Integrative Wissenschaft: das unmögliche Projekt?

Digitale Vortragsreihe "Transfer neu denken. Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in der Gesellschaft"

Mit Partizipation, Nachhaltigkeit oder Responsivität verknüpft sich der stets erneuerte Anspruch, gesellschaftliche Akteur*innen mit ihrem Wissen und ihren Werten zur Lösung komplexer Problemlagen in die Forschung einzubeziehen. Darüber hinaus engagieren sich neuerdings Hochschulen in der Leistungsdimension Transfer, um ihre Wissen-schaft mit ihrem gesellschaftlichem Ökosystem in den Austausch zu bringen – ebenfalls mit immer neuen Konzepten. Das wissenschafts-politische Konstrukt Großer Herausforderungen plausibilisiert diese Dynamik zwar, beruhigt sie jedoch nicht. Das liegt nicht zuletzt an den inhärenten Spannungen integrativer Wissenschaft, die auch die Ver-suche der hochschulischen Institutionalisierungen dieses Anspruchs nicht unberührt lässt.

Sabine Maasen (*1960) ist Professorin für Wissenschafts- und Innovations-forschung an der Universität Hamburg. Nach dem Studium der Soziologie, Linguistik und Psychologie an der Universität Bielefeld promovierte und habilitierte sie in der Soziologie. 2001 nahm sie einen Ruf auf die Professur für Wissenschaftsforschung/-soziologie an der Universität Basel an. Zuletzt war sie an der TU München tätig, wo sie seit 2013 den Lehrstuhl für Wissenschaftssoziologie innehatte und Direktorin des Munich Center for Technology in Society war. Sie ist Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrats Deutschland sowie der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsens.

Einführung und Moderation:Prof. Dr. Robert Schmidt

Zur Vortragsreihe

Seit der Jahrtausendwende hat sich die Welt radikal verändert: Kurz nach dem Fall der Berliner Mauer prognostizierte der US-amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama noch das Ende der Geschichte. Die anfängliche Euphorie angesichts eines möglichen Systemwandels scheint heute einem globalen Pessimismus gewichen zu sein. Der Zeitenlauf ist nicht zum Stillstand gekommen. Im Gegenteil: Die kritischen Ereignisse überschlagen sich. Die Krise des globalen Finanzsystems, die fortschreitende Erderwärmung, eine weltweit grassierende Pandemie oder das Erstarken autoritärer Systeme sind nur einige der Herausforderungen, die Wissenschaft und Gesellschaft intensiv beschäftigen.

In einer Zeit, in der die sozialen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen zunehmen, sind die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften gefragt, aktiv zu deren Bewältigung beizutragen. Doch welche Rolle kommt ihnen künftig zu? Muss ihr Verhältnis zur Gesellschaft angesichts der aktuellen Herausforderungen neu gedacht werden? Braucht es alternative Formen der Kooperation oder der gesellschaftlichen Teilhabe an Erkenntnisprozessen? Neue Formen der inter- oder der transdisziplinären Zusammenarbeit?

Wir laden Sie ein, gemeinsam mit den Referentinnen und Referenten der Online-Vortragsreihe tradierte Rollenverständnisse der Wissenschaften, aber auch überkommene Erwartungshaltungen kritisch zu diskutieren. Wir fragen: Welchen Beitrag können die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften leisten? Und wie kann der Ideen-, Wissens- und Technologietransfer zwischen den Disziplinen und mit gesellschaftlichen Akteuren gelingen?

Teilnahme und Anmeldung:

Die Veranstaltungsreihe findet online statt und wird über das Videokonferenz-Tool Zoom sowie über die YouTube- und Facebook-Kanäle der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt übertragen. Bitte melden Sie sich für eine aktive Teilnahme an der Veranstaltung in Zoom vorab an. Sie können dadurch direkt an der anschließenden Diskussion teilnehmen.

Anmeldung zur gesamten Vortragsreihe über Zoom:

Nach Angabe Ihres Vor- und Nachnamens und Ihrer E-Mail-Adresse erhalten Sie zunächst eine Bestätigungsmail. Die jeweiligen Zoom-Links, die zu den einzelnen Vortragsterminen führen, erhalten Sie stets unmittelbar vor den Vorträgen. Ihren Namen benötigen wir, um eine Gästeliste für die Zoom-Meetings erstellen zu können und Ihnen als Teilnehmenden Zutritt zu gewähren.

Programmflyer mit weiteren Vorträgen (PDF)