Die Geistes- und Sozialwissenschaften angesichts großer gesellschaftlicher Herausforderungen. Distanzierte Beobachtung oder transformatives Engagement?

Digitale Vortragsreihe "Transfer neu denken. Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in der Gesellschaft"

Der Umgang mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wie nachhaltiger Entwicklung, Klimaschutz und schneller Digitalisierung bedarf wissenschaftlichen Wissens. Es geht um das Verstehen der Veränderungen, um Reflexion und Wissen zum Handeln. Umstritten ist, ob die Wissenschaften sich dabei auf ihre traditionelle Rolle des Lieferanten von Erkenntnis beschränken dürfen, oder ob sie nicht selbst aktiv werden sollen, z.B. im Hinblick auf gesellschaftliches und politisches Engagement. Im Vortrag werde ich diese allgemeine Frage auf die Rolle der Geistes- und Sozialwissenschaften, näherhin der Philosophie angesichts der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Entwicklung zuspitzen.

Armin Grunwald (*1960) ist Professor für Technikphilosophie und Technikethik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Nach dem Studium der Physik, Mathematik und Philosophie promovierte er in Physik an der Universität Köln und habilitierte in Philosophie an der Philipps-Universität Marburg. Er war u.a. am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie an der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates tätig. Seit Oktober 1999 leitet er das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS). Seit 2002 leitet er ebenfalls das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag.

Einführung und Moderation:Prof. Dr. René Torkler

Zur Vortragsreihe

Seit der Jahrtausendwende hat sich die Welt radikal verändert: Kurz nach dem Fall der Berliner Mauer prognostizierte der US-amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama noch das Ende der Geschichte. Die anfängliche Euphorie angesichts eines möglichen Systemwandels scheint heute einem globalen Pessimismus gewichen zu sein. Der Zeitenlauf ist nicht zum Stillstand gekommen. Im Gegenteil: Die kritischen Ereignisse überschlagen sich. Die Krise des globalen Finanzsystems, die fortschreitende Erderwärmung, eine weltweit grassierende Pandemie oder das Erstarken autoritärer Systeme sind nur einige der Herausforderungen, die Wissenschaft und Gesellschaft intensiv beschäftigen.

In einer Zeit, in der die sozialen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen zunehmen, sind die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften gefragt, aktiv zu deren Bewältigung beizutragen. Doch welche Rolle kommt ihnen künftig zu? Muss ihr Verhältnis zur Gesellschaft angesichts der aktuellen Herausforderungen neu gedacht werden? Braucht es alternative Formen der Kooperation oder der gesellschaftlichen Teilhabe an Erkenntnisprozessen? Neue Formen der inter- oder der transdisziplinären Zusammenarbeit?

Wir laden Sie ein, gemeinsam mit den Referentinnen und Referenten der Online-Vortragsreihe tradierte Rollenverständnisse der Wissenschaften, aber auch überkommene Erwartungshaltungen kritisch zu diskutieren. Wir fragen: Welchen Beitrag können die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften leisten? Und wie kann der Ideen-, Wissens- und Technologietransfer zwischen den Disziplinen und mit gesellschaftlichen Akteuren gelingen?

Teilnahme und Anmeldung:

Die Veranstaltungsreihe findet online statt und wird über das Videokonferenz-Tool Zoom sowie über die YouTube- und Facebook-Kanäle der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt übertragen. Bitte melden Sie sich für eine aktive Teilnahme an der Veranstaltung in Zoom vorab an. Sie können dadurch direkt an der anschließenden Diskussion teilnehmen.

Anmeldung zur gesamten Vortragsreihe über Zoom:

Nach Angabe Ihres Vor- und Nachnamens und Ihrer E-Mail-Adresse erhalten Sie zunächst eine Bestätigungsmail. Die jeweiligen Zoom-Links, die zu den einzelnen Vortragsterminen führen, erhalten Sie stets unmittelbar vor den Vorträgen. Ihren Namen benötigen wir, um eine Gästeliste für die Zoom-Meetings erstellen zu können und Ihnen als Teilnehmenden Zutritt zu gewähren.

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