Dossier
Die unsichtbare Hälfte
Frauen in der Geschichte der Soziologie
„Es gab halt keine Frauen in der frühen Soziologiegeschichte, höchstens Ehefrauen.“; „Soziologie war nun mal von jeher ein Männerprojekt.“ – Haben Sie solche Sätze schon mal gehört? Sie gleichen Altherrenwitzen und der Schatten, den sie werfen, ist lang.
Mitnichten ist die Soziologie und war ihre Geschichte ein reines „Männerprojekt“. Frauen waren nicht völlig abwesend, vielmehr spielten sie darin ebenfalls eine wichtige Rolle, auch wenn sie aus verschiedenen Gründen häufig nicht wahrgenommen, ja übersehen wurden. So erklären sich denn auch der Titel der Reihe „Die unsichtbare Hälfte. Frauen in der Geschichte der Soziologie“ und das damit verbundene Ziel, diesem Übersehen entgegenzuwirken, den historischen Beitrag von Frauen zur Soziologie und den Sozialwissenschaften in den Fokus zu rücken sowie angemessen zu würdigen.
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