La gestion de la Covid-19 en France: une crise organisationnelle?

Webseminar in der Reihe "Systemrelevant? Was die Krise mit unserer Gesellschaft macht. Deutsch-französische und europäische Perspektiven"

Das Centre Marc Bloch lädt Sie herzlich zum Webseminar (via Zoom) mit Henri Bergeron und Olivier Borraz (Sciences Po, Centre de Sociologie des Organisations) ein.

Henri Bergeron et Olivier Borraz: La gestion de la Covid-19 en France: une crise organisationnelle ?

La gestion de la pandémie de Coronavirus par les autorités françaises révèle plusieurs paradoxes: malgré une densité d'institutions d'expertise sanitaire tout à fait exceptionnelle, les débuts de la crise sont marqués par des improvisations organisationnelles au sommet de l'Etat pour conseiller l'exécutif; malgré un investissement ancien dans la préparation à la gestion d'une pandémie, on relève également ce qui s'apparente à un haut degré d'impréparation, qui débouche sur l'adoption d'une mesure totalement inédite: le confinement de l'ensemble de la population; enfin, malgré une gestion de crise qui, comparé à ses voisins, ne semble ni meilleure ni pire en termes de résultats, on constate en France un plus grand niveau de défiance au sein de l'opinion publique vis-à-vis des autorités. Nous proposerons dans cette présentation plusieurs pistes issues de la sociologie des organisations et de la sociologie des crises pour analyser ces paradoxes.

Diskussion mit Jérémy Geeraert (Humboldt Universität, Institut für europäische Ethnologie/CMB)

Anmeldung (via Zoom): anmeldung(at)cmb.hu-berlin(dot)de 

Online-Reihe: Systemrelevant? Was die Krise mit unserer Gesellschaft macht. Deutsch-französische und europäische Perspektiven

Zurzeit erleben wir eine nie dagewesene globale Gesundheitskrise. Die durch COVID-19 ausgelöste Ausnahmesituation hat unsere gesellschaftliche Ordnung tiefgreifend verändert. Sie beeinträchtigt unser geistiges Wohlbefinden, sie beeinflusst unser soziales Leben, stellt bestehende politische Zusammenhänge infrage und erschüttert unsere Finanzsysteme. Die Verschiebung der Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Leben hat die Rolle der Technologie in unserem Alltag intensiviert. Die Krise zwingt uns, unser Verhältnis zur Wissenschaft, aber auch zur Umwelt zu überdenken. Politik, Forschung und Medien versuchen, die Welt nach der Krise zu imaginieren – was von apokalyptischen Prophezeiungen bis hin zum Entwurf ökologischer Utopien reicht. Doch nicht allein die Zukunft, auch die heutigen Auswirkungen der Krise auf unzählige Bereiche unserer Gesellschaften müssen in aller Dringlichkeit reflektiert werden.

In diesem Kontext will das Centre Marc Bloch, deutsch-französisches Forschungszentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften, das sich hauptsächlich mit den Transformationen Europas und dessen Platz in einer globalen Welt beschäftigt, seine Debatten einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen: Ein neues, offenes Online-Seminar bringt jeweils Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen – wie der Geschichte, der Philosophie, der Soziologie, den Politikwissenschaften, der Anthropologie, den Kulturwissenschaften oder den Gesundheits- und Umweltwissenschaften – zu thematischen Diskussionen zusammen, um die Auswirkungen der Pandemie auf unsere Gesellschaften in medias res zu beleuchten. Hierbei sind wir davon überzeugt, dass die Vergangenheit zum Verständnis der aktuellen Situation beitragen kann, unabhängig davon, ob diese außerordentlich ist oder sich in eine lange Dauer einschreibt, ob sie unsere gesellschaftlichen und politischen Strukturen verfestigt oder umwälzt oder ob sie tatsächlich zu einer Neubewertung dessen führt, was als „wesentlich“ oder „relevant“ für die Gesellschaft begriffen wird. Gesellschaftsanalyse in Krisenzeiten mithilfe der Geistes- und Sozialwissenschaften kann so zum Verständnis dessen beitragen, was mit uns geschieht, und uns dabei helfen, die sich aufdrängenden gesellschaftlichen Veränderungen einzuschätzen.