Jenseits des Menschen? Posthumane Perspektiven auf Natur/Kultur

Tagung an der Universität Mainz

In den letzten Jahrzehnten lassen sich zunehmend Ansätze und Positionen in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften beobachten, welche die Fokussierung auf den Menschen als handelndes Individuum und primär kulturelles Wesen erneut in Frage stellen. In ihren unterschiedlichen Zugängen eint diese Ansätze, dass sie etablierte dualistische Sichtweisen auf Natur/Kultur herausfordern oder irritieren. Erkennbar werden dabei verschiedene analytische Ausrichtungen, wobei nicht selten aus einer politischen Haltung und einer verstärkten ökologischen Sensibilität heraus argumentiert wird.

Der Mensch soll seine hegemoniale Stellung abtreten, indem er sich nicht (weiter) als der ‚Natur‘ übergeordnetes kulturelles Wesen begreift. Dies rückt die Frage nach einem Jenseits des Menschen ins Zentrum – sei es, dass der Mensch nur noch als eine Entität unter vielen betrachtet wird, oder dass das Zeitalter der Menschen als vergänglich erscheint (Anthropozän). In dieser Weise lässt sich gleichsam eine posthumane Wende identifizieren – etwa mit Blick auf neue Konzepte von Biosozialität, Transformationen zu bio-technologisierten Gesellschaften, Szenarien eines neuen Klimaregimes oder den verstärkten Einbezug machtvoller Materialität. Die Tagung möchte Wissenschaftler_innen verschiedener Fachrichtungen mit ihren unterschiedlichen Zugängen zu posthumanen Perspektiven auf Natur/Kultur ein breites Forum zur Diskussion bieten und zu einer Sondierung des Feldes sozial- und kulturwissenschaftlicher Forschungen beitragen.

Die Tagung findet am 19./20. September 2019 an der Johannes Gutenberg Universität Mainz statt. Sie wird durchgeführt vom Forschungsschwerpunkt Social and Cultural Studies Mainz (SOCUM). Keynote-Speaker der Tagung sind Prof. Rosi Braidotti (Utrecht University), Prof. Matthias Groß (Department of Urban and Environmental Sociology, Helmholtz Centre for Environmental Research – UFZ) und im Rahmen der Georg Forster Lecture 2019 Prof. Timothy Ingold (University of Aberdeen). Für weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung siehe https://posthuman.uni-mainz.de/

Organisation:  posthuman(at)uni-mainz(dot)de

Zum Programm (PDF)