Die "Moderne". Anmerkungen zu einem vermeintlichen Grundbegriff der Soziologie.

Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Knöbl (HIS) im Rahmen der CGG Lecture Series

Der Vortrag hinterfragt die Behauptung, wonach die "Moderne" für die Gründerväter der Soziologie ein zentraler Forschungsgegenstand gewesen sei. Tatsächlich ist der Begriff der "Moderne" erst in den späten 1960er- bzw. frühen 1970er-Jahren wirklich prominent geworden, beginnen erst ab diesem Zeitpunkt hitzige Debatten über das "Wesen" der Moderne. Ironischerweise ist freilich mit dem Moderne-Begriff gleichzeitig auch schon derjenige der "Postmoderne" aufgetaucht, mt der dortigen Rede von der Krise jener (klassischen) Moderne. Seit den späten 1990er-Jahren nun gibt es zahlreiche Versuche, den Begriff der "Moderne" zu pluralisieren, so dass man von "multiplen", "verwobenen", "kolonialen Modernen" spricht, um den ethnozentrischen Fallen der bisherigen Moderne-Debatten zu entgehen. Freilich kann all dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Moderne-Konzept (ob nun pluralisiert oder nicht) schon immer auf erhebliche Probleme gestoßen ist, so dass sich durchaus die Frage stellen lässt, ob dieser Terminus im Rahmen soziologischer Analysen überhaupt sinnvoll zu verwenden ist.

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