Diskriminierung im Bildungsbereich abbauen: Bedeutung und Rezeption des Menschenrechtsansatzes in der Bildungsforschung

Workshop am WZB Berlin

Der Schutz vor Diskriminierung ist ein wesentliches Strukturprinzip der Menschenrechte und des Menschenrechts auf Bildung. Diskriminiert werden darf weder beim Zugang zu öffentlichen Bildungseinrichtungen und -angeboten noch in Hinblick auf angemessene Partizipation, etwa aufgrund von Behinderung, Herkunft, Geschlecht, Religion oder sexueller Identität. Zudem sind die Staaten gehalten, durch Maßnahmen wie Menschenrechtsbildung alle Menschen darin zu stärken, Diskriminierung abzubauen. Diskriminierung ist ein alltägliches soziales Phänomen, das sich sowohl auf individueller als auch auf struktureller Ebene beobachten lässt. Der Begriff der Diskriminierung wird sowohl in der menschenrechtlichen und juristischen Debatte als auch in der empirischen Bildungsforschung verwendet, um Exklusionen und Benachteiligungen aufzuzeigen, zu analysieren und normativ zu bewerten. Allerdings zeigt sich, dass zwischen empirischer Forschung und normativer Menschenrechtsdebatte kaum Austausch stattfindet und sich die Bildungsforschung – etwa bei der Formulierung von Forschungsfragen – oft nur indirekt von einem bestimmten normativen Verständnis leiten lässt. Eine verstärkte Berücksichtigung des menschenrechtlichen Ansatzes könnte nicht nur dazu beitragen, die Untersuchungen der Bildungsforschung stärker auf verbindliche normative Grundlagen zu beziehen, sondern auch wertvolle Beiträge für das Menschenrechts-Monitoring und somit zum Abbau von Diskriminierung leisten.

Ziel der Tagung ist es, eine Brücke zwischen dem Menschenrechtsansatz und der empirischen Bildungsforschung zu bauen. Beiträge von international anerkannten Wissenschaftler_innen geben Impulse für eine Diskussion über die Frage, welche Begriffe und Verständnisse von Diskriminierung in der Bildungs- und Menschenrechtsforschung sowie beim Menschenrechts-Monitoring zugrunde gelegt werden und wie diese sich aufeinander beziehen.

Drei Workshops zu den Themen Diskriminierung und Antidiskriminierung schließen sich an, bevor auf einem Podium mit Expert_innen aus den Bereichen Bildungsberichterstattung, Monitoring und Evaluation erörtert wird, ob und wie menschenrechtliche Ansätze stärker in der Bildungsforschung verankert werden können.

Programm

9:30 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Reinhard Pollak
(Leiter der Projektgruppe Nationales Bildungspanel: Berufsbildung und lebenslanges Lernen, WZB)

10:00 Uhr
Kurzvorstellung Studie zur Umsetzung des Menschenrechts auf Bildung in Deutschland
Mareike Niendorf
& Dr. Sandra Reitz (Abteilung Menschenrechtsbildung, DIMR)

10:30 Uhr Impulsreferate

10:30 Uhr
Diskriminierungsverständnis aus menschenrechtlicher Perspektive
Prof. Dr. Beate Rudolf
(Direktorin DIMR)

10:50 Uhr
Diskriminierungsbegriffe in der Bildungsforschung
Prof. Dr. Mechthild Gomolla
(Helmut-Schmidt-Universität Hamburg)

11:10 Uhr
Menschenrechtliches Monitoring im Bildungsbereich
Prof. Dr. Lothar Krappmann
(ehemaliges Mitglied im UN-Fachausschuss für die Rechte des Kindes)

11:30 Uhr Diskussion im Plenum

12:00 Uhr
Vorstellung der Workshops

a) Abbau von Diskriminierung als Bildungsziel, in Bildungsplänen und -materialien
Moderation: Mareike Niendorf (DIMR)
Dr. Inga Niehaus (Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung)
Dr. Sandra Reitz (DIMR)

b) Zugang zu Bildung und Abbau von Diskriminierung in Bezug auf ethnische Herkunft/Rassismus
Moderation: Dr. Michael Wrase (WZB)
Dr. Cornelia Gresch (Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen - IQB)
Dr. Linda Supik (Kulturwissenschaftliches Institut Essen – KWI)

c) Empirische Erfassung von Inklusion und Vielfalt im schulischen Kontext
Moderation: Anne Piezunka (WZB)
Prof. Dr. Bettina Amrhein (Universität Bielefeld)
Dr. Angela Ehlers (Behörde für Schule und Berufsbildung, Hamburg)
Prof. em. Dr. Annedore Prengel (Universität Potsdam)

12:15 Uhr Mittagspause mit Imbiss

13:00 Uhr
Durchführung der Workshops zu a bis c

14:45 Uhr Kaffeepause

15:00 Uhr
Vorstellung der Workshop-Ergebnisse durch Moderatorinnen und Moderatoren

15:30 Uhr
Panel: Was bringen die Menschenrechte in der Bildungsforschung?
Leitfrage: Wie kann der menschenrechtliche Ansatz in der Bildungsforschung stärker verankert werden?

Moderation: Dr. Sandra Reitz (DIMR)

Es diskutieren:
Dr. Susanne von Below (Policy Officer, Empirische Bildungsforschung)
Dr. Ina Döttinger (Bertelsmann-Stiftung)
Prof. Dr. Lothar Krappmann (ehemaliges Mitglied im UN-Fachausschuss für die Rechte des Kindes)
Nathalie Schlenzka (Antidiskriminierungsstelle des Bundes)
N.N. (Bundesministerium für Bildung und Forschung, angefragt)

17:00 Verabschiedung

In Kooperation mit: Deutsches Institut für Menschenrechte

Informationen: Mareike Niendorf (menschenrechtsbildung(at)dimr(dot)de)

Wir bitten um Anmeldung möglichst bis zum 15.09.2016 an Laura Jung (laura.jung(at)wzb(dot)eu).

Das WZB bietet für die Zeit der Veranstaltung Kinderbetreuung an. Wir bitten um Anmeldung bis zum 15.09.2016 an Friederike Theilen-Kosch (friederike.theilen-kosch(at)wzb(dot)eu).

Der Veranstaltungsort ist rollstuhlgerecht. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie besondere Unterstützung benötigen. Angemessene, mit der Veranstaltung verbundene Vorkehrungen treffen wir gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten für Sie. Wir bitten bis zum 15.09.2016 um eine Nachricht an Laura Jung per E-Mail (laura.jung(at)wzb(dot)eu) oder telefonisch montags und dienstags 10.00 - 14.00 Uhr unter der Nr. 030/25491-268.