Angst im Sozialstaat – Sozialstaat in Angst?

Jahrestagung der Sektion "Sozialpolitik" der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Flüchtlingskrise, Gewalt im öffentlichen Raum, rechtspopulistische Angstrhetorik als Wahlkampfstrategie – seit Monaten diskutieren Medien und kritische ZeitbeobachterInnen über Dynamiken emotionaler Verunsicherung, und dabei geht es immer auch um die Zukunft des Wohlfahrtsstaats.

Ungeachtet der in Deutschland seit einiger Zeit wieder wachsenden volkswirtschaftlichen Prosperität scheinen die sozialen Lebensverhältnisse wie auch die auf sie einwirkenden Politiken bei vielen für Irritationen und Unruhe zu sorgen.

Aber welche Rolle spielen Ängste, Sorgen und erlebte Unsicherheit tatsächlich im Kontext von zeitgenössischer Sozialpolitik und beschleunigtem sozialen Wandel? Was haben die Reformen der jüngeren Vergangenheit in verschiedenen sozialen Schichten und Lebenslagen konkret bewirkt? Inwiefern wurden durch sie Ängste eher befördert denn besänftigt, und wie werden diese subjektiv erfahren und verarbeitet? Werden Leistungsversprechen des Wohlfahrtsstaats prinzipiell unsicherer bzw. angstbesetzt, und mit welchen Folgen für den sozialen Zusammenhalt? 

Die von der Sektion Sozialpolitik der Deutschen Gesellschaft für Soziologie an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin ausgerichtete Fachtagung hat zum Ziel, die multiplen Facetten der mit den genannten Fragen angerissenen Transformationsprozesse näher auszuleuchten. Der Blick richtet sich dabei auf übergeordnete Entwicklungsdynamiken sowie konkrete Felder sozialer Sicherung, Interventionen und Problemstellungen (Migration, Arbeitslosigkeit, Familie und Jugendhilfe, Altersversorgung). Integriert wird zudem – im Kontext der Debatten zur Bundestagswahl im September 2017 – eine Podiumsdiskussion mit VertreterInnen der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien. 

Zum Programmflyer (PDF)