Thick Comparison in der Gewaltforschung? Grenzen und Möglichkeiten des Vergleichs von Gewaltsituationen

Workshop am Centre Marc Bloch Berlin

Dem Postulat einer “thick description” physischer Gewalt durch Trutz von Trotha und andere verdanken wir eine Fülle an Mikrostudien zu einer Vielzahl von Gewaltphänomenen. Wie und mit welchem Gewinn aber lassen sich Gewaltsituationen aus verschiedenen regionalen, historischen, und kulturellen Kontexten miteinander vergleichen? Welche Erkenntnismöglichkeiten und Herausforderungen sind mit dem Versuch einer “thick comparison” (Niewöhner/Scheffer 2010) in der Gewaltforschung verbunden? Diesen Fragen widmen sich das Centre Marc Bloch und der Lehrstuhl für Südosteuropäische Geschichte der Humboldt-Universität zu Berlin in einem gemeinsam organisierten Workshop.

Dabei werden zwei Ebenen adressiert: Zum einen steht aus methodischer Hinsicht der Vergleich im Fokus, zum anderen werden auf inhaltlicher Ebene Gewaltsituationen aus verschiedenen Kontexten diskutiert. Gewaltsituationen werden dabei im Anschluss an Erving Goffman und Randall Collins als face-to-face Interaktionen unter Anwesenden verstanden. Der Workshop will vor diesem Hintergrund ein Forum bieten, um disziplinen- und regionenübergreifend in einen Dialog darüber einzutreten, wie sich zunächst einmal räumlich und zeitlich begrenzte Befunde in einem mikroperspektivischen Vergleich zusammenführen lassen. Welch Nutzen und Gefahren, Vor- und Nachteile bringt dies mit sich?

Der Workshop ist offen für alle Interessierten. Weitere Informationen sowie das Programm finden sich hier

Am 9. Juni 2016 um 19:00 Uhr findet im Rahmen des Workshops eine Podiumsdiskussion statt:

Thick Comparison in der Gewaltforschung?

Es diskutieren: Peter Imbusch (Wuppertal), Jörg Niewöhner (Berlin) und Felix Schnell (Essex), Moderation: Janis Nalbadidacis (Berlin); Ort: Germaine-Tillon Saal.

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