Hybridisierung inszenierter Ereignisse. Zur Diskussion zeitgeistiger Veranstaltungen

Tagung in Zusammenarbeit mit der Sektion Wissenssoziologie der DGS an der Technischen Universität Dortmund

Durch kommerzielle Interessen überlagerte jugendkulturelle Events;von Medienlogik dominierte Vor-Ort-Ereignisse; religiöse Feste mit Elementen populärkultureller Events; aus verschiedenen religiösen oder Kulturtraditionen heraus ‚zusammengebastelte‘ Feste; als Protest und als Vergnügen gleichermaßen konzipierte kollektive Ereignisse; die zu Bildungs- oder Vermarktungszwecken vollzogene Anreicherung hochkultureller Inhalte mit populärkulturellen Elementen: Die Liste an Beispielen für inszenierte Veranstaltungen, die sich durch graduelle Zugehörigkeiten, geplante Kombinationen, das Changieren in einem offenen Feld und die Verbindung bzw. Verschränkung von Elementen unterschiedlicher Provenienz auszeichnen, ließe sich weiter fortführen. All diesen Veranstaltungen ist gemein, dass in ihnen verschiedene Handlungs- und Deutungslogiken durchmischt sind und sie folglich nicht mehr mit herkömmlichen Kategorien beschrieben werden können.

Zwar ist Hybridisierung bei geplanten Menschenansammlungen weder historisch neu, noch eine Randerscheinung zeitgenössischer Phänomene. Sie können vielmehr als Begleiterscheinungen sozialen Wandels – insbesondere in pluralisierten Gesellschaften – begriffen werden. Gleichwohl fehlt es bislang an vergleichenden und theoretisch am infrage stehenden Phänomen interessierten sozialwissenschaftlichen Untersuchungen. Von der auf eine solche ‚Hybridperspektive‘ fokussierten Diskussion erwarten wir deshalb, kollektive Anlässe in Relation zu ihren Hintergründen und Bezügen besser verstehen, typisieren und theoretisieren zu können.Dabei interessiert uns unter anderem, welche Spannungsverhältnisse bei der Hybridisierung entstehen bzw. wie aus der Durchmischung resultierende Konflikte (beispielsweise zwischen Organisierenden untereinander oder zwischen diesen und Teilnehmern, mit Akteuren der medialen Öffentlichkeit etc.) ausgehandelt werden.

Kontakt:

Lisa Brasse (lisa.brasse(at)tu-dortmund(dot)de) und Gregor J. Betz (gregor.betz(at)fk12.tu-dortmund(dot)de)