Jens Elberfeld | Rezension |

„Endmoräne des Fortschritts“?

Rezension zu „Soziologie der Selbstoptimierung“ von Anja Röcke

Abbildung Buchcover Soziologie der Selbstoptimierung von Röcke

Anja Röcke:
Soziologie der Selbstoptimierung
Deutschland
Berlin 2021: Suhrkamp
257 S., 20,00 EUR
ISBN 978-3-518-29930-2

Gesünder leben, mehr Leistung bringen, eine bessere Beziehung haben: Dem Aufruf zur Arbeit an sich selbst ist heutzutage schwerlich zu entgehen. Es überrascht daher nicht, dass Selbstoptimierung in den letzten Jahren zu einem bevorzugten Gegenstand der Sozial- und Kulturwissenschaften geworden ist. Gleichwohl besteht keine Einigkeit, was konkret darunter zu verstehen, geschweige denn wie der Trend zu bewerten ist. Hier setzt die Arbeit von Anja Röcke an, in der sie die bestehende Forschung systematisieren und einen analytischen Begriff von Selbstoptimierung entwickeln will, auf dem zukünftige Untersuchungen aufbauen können. Drei Fragen stehen im Zentrum ihres Erkenntnisinteresses: Was genau ist mit Selbstoptimierung gemeint? Handelt es sich um ein neues Phänomen? Und welche gesellschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen sind hierfür verantwortlich?

Der Gegenstand: Definition – Neuartigkeit – Voraussetzungen

Nach der Einleitung zeichnet Röcke in Kapitel 2 zunächst die Begriffsgeschichte nach, wozu sie sich des Digitalen Wörterbuchs und des Google Ngram Viewer bedient.[1] Demnach habe der Begriff „Optimierung“ seit den 1950er-Jahren Verbreitung gefunden, wobei ein mathematisch-technisches Verständnis dominierte. Erst um das Jahr 2000 herum sei die Optimierungssemantik auf den Menschen übertragen worden und in diverse gesellschaftliche Bereiche vorgedrungen. Im Zuge dessen sei auch erst der Begriff der „Selbstoptimierung“ aufgekommen.[2] Angesichts ihrer Befunde erscheint es wenig zielführend, dass sich Röcke im Großteil des Kapitels mit früheren Begriffsbedeutungen von „Optimum“, „Optimierung“ und „Selbst“ seit dem 18. Jahrhundert befasst, während sie die entscheidende Phase des semantischen Wandels recht kurz und eher oberflächlich behandelt. Anhand einer Analyse von Artikeln aus der Wochenzeitung Die Zeit der Jahre 1999 bis 2015 stellt die Autorin lediglich fest, dass Selbstoptimierung in Deutschland zumeist negativ wahrgenommen worden sei. Erklärungskraft und Repräsentativität einer solchen Fallstudie sind überschaubar, so ließe sich zugespitzt fragen, welche gesellschaftliche Entwicklung der jüngeren Vergangenheit Die Zeit eigentlich nicht mit kulturkritischem Lamento begleitete. Die dünne Datenlage ist umso problematischer, als Röcke daraus im Verlauf der Arbeit weitreichende Schlüsse zieht.

In Kapitel 3 verschiebt sich der Fokus auf Praktiken der Selbstoptimierung. Röcke unterscheidet vier – sehr allgemein gehaltene – Typen: die Befolgung von Handlungsanleitungen, den Konsum spezifischer Stoffe, die Beeinflussung der körperlichen Erscheinung sowie die technische Modifikation von Körper und Psyche. Allen gemein sei die instrumentelle Anwendung zur Effizienz- und Leistungssteigerung. Hier erkennt Röcke ihre Neuartigkeit. Obschon sich die Geschichte der „Anthropotechniken“ (Sloterdijk) bis in die Antike zurückverfolgen lasse, habe sich eine auf grenzenlose Steigerbarkeit abzielende Selbstoptimierung erst mit der Spätmoderne entfaltet, in der sie zur „Endmoräne des Fortschritts“ (S. 116) geronnen sei.

Den gesellschaftlichen Voraussetzungen dafür spürt die Autorin im vierten Kapitel nach. Konkret befasst sie sich mit drei Begriffen aus dem „kulturellen Leitprogramm der westlichen Moderne“ (S. 81): „Bildung“, „Fortschritt“, „Rationalisierung“. Dabei konzentriert sie sich auf einschlägige Autoren des ‚langen‘ 19. Jahrhunderts, namentlich Wilhelm von Humboldt, Marquis de Condorcet und Max Weber.[3] Auch wenn sich nicht jede sozialwissenschaftliche Studie einer postkolonialen Sichtweise bedienen kann und muss, überrascht es doch, wie unkritisch Röcke von ‚westlicher Moderne‘ spricht. Dabei ist die Genealogie des Subjekts kaum ohne sein nichtwestliches Anderes zu verstehen, das gilt genauso für die Selbstoptimierung.[4] So ist ein relevanter Teil der von Röcke kurz gestreiften therapeutischen Selbsttechniken eng mit Orientalismusdiskursen verwoben. Ferner spricht Röcke von einem „Begriffsvergleich in genealogischer Absicht“ (S. 83), obschon es sich de facto um eine ideengeschichtliche Beschäftigung mit der üblichen Höhenkammliteratur handelt. In gewisser Weise ist es dann nur folgerichtig, beispielsweise das Humboldt’sche Bildungskonzept bar jeglicher Kontextualisierung und Problematisierung zu diskutieren, was wiederum mit der eigentümlichen Ausklammerung sozialer Strukturen einhergeht.

Der Begriff: Forschungsstand – Merkmale – Relevanz

Um Letztere geht es zumindest partiell in der Diskussion der deutschsprachigen kultursoziologischen Forschung, die im Mittelpunkt von Kapitel 5 steht. Nachdem Röcke Michel Foucaults eminenten Einfluss erörtert hat, stellt sie vier Ansätze ausführlich vor: das kontingenztheoretische Konzept einer Optimierungsgesellschaft von Michael Makropoulos, das gouvernementalitätstheoretische Modell einer Ökonomisierung des Sozialen von Ulrich Bröckling und – etwas überraschend hier einsortiert – Stefanie Duttweiler, die Theorie massenkultureller Subjektivierung von Hannelore Bublitz und die kulturtheoretische Analyse von Andreas Reckwitz.[5] Neben gewissen Differenzen bei der Definition von Selbstoptimierung sowie ihrer Bewertung akzentuiert Röcke vier Gemeinsamkeiten: So handele es sich um ein Phänomen der Spätmoderne, das strukturell in der Gesellschaft angelegt sei. Charakteristisch für Selbstoptimierung seien zudem das Moment der Überbietung und das der Relationalität sowie die fundamentale Rolle des Wettbewerbs. Gleichwohl fällt die Diskussion der vier Ansätze bisweilen recht deskriptiv aus, auch weil Röcke darauf verzichtet, sich an einer eigenständigen theoretischen Konzeptionalisierung zu versuchen.

Stattdessen nimmt sie im nachfolgenden Kapitel 6 eine dezidiert analytische Perspektive auf den Begriff ein. Zunächst arbeitet sie – wiederum mit Foucault – die Unterschiede zur (antiken) Selbstsorge heraus.[6] Demgegenüber zeichne sich Selbstoptimierung durch drei Merkmale aus: den Prozess der Entgrenzung, die Prinzipien der Perfektibilität und Überbietung sowie eine vorrangig individualistische, selbstreferenzielle Ausrichtung. Nachdem bereits das dritte Kapitel die Selbstoptimierung als soziale Praxis betrachtete, fragt Röcke jetzt nach der Struktur der entsprechenden Praktiken und listet zehn Elemente auf, die eine differenzierte Analyse ermöglichen sollen.[7] Zum Schluss diskutiert sie die gesellschaftliche Relevanz, indem sie Selbstoptimierung zum einen mit Foucault im Hinblick auf Subjektivierung, zum anderen in Anlehnung an Weber als Lebensstil untersucht. Dabei kommt sie zu dem an dieser Stelle verblüffenden Urteil, Selbstoptimierung habe bloß eine geringe Reichweite und Prägekraft entfaltet. Gerne hätte man gewusst, wie sich diese Erkenntnis zu der Grundprämisse der Studie verhält, Selbstoptimierung sei eine Leitidee der Gegenwart.

Das resümierende siebte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt eine abschließende Definition, die sich aber nur punktuell von der Arbeitsdefinition der Einleitung unterscheidet. Am Ende wirft Röcke die Frage auf, wofür Selbstoptimierung heute steht. Anstatt selbst eine Antwort zu geben, beschränkt sie sich abermals darauf, verschiedene Theorien zu befragen. Ob man nun allerdings auch noch wissen muss, wie sich Hartmut Rosas Konzepte zur Selbstoptimierung verhalten, sei einmal dahingestellt. Und wozu der Verweis auf Corona gut sein soll, außer der Demonstration scheinbarer Aktualität, erschließt sich ebenso wenig.[8]

Die Studie: Erkenntnisse – Überzeugungskraft – Anlage

Was lässt sich nun aus der Studie mitnehmen? Alles in allem erhält man eine nützliche Definition von Selbstoptimierung, wenngleich sie – wie schon angemerkt – nicht unbedingt grundsätzlich Neues beinhaltet. Dasselbe trifft auf die Typologie der Praktiken zu, die man grosso modo aus konzeptionellen Texten zur Praxistheorie kennt. Die eingehende Theorielektüre verdeutlicht darüber hinaus anschaulich, dass der Gegenstand aktuelle wie auch klassische Fragen der Soziologie berührt. Desgleichen demonstrieren die zahlreichen Themen, die Röcke anschneidet und in Bezug zu Selbstoptimierung setzt, die facettenreiche Gestalt und gesellschaftliche Einbettung des Phänomens.[9] Warum weiß die Studie dennoch nur partiell zu überzeugen?

Ein Grund dürfte darin liegen, dass ihre Anlage nicht stimmig ist: Für eine Begriffsgeschichte ist sie zu wenig historisierend, für eine theoretische Arbeit nicht hinreichend ambitioniert und für eine empirische Studie viel zu sehr auf (theoretische) Literatur fixiert. Letztlich reißt die Autorin vieles an, ohne es gründlich zu analysieren oder schlüssig zu konzeptualisieren. Mithin stellt sich die Frage, ob eine Soziologie der Selbstoptimierung überhaupt zweckdienlich ist oder ob man den Gegenstand nicht besser im Rahmen einer weiter gefassten Subjektsoziologie verorten sollte. Für Letzteres spricht, dass man mittels eines analytischen Konzepts des Selbst auch die Heterogenität der Selbsttechniken sowie die umkämpfte Hegemonie der Subjektkulturen differenzierter betrachten und dergestalt einen historisch-spezifischeren Begriff von Selbstoptimierung entfalten könnte.[10] Stattdessen bleiben das Verständnis und Verhältnis von Selbst und Subjektivierung im Verlauf der gesamten Arbeit opak.[11] Zwar lehnt sich Röcke implizit an poststrukturalistische Theorien an, jedoch finden sich wiederholt Aussagen und Argumentationen, die hierzu nicht passen. Beispielsweise betont sie die Intentionen und Motive der Akteure, stellt Individuum und Gesellschaft einander gegenüber, übernimmt die Unterscheidung von Körper[12] und Psyche anstandslos und spricht von einer „wirklichen Freiheit“ (S. 146) des Subjekts.

In den Buchbesprechungen der überregionalen Presse, die überwiegend positiv ausfielen, fand ein Punkt lobend Erwähnung, dem ich mich abschließend widmen werde: die erklärtermaßen differenzierte Sicht auf Selbstoptimierung.[13] In der Tat lautet die zentrale Botschaft Röckes, die bisherige Forschung habe ein einseitig negatives Bild gezeichnet. Schon in der Einleitung fordert sie, man müsse offen und unvoreingenommen an den Gegenstand herantreten, womit sie suggeriert, dies sei keineswegs selbstverständlich. Vielmehr dominiere hierzu nicht nur in der Öffentlichkeit eine kulturkritische Haltung. Auch in den Sozial- und Kulturwissenschaften sei Selbstoptimierung „auf Grundlage einer vagen gouvernementalitätstheoretischen Rückendeckung“ zum „schicken Schimpfwort“ und „Skandaltypus“ geworden (S. 56).

Ihre Kritik zielt vorrangig auf das Deutungsmuster einer Ökonomisierung des Sozialen, dem sie vorhält, die freiheitlichen und emanzipatorischen Facetten des Phänomens zu verkennen – jedoch ohne deutlich zu machen, worin diese bestehen.[14] Es mangele diesbezüglich an der Differenzierung zwischen einer Versachlichung, die der Selbstoptimierung aufgrund ihres instrumentellen Charakters inhärent sei, und einer nur in Extremfällen vorliegenden Verdinglichung. Das Ökonomisierungsmodell erkenne nur Letzteres und negiere damit den Umstand, dass sich Menschen ganz bewusst und mitunter begeistert selbstoptimierten. Zutreffend an Röckes Fundamentalkritik ist meines Erachtens, dass die Governmentality Studies im Allgemeinen und der Ansatz einer Ökonomisierung des Sozialen im Besonderen dazu tendieren, die Widersprüchlichkeit und Heterogenität der Selbsttechniken und Subjektivierungsprozesse zu vernachlässigen.

Abgesehen davon will ich ihrer Deutung jedoch widersprechen: Neben der stellenweise verzerrenden Darstellung und den pauschalen Urteilen Röckes rächt sich hier ihr schwammiges Konzept des „Selbst“ sowie – damit zusammenhängend – die reduktionistische Lesart des Foucault’schen Machtbegriffs. Der Clou gegenwärtiger Regierungstechniken besteht ja gerade darin, dass sie aktivierend und individualisierend wirken und die Freiheit des Subjekts nicht mehr ihre Grenze markiert, sondern ganz im Gegenteil die Voraussetzung für sie darstellt. Insofern ist es auch gar kein Widerspruch, dass die sich selbst optimierenden Akteure dies gerne tun oder es positiv als Zugewinn an Handlungsfähigkeit erfahren. Die konstitutive Ambivalenz der Selbstoptimierung bedeutet keineswegs, eine kritische Problematisierung sei obsolet geworden.

  1. Auffällig ist, dass Begriffsgeschichte nicht nur mit Koselleck zu beginnen, sondern auch zu enden scheint. Neuere Literatur, gerade zu theoretisch-methodischen Fragen, findet sich jedenfalls nicht. Vgl. Willibald Steinmetz, 40 Jahre Begriffsgeschichte. The State of the Art, in: Heidrun Kämper / M. Eichinger (Hg.), Sprache – Kognition – Kultur. Sprache zwischen mentaler Struktur und kultureller Prägung, Berlin 2008, S. 174–197. Ebenso überrascht, dass an keiner Stelle auf das zeithistorische Projekt zu Geschichtlichen Grundbegriffen des 20. Jahrhunderts hingewiesen wird. Vgl. das Themenheft: Begriffsgeschichte des 20. Jahrhunderts, in: Archiv für Begriffsgeschichte 63 (2021), 1; Christian Geulen, Plädoyer für eine Geschichte der Grundbegriffe des 20. Jahrhunderts [11.2.2022], in: Zeithistorische Forschungen 7 (2010), 1, S. 79–97.
  2. Röcke verweist diesbezüglich auf die Bedeutung der Rezeption Foucaults, geht dem aber nicht weiter nach, obschon sich dabei die paradoxen Effekte der Ver(sozial)wissenschaftlichung selbstreflexiv diskutieren ließen.
  3. Abschließend stellt die Autorin überraschend ausführlich einen Ratgeber aus der Weimarer Republik vor, der zur Selbstrationalisierung anhielt. Dies verwundert, da Röcke die später aufkommende Selbstoptimierung durchgehend auf einer abstrakten Ebene verhandelt, obschon bereits einige exemplarische Quellen einen konkreteren Eindruck vermittelt hätten. Zugleicht zeigt sich hier die letzten Endes ahistorische Perspektive der Arbeit. Indem sie ausgehend von der Gegenwart bloß nach Vorläufern und Prototypen der Selbstoptimierung fragt, ohne diese ausreichend zu kontextualisieren, kann sie deren Eigenständigkeit und Spezifität schlechterdings nicht in den Blick bekommen. Eine Genealogie muss aber nicht zwingend in diese Falle tappen.
  4. Überdies spielen Differenzkategorien wie gender oder class faktisch keine Rolle.
  5. Mithin wäre es erkenntnisbringender gewesen, eine gänzlich andere theoretische Perspektive zu betrachten. Angeboten hätten sich systemtheoretische Studien zu Therapie und Beratung, auch wenn bei ihnen der Begriff „Selbstoptimierung“ nicht prominent vorkommt. Vgl. Sabine Maasen, Genealogie der Unmoral. Zur Therapeutisierung sexueller Selbste, Frankfurt am Main 1998; Peter Fuchs / Eckart Pankoke (Hg.), Beratungsgesellschaft, Schwerte 1994; Rainer Schützeichel / Thomas Brüsemeister (Hg.), Die beratene Gesellschaft. Zur gesellschaftlichen Bedeutung von Beratung, Wiesbaden 2004.
  6. Zumindest aus historischer Perspektive wäre es sinnvoller, anstelle der sehr ausführlichen Darstellung des bekannten Konzepts den Wandel der Selbsttechniken im Übergang zur Spätmoderne detailliert zu untersuchen und breit zu kontextualisieren.
  7. Allerdings basiert die Liste allein auf der Beschäftigung mit theoretischen Studien und wirkt dementsprechend vage und unspezifisch. Wenngleich Röcke keine empirische Arbeit vorlegt, hätte sie systematischer ebensolche Forschungen auswerten können.
  8. Besonders wenn die Quintessenz ist, dass Corona einige Aspekte der Selbstoptimierung verstärkt, andere geschwächt und wieder andere nicht weiter tangiert habe.
  9. Auf etliche der angesprochenen Punkte konnte ich im Rahmen der Rezension nicht eingehen, etwa die Neurowissenschaften, den Transhumanismus oder Prozesse und Praktiken der Quantifizierung. Allerdings bleibt deren Rolle für die Selbstoptimierung größtenteils nebulös.
  10. Die Zeitgeschichte hat mittlerweile empirisch nachgewiesen, dass eine Gegenüberstellung von Selbstoptimierung und Selbstverbesserung viel zu schematisch ist, um den komplexen Wandel der Subjektivierung seit den 1960er-Jahren angemessen zu beschreiben. Unverständlicherweise blendet Röcke diesen Forschungsstrang komplett aus. Als Überblick vgl. Wiebke Wiede, Subjekt und Subjektivierung [11.2.2022], in: Docupedia-Zeitgeschichte, 15.12.2020.
  11. Dasselbe gilt für andere zentrale Begriffe wie „(Leit-)Idee“ oder „Sinnwelten“, die die Autorin nicht weiter definiert.
  12. Die Ausführungen zum Körper können an dieser Stelle nicht erörtert werden, gerade weil sie eine eingehendere Auseinandersetzung verdient hätten.
  13. Vgl. u.a. Wolfgang Hellmich, Ich bin nie so gut, wie ich werden kann: Der moderne Mensch will sich dauernd selber optimieren. Und dafür nimmt er einiges in Kauf [11.2.2022], in: Neue Zürcher Zeitung, 10.9.2021.
  14. Es fällt auf, dass bei Röcke die Arbeitswelt in der Regel für die ‚negativen‘ Seiten von Selbstoptimierung steht, wohingegen die ‚positiven‘ Seiten zumeist in anderen Bereichen, etwa im Sport, bei der Gesundheit oder der Modifikation des Körpers, zu liegen scheinen, was durchaus erklärungsbedürftig ist.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Wibke Liebhart.

Kategorien: Körper Moderne / Postmoderne Psychologie / Psychoanalyse Sozialgeschichte

Jens Elberfeld

Dr. Jens Elberfeld ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Historische Erziehungswissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der (Wissens-)Geschichte der Therapeutisierung, der Körper- und Sexualitätsgeschichte sowie der Genealogie des Selbst.

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