Zur Phänomenologie kollektiver Gewalt. Philosophische Gewaltforschung zwischen theoretischem Anspruch und empirischer Herausforderung

Vortrag von Michael Staudigl im Rahmen der Reihe "Hamburger Vorträge zur Gewaltforschung - Theorien kollektiver Gewalt"

Philosophische Gewaltforschung muss reflektieren, wie ihre theoretischen Einsichten sich zu den praktischen Herausforderungen empirischer Forschung verhalten. Arbeitet sie sich an der Faktizität des Phänomens ab, oder betreibt sie theoretische Selbstvergewisserung im Medium dessen, was traditionell als ihr Anderes verstanden wurde - d.h. im Medium der Gewalt? Der Vortrag wird dieser Frage in Bezug auf kollektive Gewalt nachspüren. Dazu werden zunächst Grundlagen einer Phänomenologie kollektiver Gewalt skizziert. Zweitens befasst sich der Vortrag mit der These einer "Poietik der Gewalt", die es nahelegt, die Eigendynamik kollektiver Gewalt im Zeichen ihrer produktiven sozialtechnologischen Funktionen zu bedenken. Abschließend wird der Frage nachgegangen, was aus diesen Einsichten für das Selbstverständnis der Gewaltforschung folgt.

Referent:

PD Dr. phil. Michael Staudigl, Philosoph; Leiter des FWF geförderten Forschungsprojekts "Religion beyond Myth and Enlightenment" (P 23255) am Institut für Philosophie der Universität Wien

Moderation: 

PD Dr. phil. Claudia Kemper, Historikerin; Wissenschaftlerin in der Forschungsgruppe Nachkriegszeiten im Hamburger Institut für Sozialforschung

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