Soziologie in Göttingen. Ein archäologischer Bericht

Veranstaltungsreihe zur Geschichte der Soziologie in Göttingen

Referenten: Uwe Dörk und Alexander Wierzock (Essen)

Der Beginn des Faches Soziologie wird in der Literatur zur Universitätsgeschichte Göttingens spät datiert: Erst 1951 habe sich hier mit der Berufung Helmuth Plessners als Ordinarius für Soziologie das Fach etablieren können. In den Zwischenkriegsjahren, in denen Soziologielehrstühle anzahlreichen deutschen Universitäten eingerichtet wurden, konnte sich das Fach in Göttingen hingegen nur für kurze Zeit durchsetzen: Zwar hatte Andreas Walther 1920 ein Extraordinariat und ab 1921 ein persönliches Ordinariat für "Soziologie im Sinne vergleichender Geistesgeschichte" in der Philosophischen Fakultät erhalten; doch sei er schon sechs Jahre später infolge der zermürbenden Obstruktion durch die etablierten geisteswissenschaftlichen Fächer nach Hamburg emigriert, so dass mit seinem Abgang 1926 auch das Experiment Soziologie in Göttingen beendet wurde. Der Vortrag wird diese grobkörnige und einem gängigen Muster folgende Erzählung revidieren. Stattdessen wird er die unterschiedlichen Zeitschichten soziologischen Lehrens und Forschens seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert in Blick nehmen und an zahlreichen Einzel- und Streufunden das Gelände der frühen Soziologie in Göttingen neu kartieren.

Institut für Soziologie

Platz der Göttinger Sieben 3, 37073 Göttingen

Raum OEC 0.167

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