Ulisse Dogà | Literaturessay |

Professor Ecos Gespensterkunde

Literaturessay zu „Der ewige Faschismus“ von Umberto Eco

Umberto Eco:
Der ewige Faschismus
übersetzt von Burkhard Kroeber
Deutschland
München 2020: Hanser
80 S., 10 EUR
ISBN 978-3-446-26576-9

In den letzten Jahren sind in Italien unzählige Bücher zum Faschismus erschienen. Man kann von einer regelrechten publizistischen Modeerscheinung sprechen, deren Beteiligte behaupten, den Faschismus nun endlich nach all seinen Aspekten durchleuchtet zu haben, nachdem er jahrzehntelang das Terrain ideologischer Grabenkämpfe gewesen sei. Die Konfliktlinien, so wird gesagt, trennten eine esoterische und reaktionäre Minderheitskultur, die die faschistische Zeit mythologisiert und kultisch verehrt habe, von einer militanten, hegemonialen linken Kultur, die den Faschismus zum kleinbürgerlichen und provinziellen Phänomen herabgestuft und ihn so strukturell banalisiert habe.

Nach näherer Betrachtung lässt sich die aktuelle Verlagsmode jedoch auch weniger umständlich beschreiben: Der frühen Darstellung von Faschismus als Epoche und Geisteshaltung in literarisch-erzählerischen Werken folgten naturgemäß Werke von Historikern und Kulturwissenschaftlern, die sich um distanziertere Darstellungen bemühen. So findet man heute beides: Während monumentale Romane wie Antonio Scuratis M. Der Sohn des Jahrhunderts oder Michela Murgias ironische Gebrauchsanweisung, wie man am effizientesten zum Faschisten wird,[1] die faschistischen Gespenster bis in die Gegenwart spuken lassen, arbeiten einschlägige Publikationen etwa von David Bidussa, Claudio Vercelli oder Emilio Gentile weiter an der Historisierung der faschistischen Erscheinungen.[2]

Eco und Pasolini, zwei entgegengesetzte Pole der italienischen Linken

Zuletzt haben zwei Verlage diesen publizistischen Trend geschickt genutzt und zwei Essays zum Thema Faschismus von großen Persönlichkeiten der italienischen Linken wiederaufgelegt. Bei Garzanti erschien 2018 Il fascismo degli antifascisti (Der Faschismus der Antifaschisten) von Pier Paolo Pasolini, bei La Nave di Teseo im gleichen Jahr Umberto Ecos Il fascismo eterno. Die vom Hanser Verlag ebenfalls erneut aufgelegte deutsche Übersetzung wird ergänzt durch vier weitere Gelegenheitsschriften des Romanciers und Semiotikprofessors über Intoleranz, Migration und Anerkennungspolitiken sowie ein Vorwort von Roberto Saviano. Der ewige Faschismus geht zurück auf einen Vortrag, den Eco am 25. April 1995 anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung Italiens gehalten hatte und der bald darauf in der New York Review of Books abgedruckt wurde.[3] Eine italienische Fassung erschien unter dem Titel „Totalitarismo fuzzy e Ur-Fascismo“ in der Rivista dei libri, die erste deutsche Übersetzung 1998 im Band Vier moralische Schriften.[4] Die deutsche Übersetzung von Pasolinis Aufsatz war bereits seit 1988 verfügbar.[5]

Die Gegenüberstellung von Pasolini (1922–1975) und Eco (1932–2016) ist nicht nur dem publizistischen Zufall geschuldet, vielmehr verkörpern die beiden intellektuellen Galionsfiguren entgegengesetzte Pole innerhalb der italienischen Linken. Mit einer berühmten Metapher von Eco selbst lässt sich sagen, dass Pasolini den Pol der Apokalyptiker einnimmt, während Eco für die Figur des perfekt Integrierten steht. Beide Denker sind noch während der Diktatur geboren und daher Zeugen des historischen Faschismus, beide schlagen jedoch ein idealtypisches Konzept des Faschismus vor und sprechen von einem „wahren“, „ewigen“ Ur-Faschismus, einem reaktionären politischen und sozialen Modell, das in der Geschichte immer wieder auftauche und gerade in unserer liberalen und kapitalistischen Epoche mit besonderer Vehemenz zur Geltung kommen könne.

„Kein faschistischer Zentralismus hat das geschafft, was der Zentralismus der Konsumgesellschaft geschafft hat.“ (Pier Paolo Pasolini)

Die Wiederauflage von Pasolinis Faschismusessay in Italien stieß kaum überraschend auf geringe Resonanz, schließlich stammt der Text aus der berühmten und leicht zugänglichen Sammlung der Scritti corsari (Freibeuterschriften) aus dem Jahr 1975. Die griffigste Version von Pasolinis Kernthese liefert der Apokalyptiker selbst, wenn er schreibt: „[K]ein faschistischer Zentralismus hat das geschafft, was der Zentralismus der Konsumgesellschaft geschafft hat.“[6] In Italien ist dieser Gedanke inzwischen zum intellektuellen Klischee geronnen, das noch immer bis zur vollständigen semantischen Erschöpfung durchexerziert wird.

Der wiederaufgelegte Beitrag des gutmütigeren und ironischeren Eco hat stattdessen posthum und post rem lebhafte und widerstreitende Reaktionen ausgelöst, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass sich Ecos argumentative und rhetorische Strategie aus der Mitte der 1990er-Jahre knapp zwei Jahrzehnte später im Lichte der weithin unerwarteten Machtübernahme durch eine breite rechtskonservative Koalition von Berlusconis populistischen Parteien, der Lega Nord und der rechtsnationalen Alleanza Nazionale nicht nur als ein wenig zu abgehoben, sondern auch als historische Fehleinschätzung erwiesen hat.

Typische Merkmale des „Ur-Faschismus“

Eco beginnt seinen Aufsatz mit Kindheitserinnerungen: der erste Preis des noch sehr jungen Schriftstellers bei einem literarischen Wettbewerb mit einem lobenden Beitrag über den Duce; die innere Distanzierung vom Faschismus; die Begegnung mit den Helden des Widerstands und den exotisch erscheinenden amerikanischen Befreiern; das Kriegsende und die Entdeckung, dass es nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa bewaffneten Widerstand gab und schließlich die Begegnung mit dem Holocaust durch die frühen fotografischen Berichte.

Der biografische Auftakt, der Eco als direkten Zeugen der Ereignisse ausweist, erfüllt nicht nur anekdotische Funktionen, sondern richtet sich gegen diejenigen Zeitgenossen, die noch immer die Rolle des linken Widerstands beim Befreiungsprozess Italiens von Faschisten und Nationalsozialisten verleugnen. Bereits die Notwendigkeit, sich von solchen Negationisten abgrenzen zu müssen, zeigt, dass der Faschismus kein vergangenes Phänomen ist:

„[A]uch wenn politische Regime gestürzt, Ideologien kritisiert und demontiert werden können – hinter jedem Regime und seiner Ideologie steht eine Art des Denkens und Fühlens, eine Reihe von kulturellen Gewohnheiten, eine Wolke von dunklen Instinkten und unauslotbaren Trieben. Gibt es also noch ein weiteres Gespenst, das in Europa umgeht (um nicht von anderen Teilen der Welt zu sprechen)?“ (S. 20).

Eco versucht im Folgenden, die Konturen dieses wolkenartigen Wesens, dieses Gespensts des Faschismus, nachzuzeichnen. Das Ergebnis ist eine Liste mit vierzehn Merkmalen, die den „ewigen oder Ur-Faschismus“ (S. 30) erschöpfend charakterisieren sollen:

  1. Kult der Überlieferung und Synkretismus
  2. Ablehnung der Moderne und Irrationalismus
  3. Kult der Aktion um der Aktion willen bzw. Misstrauen gegenüber der intellektuellen Welt
  4. Ablehnung kritischen Denkens
  5. Angst vor Andersartigem, Rassismus
  6. Appell an die frustrierten Mittelklassen
  7. Obsession mit Verschwörungserzählungen von der Gefährdung der nationalen Gemeinschaft bzw. Aufruf zu Fremdenfeindlichkeit
  8. Unfähigkeit, die Stärke des Feindes richtig einzuschätzen
  9. Antipazifismus
  10. Elitedenken und Verachtung der Schwachen
  11. Heroismus und Kult des Todes
  12. Machismus und Chauvinismus
  13. Qualitativer Populismus und Ablehnung des Parlamentarismus
  14. Newspeak und Verwendung einer einfacheren und verarmten Sprache

Sicher hat eine solche Synthese den Vorteil, einige wichtige Merkmale des Faschismus klar zu identifizieren und zu benennen, die sich auch bei heutigen populistischen Parteien und Bewegungen entlang des gesamten politischen Spektrums wiederfinden lassen. Es ist jedoch fraglich, ob man den Ursachen der gegenwärtig hochstehenden Populismuswelle tatsächlich auf die Sprünge kommt, wenn man sie als historische Schwankung eines ewiggleichen obskuren Urphänomens versteht. Jedenfalls kann man Eco entgegenhalten, dass der historische Faschismus schon deshalb nicht als irrational und reaktionär qualifiziert oder disqualifiziert werden kann, weil er das Produkt einer seinem eigenen Selbstverständnis gemäß revolutionären, absoluten, aber auch sehr modernen Konzeption von Politik gewesen ist. Für die Gegenwart wiederum gilt, dass Abgrenzungen zwischen Faschismus und Anti-Faschismus auf der Grundlage von Ecos Merkmalkatalog nicht eindeutig gezogen werden können: So gibt es heute beispielsweise offen rassistische und homophobe Demokratien, aber auch Linkspopulist*innen, die nicht antiparlamentarisch eingestellt sind.

Ein reaktionäres Verhältnis zur Vergangenheit

Auch die These vom Überlieferungskult lässt sich bei genauerem Hinsehen nicht ohne Weiteres aufrechterhalten, da bereits die Beziehung des historischen Faschismus zur kulturellen Vergangenheit keine empathische und mimetische, sondern vielmehr eine rein instrumentelle gewesen ist. Beim Rückgriff auf oder vielmehr bei der Verwendung von gemeinschaftsstiftender Mythen handelte es sich, um es mit Karl Kerényis Kategorien auszudrücken, nicht um eine genuine Inspiration, sondern um eine technische Manipulation der Überlieferung, die allein darauf abzielte, Symbole und Mythologien für politische Zwecke auszunutzen. Bereits 1979 zeigte Furio Jesi in seinem Buch Kultur von rechts, dass dem „technisierten Mythos“ nicht die einfache und verarmte Sprache, sondern die zweckgeleitete Sprache der Propaganda entspricht.[7]

Die Begriffe und Kategorie dieser Sprache wurden jedoch nicht ex nihilo geschaffen, sondern von der (spät)bürgerlichen Kultur und deren Tendenz zum reaktionären Umgang mit der Vergangenheit geerbt. Aus dieser Perspektive kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass das weit größeren Schrecken erregende Gespenst der Gegenwart, das weitgehend unberührt von den oberflächlichen Wechseln der Nachkriegsregime sein stetes Unwesen treibt, die konservative Bourgeoisie mitsamt ihren kleinbürgerlichen reaktionären Vasallen ist.

Mehr als nur verstreute Spuren einer zutiefst bürgerlichen, elitären und konservativen Haltung lassen sich auch bei dem linken Intellektuellen Eco nachweisen. Sein Text vollzieht eine eindeutige Relativierung des historischen Faschismus, die von einer durch und durch karikierenden Darstellung angetrieben wird. Er selbst tritt dabei als Denker auf, der behauptet, die echte und authentische Verbindung zur Vergangenheit und Tradition zu verkörpern. Deutlich wird dies etwa an seiner paternalistischen, grobschlächtigen Haltung zu den sozialen Medien, die in einer Polemik aus dem Jahr 2015 so klingt: „Sie sind ein positives Phänomen, aber sie geben auch Legionen von Dummköpfen das Rederecht, also Menschen, die bislang höchstens nach einem Glas Wein an der Bar das Wort ergriffen, ohne dabei der Allgemeinheit zu schaden. Jetzt haben diese Dummköpfe [imbecilli] das gleiche Rederecht wie Nobelpreisträger.“[8]

Der Provinzialismus der Antifaschisten

Zu Recht stellt die Historikerin Alessandra Tarquini in ihrem Artikel „Der imaginäre Faschismus von Pasolini, Bobbio, Eco und Gobetti“[9] im Corriere della Sera fest, dass sich Piero Gobettis These vom provinziellen Faschismus, der auf dem Boden eines rückständigen und kleinbürgerlichen Landes gediehen sei und dessen Erfolg weniger auf Ideologie und Politik denn auf Rhetorik und Manipulation beruht habe, tief in den Fundamenten der italienischen Nachkriegsintelligentsia verwurzelt habe. Bis heute besteht diese auf der Darstellung des Faschismus als Ausdruck einer beklagenswerten Mehrheit der italienischen Bevölkerung, während sie sich selbst als edlere Minderheit des Landes versteht.

Ecos Begriffsmuster tragen kaum zur Erklärung bei, warum seit den neunziger Jahren Millionen von Wählerstimmen aus den traditionellen linken Parteien in die braunen Töpfe der Lega Nord gewandert sind. Innerhalb der linken Publizistik scheint die Suche nach den tatsächlichen Ursachen, die den dramatischen Transfer der Arbeiterstimmen von der kosmopolitisch ausgerichteten Kommunistischen Partei PCI zur regional verwurzelten, durch und durch reaktionären und offen rassistischen Lega erklären könnten, noch immer mit einem Tabu belegt zu sein.

Trotz der Prominenz differenzierterer soziologisch-literarischer Analysen, wie etwa von Giorgio Bassani oder Primo Levi,[10] insistiert die überwältigende Mehrheit linker Intellektueller noch immer auf einer sauberen kulturellen und sozialen Trennung zwischen populistisch-neofaschistischen Kräften einerseits und einer zivilisierten, fortschrittlichen Hochburg des Geistes und der Aufklärung andererseits. Einen besonders himmelsschreienden Auswuchs einer solchen Grundhaltung hat Alberto Asor Rosa zu verantworten, wenn er behauptet, der Berlusconismus sei ein noch schlimmeres Phänomen als der historische Faschismus unter Mussolini.[11] Ungeachtet solcher Absurditäten harrt eine höchst problematische und widersprüchliche politisch-gesellschaftliche Realität einer Deutung, die der bequeme Schematismus, der das linke Heldentum von jeglicher faschistischer Kontamination reinhalten will, nicht zu leisten imstande ist.

Ecos Begriffsmuster tragen kaum zur Erklärung bei, warum seit den neunziger Jahren Millionen von Wählerstimmen aus den traditionellen linken Parteien in die braunen Töpfe der Lega Nord gewandert sind. Innerhalb der linken Publizistik scheint die Suche nach den tatsächlichen Ursachen, die den dramatischen Transfer der Arbeiterstimmen von der kosmopolitisch ausgerichteten Kommunistischen Partei PCI zur regional verwurzelten, durch und durch reaktionären und offen rassistischen Lega erklären könnten, noch immer mit einem Tabu belegt zu sein. Anstatt sich möglichst unvoreingenommen den historischen Tatsachen zu stellen, stehen die Fürsprecher der kommunistischen Partei, welche sich jahrzehntelang der Autofiktion als führende Organisation im Interesse der Massen hingegeben hatte, heute sprachlos und gelähmt vor deren „Verrat“.

Zu den Entwicklungen in Frankreich, wo in den letzten Jahrzehnten bekanntlich eine teils mit Italien vergleichbare, ähnlich gespenstische und drastische Stimmenwanderung von der kommunistischen Partei PCF zum Front National stattgefunden hat, gibt es mittlerweile immerhin die aufschlussreichen Seiten aus Didier Eribons Rückkehr nach Reims zu lesen.[12] In Italien hingegen wird eine solche gleichermaßen literarisch wie soziologisch zeitgemäße Beurteilung der gegenwärtigen Lage wohl nicht zuletzt unter der Erblast Ecos und Pasolinis noch eine Weile auf sich warten lassen. Bis dahin gilt: Solange sich eine intellektualistische Grundhaltung vom historischen Terrain loslöst, um sich ungestört der transzendentalen Beschreibung politischer Strukturen widmen zu können, verfehlt sie nicht nur das Ziel ihrer Kritik, sondern kultiviert ihre elitäre Blindheit gegenüber einer unappetitlichen Wirklichkeit, in der sie sich umso stärker verfängt, als sie sich durch rhetorische und intellektuelle Gesten aus ihr herauszuwinden sucht.

  1. Antonio Scurati, M. Der Sohn des Jahrhunderts, übers. von Verena von Koskull, Stuttgart 2020; Michela Murgia, Faschist werden. Eine Anleitung, übers. von Julika Brandestini, Berlin 2019.
  2. Vgl. Giuseppe Vacca / David Bidussa (Hg.), Il fascismo in tempo reale. Studi e ricerche di Angelo Tasca sulla genesi e l'evoluzione del fascismo in Europa, 1926–1938, Mailand 2014; Giulia Albanese / David Bidussa / Jacopo Perazzoli (Hg.), Siamo stati fascisti. Il laboratorio dell’antidemocrazia, Italia 1900-1922, Mailand 2020; Emilio Gentile, Fascismo. Storia e interpretazione, Rom/Bari 2002. Zur Historisierung des Faschismus gehört auch die Historisierung seiner Verleugnung, vgl. Claudio Vercelli, Il negazionismo. Storia di una menzogna, Rom/Bari 2013. Vercelli widmet sich neuerdings, in einer gewissen Annäherung an den Trend, verstärkt der Erforschung des Neofaschismus, vgl. ders., Neofascismi, Turin 2018, sowie ders., Neofascismo in grigio. La destra radicale tra l'Italia e l'Europa, Turin 2021.
  3. Umberto Eco, Ur-Fascism, in: New York Review of Books, 22.6.1995, https://nybooks.com/articles/1995/06/22/ur-fascism (30.10.2021).
  4. Umberto Eco, Totalitarismo fuzzy e Ur-Fascismo, in: La Rivista di libri, Juli/August 1995; ders., Vier moralische Schriften, übers. von Burkhardt Kroeber, München 1998.
  5. Pier Paolo Pasolini, Freibeuterschriften. Die Zerstörung der Kultur des Einzelnen durch die Konsumgesellschaft, hrsg. von Peter Kammerer, übers. von Thomas Eisenhardt, Berlin 1988.
  6. Pasolini, Freibeuterschriften, S. 40. Das Zitat geht so weiter: „Der Faschismus propagierte ein reaktionäres und monumentales Modell, das aber aus das Papier blieb. Die verschiedenen Sonderkulturen (die der Bauern, der Subproletarier, der Arbeiter) richteten sich vielmehr weiter unbeirrbar nach ihren überlieferten Modellen. Die Repression beschränkte sich darauf, einen verbalen Konsens einzufordern. Heute dagegen ist der vom Zentrum geforderte Konsens zu den herrschenden Modellen bedingungslos und total.“
  7. Furio Jesi, Cultura di destra, con tre inediti e un'intervista (1979), hrsg. von Andrea Cavalletti, Rom 2011.
  8. Siehe Gianluca Nicoletti, Umberto Eco: „Con i social parola a legioni di imbecilli“, in: La Stampa, 11.6.2015, https://www.lastampa.it/cultura/2015/06/11/news/umberto-eco-con-i-social-parola-a-legioni-di-imbecilli-1.35250428 (30.10.2021).
  9. Alessandra Tarquini, Il fascismo immaginario di Pasolini, Bobbio, Eco e Gobetti, in: Corriere della Sera, 4.11.2018, https://www.pressreader.com/italy/corriere-della-sera-la-lettura/20181104/282643213560324 (30.10.2021).
  10. Vgl. Ferdinando Camon, Conversazione con Primo Levi, Mailand 1991; Gespräch mit Giorgio Bassani, in: ders. (Hg.), Il mestiere di scrittore. Conversazioni critiche, Mailand 1973, S. 54-71.
  11. Vgl. Alberto Asor Rosa, Più del fascismo, in: Il manifesto, 6.8.2008.
  12. Immerhin gibt es seit 2017 die italienische Übersetzung: Didier Eribon, Ritorno a Reims, übers. von Annalisa Romani, Mailand 2017.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Samir Sellami.

Kategorien: Demokratie Kritische Theorie Kultur Rassismus / Diskriminierung

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Ulisse Dogà

Dr. Ulisse Dogà ist Literaturwissenschaftler. Wichtige Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der Kritischen Theorie, Ästhetik und Linguistik sowie moderne deutsche und italienische Lyrik und deren Theorie. Zu seinen Publikationen zählen „Der Entreimte. Über Paul Celans Spätwerk“ (Rimbaud, 2007), „Von der Armut am Geiste. Die Geschichtsphilosophie des jungen Georg Lukács“ (Aisthesis, 2019) und zuletzt eine essayistische Studie zum Futur II in der Dichtung beim italienischen Verlag Quodlibet.

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