ein Arbeitsplatz in London, Branche und Firmengröße – erklärt circa 47 Prozent des Verdienstabstandes zwischen Angehörigen mit niedriger und hoher sozialer Herkunft in Eliteberufen. Das bedeutet aber auch, dass mehr als die Hälfte der Varianz nicht erklärt wird. Während dies an der Nichterfassung spezifischer Drittvariablen liegen kann, betonen Friedman und Laurison hier zugleich die Grenzen quantitativer bzw. surveybasierter Herangehensweisen.

Daher stützen sie sich im weiteren Verlauf auf Fallstudien aus vier ausgewählten Berufsfeldern, um die Mechanismen, die der „class pay gap“ zugrunde liegen, mittels qualitativer Interviews zu rekonstruieren. Ihr qualitatives Material umfasst Interviews mit insgesamt 175 Beschäftigten aus den Feldern Architektur, Wirtschaftsprüfung, Medien und Schauspielerei. Wenngleich diese Auswahl, wie die Autoren schreiben, teils von pragmatischen Erwägungen hinsichtlich des Feldzugangs beeinflusst war, sprechen auch systematische Gründe für diese Entscheidung, denn es handelt sich um Berufsfelder, die hohe materielle und symbolische Belohnungen versprechen, zugleich stark kompetitiv sind und deren höchste Repräsentant*innen auch öffentlichen Einfluss geltend machen können (S. 269 f.). Gleichwohl werden auch Unterschiede in der internen Organisation von Laufbahnen und Karriereverläufen berücksichtigt.

Gerade für Karrieren in hochgradig kompetitiven, aber zum Teil prekären Arbeitsmärkten wie der Schauspielerei ermöglicht es die „bank of Mum and Dad“, auch finanzielle Durststrecken zu überwinden.

Ohne die Befunde der vier Fallstudien nun im Detail rekapitulieren zu können, zeigen diese die Wirkung verschiedener Mechanismen auf, die der „class pay gap“ zugrunde liegen. Dazu gehört die finanzielle Ressourcenausstattung – das ökonomische Kapital – des Elternhauses. Gerade für Karrieren in hochgradig kompetitiven, aber zum Teil prekären Arbeitsmärkten wie der Schauspielerei ermöglicht es ein wohlhabendes Elternhaus – die „bank of Mum and Dad“, wie Friedman und Laurison (S. 87) sie nennen –, auch finanzielle Durststrecken zu überwinden und nicht auf die Annahme finanziell lukrativer, aber für die weitere Karriere hinderlicher Rollen (etwa in Soap Operas) angewiesen zu sein. Auch hinter der Kamera – konkret dem von den Verfassern untersuchten Fernsehsender – waren Personen aus privilegierten Elternhäusern weitaus häufiger in prestige- und karriereträchtigen Positionen in der Programmdirektion oder Produktion zu finden als Personen aus den Arbeiter- oder Mittelklassen. Dies erklärt sich aus der größeren Flexibilität ersterer, die häufig kurzfristig ausgeschriebenen, befristeten, unterbezahlten Tätigkeiten in der TV-Produktion anzunehmen, die eine unbedingte Voraussetzung für die spätere Übernahme verantwortungsvoller Tätigkeiten auf diesem Karrierepfad darstellen. Personen mit Elternhäusern aus den Arbeiter- und Mittelklassen wechseln dagegen früher oder später in ökonomisch sicherere Segmente in den Medien, etwa in die Personalabteilung.

Ein nicht-materieller Mechanismus, der für Klassenunterschiede in den Einkommens- und Karrierechancen auch in ökonomisch sicheren Berufsfeldern, wie der Wirtschaftsprüfung, verantwortlich ist, liegt in mit der sozialen Herkunft verbundenen Unterschieden im Habitus oder dem inkorporierten kulturellen Kapital. Insbesondere in der Wirtschaftsprüfung kommt es darauf an, anhand des eigenen Auftretens, der nach außen dargestellten Interessen und der Fähigkeit zur ungezwungenen Interaktion die Eignung zum späteren Teilhaber bzw. Partner zu signalisieren (die Befragten sprechen von „partner material“ und „corporate polish“, vgl. S. 127 ff.), was den Angehörigen von Elternhäusern aus oberen Klassenlagen besser gelingt. Auch beim Fernsehen spielen habituell verankerte Unterschiede in der Fähigkeit, karrierefördernde Netzwerke knüpfen zu können, eine wichtige Rolle für klassenspezifische Unterschiede im Karriereverlauf.

Die hohen Kosten des sozialen Aufstiegs

Friedman und Laurison rekonstruieren die Wirkung dieser Mechanismen plausibel und nachvollziehbar anhand ihres reichhaltigen Interviewmaterials. Dabei beziehen sie nicht nur die Perspektive der Aspirant*innen auf den jeweiligen Karrierepfaden mit ein, sondern auch die von Vorgesetzten und höhergestellten Personen, die für die Rekrutierung von Arbeitskräften in Elitepositionen zuständig sind. Die qualitativen Befunde zeigen auch, dass sich die erwähnten Prozesse weniger im Sinne eines offensichtlichen oder bewusst diskriminierenden Ausschlusses von Angehörigen aus den Arbeiter- oder Mittelklassen vollziehen, sondern auf subtile und unbewusste Weise wirken. So gelingt es den Beteiligten auch, den Glauben an ein größtenteils meritokratisches Vorankommen aufrechtzuerhalten, ohne dass ihnen die verengte und klassenspezifisch gefärbte Sicht von der „richtigen“ Leistung, die sie hierbei in Anschlag bringen, bewusst wird. Die Verfasser sprechen hier in Anlehnung an Lauren Rivera[5] vom „looking-glass merit“ (S. 168 f.). Die andere Seite der Medaille ist dann entsprechend die – häufig gleichermaßen unintendierte – Selbsteliminierung der Angehörigen mit niedriger sozialer Herkunft aufgrund von Gefühlen des Nicht-Dazugehörens und den damit verbundenen Identitätsbedrohungen. Sehr eindrücklich schildern die Befragten von Friedman und Laurison dann auch die emotionalen Belastungen, Mühen und psychischen Kosten („the price of the ticket“, S. 179), die mit sozialen Aufstiegsprozessen für die Mitglieder der Arbeiter- und Mittelklassen verbunden sein können.[6]

Zur theoretischen Rahmung dieser Befunde machen die Autoren hierfür Anleihen bei der Bourdieu’schen Ungleichheitssoziologie, und es ist in meinen Augen auch genau diese Kombination einer mit den konventionellen Kategorien und Messinstrumenten verfahrenden, quantitativen Mobilitätsanalyse auf der einen Seite mit dem von Bourdieu inspirierten, qualitativ fundierten Nachvollzug der Mechanismen und der gelebten Erfahrung sozialer Mobilität („lived experience“, S. 85) auf der anderen Seite, die den besonderen Reiz des Buches ausmachen. Die Verknüpfung dieser – bisweilen in einem Spannungsverhältnis stehenden – Perspektiven gelingt den Autoren mit einer beachtlichen Leichtigkeit, das Gleiche gilt für den konsequenten Einbezug intersektionaler Betrachtungsweisen. Sie betonen: „we are not arguing […] for a war of paradigms“ (S. 187).

Der konzeptionelle Rahmen und das damit verbundene Forschungsprogramm für die Untersuchung sozialer Mobilität wird von den Autoren bewusst erst gegen Ende des Buches, das sich an ein breites Publikum richtet, en détail für soziologisch spezialisierte Leser*innen entfaltet. Friedman und Laurison plädieren für eine multidimensionale Perspektive, die Berufsklasse ebenso berücksichtigt, wie sie auch das ökonomische, kulturelle und soziale Kapital der Herkunftsfamilie und Mobilität nicht nur zu einem Zeitpunkt betrachtet, sondern längerfristige Verläufe und den „langen Schatten“ der sozialen Herkunft in den Blick nimmt. Dass die Umsetzung dieses Programms nicht auf Kosten der Lesbarkeit geht, sondern auch noch in äußert anregender Form als Glanzstück einer wissenschaftlich gleichermaßen fundierten wie öffentlich engagierten public sociology daherkommt, macht das Buch zur Pflichtlektüre für alle, die sich dafür interessieren, wie eine konzeptionell und methodisch integrative Weiterentwicklung der Ungleichheitsforschung aussehen kann. Diese Leistung ist meines Erachtens in Zeiten immer weitergehender, jedoch im Einzelnen nicht immer erkenntnissteigernder disziplinärer Spezialisierung und Differenzierung nicht hoch genug zu schätzen!

  1. John H. Goldthorpe, On Sociology. Numbers, Narratives, and the Integration of Research and Theory, Oxford 2000, S. 206–229.
  2. Alexandra Manske, Kapitalistische Geister in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Kreative zwischen wirtschaftlichem Zwang und künstlerischem Drang, Bielefeld 2016.
  3. Mark Lutter, Strukturen ungleichen Erfolgs. Winner-take-all-Konzentrationen und ihre sozialen Entstehungskontexte auf flexiblen Arbeitsmärkten, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 65 (2013), 3, S. 597–622.
  4. Richard Breen (Hg.), Social Mobility in Europe, Oxford 2004.
  5. Lauren A. Rivera, Hiring as Cultural Matching. The Case of Elite Professional Service Firms, in: American Sociological Review 77 (2012), 6, S. 999–1022.
  6. Vgl. für Deutschland: Patrick Sachweh / Sarah Lenz / Evelyn Sthamer, Das gebrochene Versprechen der Meritokratie? Aufstiegsdeutungen im Zeichen steigender Ungleichheit, in: WestEnd – Neue Zeitschrift für Sozialforschung 15 (2018), 1, S. 71–85.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Samir Sellami.

Kategorien: Arbeit / Industrie Soziale Ungleichheit Sozialstruktur

Profilbild Patrick Sachweh

Patrick Sachweh

Patrick Sachweh ist Professor für Soziologie am SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen und seit Dezember 2020 Dean der Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS). Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Ungleichheitssoziologie, der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung und der Wirtschaftssoziologie.

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