Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?

Workshop zur Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen am 19. September an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg

In allen Ländern Europas liegt der durchschnittliche Verdienst von Frauen unter dem von Männern, in Deutschland ist jedoch die statistische, unbereinigte Lohnlücke mit 22 Prozent beson­ders hoch. Der Gender Pay Gap hat viele strukturelle Ursachen, wie die ungleiche Verteilung von Frauen und Männern in ver­schiedenen Wirtschaftszweigen – Stichwort Geschlechterse­gregation – mit tendenziell besser abgesicherten und höher ent­lohnten Arbeitsplätzen in industriellen sowie anderen traditionell männlich geprägten Berufen. Auf der anderen Seite spielt die Arbeitszeitfrage eine große Rolle, was sich an den Lebensmo­dellen heterosexueller Paare zeigt: bei 73 Prozent der Ehepaare in Deutschland arbeitet der Mann in Vollzeit und die Frau in Teil­zeit, und auch bei mehr als 50 Prozent der nicht verheirateten Paare wird diese Form der Arbeitsteilung praktiziert. Dies wie­derum hängt mit der geschlechtlichen Arbeitsteilung im Haus­halt, der Care-Arbeit, zusammen. Das Anfang 2018 in Kraft ge­tretene Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG), so kritisieren unterschiedliche Akteure wie der Handelsverband Deutschland (HDE), die Bundestagsfraktion Bündnis 90/die GRÜNEN oder der DGB, sei unwirksam, reine »Symbolpolitik« und ändere an diesen strukturellen Ursachen der ungleichen Erwerbs- und Ein­kommenssituation von Frauen und Männern nichts.

Vor diesem Hintergrund zielt der geplante Workshop darauf, die einzelnen Komponenten des Gender Pay Gaps in Deutschland genauer anzuschauen. Wie kommt es zur unterschiedlichen Ar­beitszeit von Frauen und Männern? Wie »geschlechtstypisch« ist die Berufswahl und verändert sich diese? Und schließlich: Wieso werden sogenannte »Frauentätigkeiten« überhaupt schlechter bezahlt? Unter dem Titel »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?« la­den wir dazu ein, mit Expert_innen über ihre Forschung zu disku­tieren und die alte Frage neu zu denken, wie Erwerbsunterschie­de zwischen den Geschlechtern aufgebrochen werden können.

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Lehrstuhl Wirtschafts- und Arbeitssoziologie
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Dr. Virginia Kimey Pflücke
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› Anmeldung bitte bis 13.09.2019
an dorothea.werchosch(at)b-tu(dot)de

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