Soziologie als Beruf – wissenschaftliche Praxis in der soziologischen Reflexion

Tagung des Ausschusses „Mittelbau in der DGS/Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)

Die Beschäftigungsbedingungen von Wissenschaftler/innen sind derzeit Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Debatten. Kaum ein Tag vergeht, an dem in den Medien nicht über dieses Thema berichtet wird. Gewerkschaften, politische Parteien und zivilgesellschaftliche Akteur/innen laden zu Diskussionsveranstaltungen ein, verschiedene Organisationen und Initiativen haben ihre Positionen durch Petitionen und offene Briefe in die Debatte eingebracht, die Regierungskoalition hat eine Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes noch für dieses Jahr angekündigt und die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka,hat in gleich mehreren programmatischen Interviews und Gastbeiträgen in großen deutschen Tageszeitungen Vorschläge für eine Reform des wissenschaftlichen Berufswegs in Deutschland unterbreitet. Die Soziologie hingegen hat, national wie international, zwarvielfach zu diesen Fragen geforscht, ist aber ist in der politischen Diskussion wenig zu hören.

Auch die Fach-Debatten über die Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft verlaufen bislang überwiegend im Kontext der Hochschul-und Wissenschaftsforschung, zumeist ohne die Erkenntnisse aus anderen Teilbereichen der Soziologie, beispielsweise der Arbeits-und Industriesoziologie, der Organisations-und Geschlechtersoziologie oder auch der allgemeinen soziologischen Theorie, hinreichendzu reflektieren (umgekehrt verhält es sich analog). Insbesondere der Einfluss der Arbeits-und Beschäftigungsverhältnisse auf die Wissensproduktion kommt dabei bislang zu kurz.

Ziel der Tagung ist es deshalb, zum einen das reichhaltige soziologische Wissen über Beschäftigungs-und Arbeitsverhältnisse auf das Fach selbst anzuwenden und zum anderen den Selbstverständigungsprozess in der Soziologie über die Beschäftigungsbedingungen von Soziologen/Soziologinnen voranzutreiben, um Handlungsspielräume für Veränderungen in der Wissenschaft im Allgemeinen und in der Soziologie im Besonderen auszuloten.

Zum Programm

Organisation:

Jana Bielick, TU Berlin

Maria Keil, HU Berlin

Jan-Christoph Rogge, WZB

Moritz Sommer, FU Berlin

Prof. Dr. Paula-Irene Villa, LMU München