Wissenssoziologische Diskursanalyse

Spring School

Konzeption

Im vergangenen Jahrzehnt erlebt die sozial- und geisteswissenschaftliche Diskursforschung einen starken Boom. Dem tragen die Methodenausbildungen in den verschiedenen Disziplinen nur ansatzweise Rechnung. Insbesondere die Fragen der konkreten Arbeit am Text bzw. des Umgangs mit unterschiedlichen Datenformaten und der Interpretation der Daten im Rahmen der Diskursforschung gehört zu den Leerstellen der Methodenausbildungen. Die Springschool Wissenssoziologische Diskursanalyse (WDA) wendet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen sozial- und geisteswissenschaftlichen
Disziplinen, die in Qualifikationsvorhaben oder Forschungsprojekten mit diskurstheoretischen und diskursanalytischen Perspektiven der WDA arbeiten bzw. arbeiten wollen. Sie bietet nach einer Einführung in theoretische Grundlagen die Möglichkeit, Fragestellungen sowie Forschungsdesigns der WDA-basierten Diskurs- und Dispositivforschung zu diskutieren, einzelne methodische Vorgehensweisen unmittelbar datenbezogen in kleinen Arbeitsgruppen zu erproben und eigene laufende Projekte bzw. Projektvorhaben zur Diskussion zu stellen (und dabei auch eigene Materialien einzubringen).

Im Zentrum der Spring School steht die Einführung in die zentralen Begrifflichkeiten und Analysekonzepte der WDA und damit verbunden die Fragen zur konkreten empirischen Umsetzung. Daneben werden am Nachmittag des zweiten Tages der Springschool optional drei Vertiefungen angeboten:

Vertiefung A: Analyse von Subjektivierungsweisen (Saša Bosančić, Universität Augsburg)

In den gegenwärtigen Gesellschaften, die durch eine Omnipräsenz von Diskursen gekennzeichnet sind, gewinnt die Frage nach der diskursiven Situiertheit menschlicher Selbstverhältnisse zunehmend an Relevanz. In dieser Vertiefungsveranstaltung der Springschool wird zunächst ein Überblick gegeben, in welchen Kontexten (z.B. in der soziologischen Biographieforschung oder der Erziehungswissenschaft) das Subjektivierungskonzept auf welche Weise angewendet wird. Im Mittelpunkt steht jedoch die Frage, wie in WDA-basierten Forschungsarbeiten diskursive ‘Anrufungen’ durch Subjektpositionen und die damit zusammenhängenden tatsächlichen Subjektivierungsweisen auf der Ebene von lebenden, handelnden und verkörperten Menschen methodologisch konzeptualisiert und empirisch untersucht werden können.

Vertiefung B: WDA für die Politikwissenschaft (Wolf Schünemann, Universität Heidelberg)

Die Diskursforschung hat mit etwas Verzögerung auch die Politikwissenschaft erreicht und sich dort in den vergangenen Jahren beträchtlich verbreitet. In der neuen Vielfalt diskursanalytischer Zugänge mangelt es vielen Arbeiten an einer klaren Systematik im Forschungsprozess. Auch fehlt oftmals ein klarer Zuschnitt verfügbarer Ansätze und Instrumente auf politikwissenschaftliche Gegenstände sowie die Anknüpfung an traditionelle Fragestellungen und Theorien der Disziplin. Vor diesem Hintergrund soll dieser Abschnitt der Springschool grundlegende Fragen einer WDA-basierten Politikforschung diskutieren. Dabei werden mit der Datenerhebung, der Datenanalyse sowie der Datenintegration und -präsentation die wesentlichen Stufen im Forschungsprozess besprochen und exemplarisch illustriert.

Vertiefung C: Spezifische Fragen zur Diskursforschung (Reiner Keller, Universität Augsburg)

In der Vertiefung C besteht die Möglichkeit, speziellere Fragen zur sozialwissenschaftlichen Diskurs- und Dispositivforschung zu diskutieren bzw. auf Detailfragen zu eigenen Projekten einzugehen (ggf. Auswahl vorbehalten).

Bitte beachten Sie:

Die Vertiefungen A, B und C laufen parallel am Nachmittag des zweiten Tages der Spring School. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, für welche Schwerpunktsetzung (Vertiefung A oder B oder C) Interesse besteht.

Weitere Informationen

  • Die Springschool beginnt am 21. März um 9 Uhr 30 und endet am 22. März gegen 18 Uhr 30.
  • Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 30 Personen beschränkt. Je nach Umfang der entsprechenden Anfragen zur Diskussion eigener Projekte müssen wir uns eine Auswahl von zu besprechenden Projekten vorbehalten.
  • Zusätzliches Rahmenprogramm: Open Space für Fragen und Diskussionen, gemeinsame Abendessen, Stadtspaziergang u.a. & 23. März 2018: Symposium „5 Jahre Zeitschrift für Diskursforschung“ mit anschließendem Empfang (die Teilnahme ist kostenlos)
  • Veranstaltungsort: Die Springschool findet in den Räumen der Universität Augsburg statt. Diese befinden sich auf dem Universitätscampus. Genaue Angaben erhalten Sie auf der Internetseite www.diskurswissenschaft.de unter dem Link „Anreise und Übernachtung“.

Teilnahmebeiträge

Der Unkostenbeitrag zur Teilnahme an der Springschool beträgt bei Anmeldungen bis zum 31.01.2018 50,- Euro pro TeilnehmerIn. Danach erhöht sich der Betrag auf 70,- Euro. Übernachtungs- und Verpflegungskosten fallen zusätzlich an und müssen von den TeilnehmerInnen selbst übernommen werden.

Sie finden auf der Homepage www.diskurswissenschaft.de verschiedene preisgünstige Übernachtungsmöglichkeiten und weitere Reiseinformationen.

Anmeldung

Melden Sie sich bei Saša Bosančić per Mail (sasa.bosancic(at)phil.uni-augsburg(dot)de) an. Bitte machen Sie dabei folgende Angaben:

  • Name, Vorname, Email
  • Institutionelle Adresse (falls nicht vorhanden: Privatadresse)
  • Derzeitige Tätigkeit/Status
  • Arbeitsvorhaben oder laufendes Projekt auf dem Gebiet der Diskursforschung (Arbeitstitel)
  • Haben Sie Interesse, ggf. Ihr eigenes Projekt/Arbeitsvorhaben vorzustellen und zu diskutieren? (Ja/Nein)
  • Wählen Sie Vertiefung A (Bosančić), Vertiefung B (Schünemann) oder Vertiefung C (Keller)

Nach Eintreffen der Anmeldung erhalten Sie eine entsprechende Bestätigung mit der Kontoverbindung zur Überweisung des Teilnahmebeitrages. Die Anmeldung wird erst wirksam mit dessen Eintreffen auf dem angegebenen Buchungskonto. Nach Eintreffen des Teilnahmebeitrages erhalten Sie eine endgültige Teilnahmebestätigung. Nach Überschreiten der vorgesehenen TeilnehmerInnenzahl werden wir ggf. eine Warteliste einrichten.

Organisatoren

  • Prof. Dr. Reiner Keller
  • Dr. Saša Bosančić
  • Prof. Dr. Wolf J. Schünemann

Zum Programm und weiteren Informationen (PDF)