Medien – Demokratie – Bildung: Normative Vermittlungsprozesse und Diversität in mediatisierten Gesellschaften

5. IMEC-Tagung an der TU Dortmund

Partizipation in digitalen Medien unterliegt in demokratischen Gesellschaften normativen Anforderungen, die in Bildungsprozessen vermittelt und angeeignet werden müssen. Dabei ist auf allen Stufen des Kommunikationsprozesses ein Einfluss digitaler Systeme möglich: In der Kommunikation wissen Rezipierende oft nicht mehr, warum sie bestimmte Dialoge im push- Modus angeboten bekommen und wann sie dabei mit Menschen oder Maschinen im Dialog sind.

Vor diesem Hintergrund stellt der Erwerb medialer, kommunikativer und digitaler Literacy eine notwendige ethische und bildungspolitische Herausforderung der Gegenwart dar. Schule und andere Bildungsinstitutionen stehen vor der Aufgabe, die Bedeutung der Algorithmen auf die Produktion, die Produkte, die Bewertung, Auswahl, Distribution und Rezeption digitaler medialer Angebote in den Fokus der medienbezogenen Reflexion zu rücken.

Die Tagung versucht in einem thematischen Dreischritt von Information, Partizipation und Reflexion die digitale Kommunikation zwischen Menschen und Maschinen auf den unterschiedlichen Stufen des Medienkommunikationsfeldes (Produktion, Produkt, Distribution, Rezeption) zu beschreiben, in ihrer Struktur und ihrem Wirkungspotential unter ethischen und Bildungsgesichtspunkten zu verstehen und Folgerungen für Bildungsdiskurse in demokratischen Gesellschaften zu formulieren.

1. Information: Medien und Demokratie
Demokratie setzt informierte Bürger*innen voraus, für deren Meinungsbildung Medien eine zentrale Funktion einnehmen. Gleichzeitig wird über social media „öffentliche Meinung“ beeinflusst bzw. sogar kreiert. Beiträge in diesem Themenfeld könnten z.B. die Wahrnehmung und Diskussion von medialen Entwicklungen vor dem Hintergrund der Auswirkungen auf demokratische Strukturen der Gesellschaft national wie international fokussieren. Dabei sind medienethische Betrachtungen konkreter neuer Mediengeräte, Medienformate, Geschäftsmodelle sowie deren infrastrukturelle und algorithmische Bedingungen erwünscht.

2. Partizipation: Digitale Bildung auf allen Ebenen der Gesellschaft
Um Partizipation zu ermöglichen, bedarf es der digitalen Literacy auf allen Ebenen der Gesellschaft. Die dazu erforderlichen Bildungsmaßnahmen müssen entlang der Bildungskette verankert und zudem inklusiv und diversitätsorientiert sein.

3. Reflexion: Disruption und Konvergenz
Die Disruptivität digitaler Medien/Technologien stellt in Bezug auf Skills und Attitudes eine besondere Herausforderung für ein erst noch zu entwickelndes digitales „Orientierungswissen“ dar. Die klassische Rollenverteilung zwischen Produzent und Rezipient hat sich aufgelöst und der Begriff der „Akteure“ im digitalen Raum muss neu bedacht werden.

Sollte wegen gesundheitlicher Vorgaben zur Versammlungs- und internationalen Reisefreiheit eine Präsenzveranstaltung nicht möglich sein, wird die Tagung entweder verschoben oder digital durchgeführt.

Organisationsteam:
Prof. Dr. Gudrun Marci-Boehncke, Hanna Höfer-Lück, Malte Delere M.Ed.
Forschungsstelle Jugend – Medien – Bildung, Fakultät Kulturwissenschaften,
TU Dortmund, Emil-Figge-Straße 50, D-44227 Dortmund
imec(at)post.tu-dortmund(dot)de

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