Vortrag

Datenschutz im Internet der Dinge: Können Datentreuhänder helfen?

Vortrag von Zinaida Benenson bei der Verbraucherzentrale NRW. Voranmeldung erforderlich

20. Januar 2022 | 13:00 - 15:00
Organisator: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V.
Veranstaltungsort: Online-Veranstaltung

Vortragende: Dr. Zinaida Benenson (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
Vortrag 14: Datenschutz im Internet der Dinge: Können Datentreuhänder helfen?

Internet of Things (IoT) verspricht, unseren Alltag durch allgegenwärtige Automatisierung zu erleichtern. Insbesondere soll alles „smart“ werden: smarte Beleuchtung schaltet sich ein, wenn man nach Hause kommt; smarte Heizung passt Temperatur und Luftfeuchtigkeit den Präferenzen der Bewohner an; smarter Saugroboter erstellt den Plan der Wohnung, um effizient saugen zu können; smarte Türklingel filmt die Besucher; smarte Türschlösser lassen den Paketboten rein und smarte Hauskamera beobachtet, dass er nur in einen vorher bestimmten Bereich der Wohnung geht; smarte Alarmanlagen schützen vor unbefugten Zutritt. Und das Ganze wird mithilfe von Smartphone-Apps und smarten Sprachassistenten verwaltet. Solche smarten Systeme gibt es nicht nur in privaten Wohnungen und Häusern, sondern auch in Bürogebäuden, Fabriken, Hotels.

Um smart zu sein, sammeln all diese Systeme persönliche Daten, und verraten teilweise sehr viel über die Menschen, die sich in ihrer Nähe aufhalten – seien es die Besitzer der Systeme, ihre bewussten Benutzer oder Unbeteiligte, die eventuell gar nicht wissen, dass das System da ist. Folgen dieses Datensammelns sind für Laien sehr schwer einzuschätzen, und auch in der Industrie und in der akademischen Forschung noch nicht ausreichend untersucht. So stellte sich in der Vergangenheit heraus, dass intelligente Strommesser, falls sie mit einer hohen Granularität den Energieverbrauch in Haushalten messen, den Tagesablauf der Bewohner, die im Haushalt vorhandenen Geräte, und sogar angeschaute Fernsehprogramme bestimmen lassen. Diese Forschung hat dazu geführt, dass für Smart Metering in Deutschland hohe Datenschutzanforderungen gelten. Für andere smarte Systeme sind diese Anforderungen jedoch weitgehend nicht festgelegt.

Aktuelle Forschung im Bereich Datenschutz in smarten Systemen zeigt, dass die Gefahren, die von smarten Systemen ausgehen, den Verbraucher:innen weitgehend nicht bewusst sind. Deswegen stellt sich die Frage, ob die Verbraucher:innen unter diesen Umständen überhaupt in der Lage sind, ihre Präferenzen zu bestimmen und an Dritte, zum Beispiel an Datentreuhänder, zu kommunizieren.

Zur Veranstaltungswebseite und Anmeldung (Link)

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