Wie wird eine Bedrohung hergestellt? – Die soziale Konstruktion von Gefährlichkeit

Vortrag von Fabian Klisch im Rahmen der Reihe „Organisation, Dauer und Eigendynamik von Gewalt“ (ORDEX)

Der empirische Ausgangspunkt des Vortrags ist der Fall eines augenscheinlichen Amokalarms in einer Schule. Je nach Klasse wird der Alarm unterschiedlich wahrgenommen. Manchmal als bedrohlich, manchmal als störend und langweilig. Wie kommt es zu diesen Unterschieden? In der neueren Gewaltforschung ist die situationistische Perspektive stark vertreten. Die theoretische Auseinandersetzung damit, was eine Situation als solche klassifiziert, wird jedoch bisher selten geführt. Der Vortrag zeigt mit Bezug auf Ergebnisse der Katastrophenforschung von Hendrik Vollmer am empirischen Fall des Amokalarms, was sich mit einem klaren Situationsbegriff entdecken lässt. Der analytische Fokus liegt dabei auf der Frage, wie eine Bedrohung hergestellt wird. Es kann gezeigt werden, dass sich durch einen den Handlungen der Akteure folgenden Situationsbegriff der Frage nachgehen lässt, wie Gefährlichkeit interaktiv von den beteiligten Personen sozial konstruiert wird.

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