Deadline: 05.10.2026

Die diskursive Konstruktion von Wirklichkeit VII – Interdisziplinäre Perspektiven einer wissenssoziologischen Diskursforschung

Call for Papers für eine Tagung vom 18. bis 19. März 2027 in Augsburg. Deadline: 5. Oktober 2026

Organisation: Prof. Dr. Reiner Keller, Dr. Martin Blessinger, Amira Malik, Philipp Stachowiak

Seit 2013 findet – mit pandemiebedingter Pause – im zweijährigen Rhythmus an der Universität Augsburg die Tagung »Die Diskursive Konstruktion von Wirklichkeit« statt. Sie versammelt interdisziplinäre Beiträge zur Wissenssoziologischen Diskursanalyse (WDA) und angrenzenden Perspektiven der Diskurs- und Dispositivforschung. Damit zielt die Tagung explizit auf inter- und überdisziplinäre Diskussionen und Reflexionen zu laufenden und abgeschlossenen Forschungen sowie Fragen der Theorie, Methodologie und Methoden. Die kommende Tagung möchte die interdisziplinäre Diskussion über Grundlagen, Weiterentwicklungen und Anwendungen wissenssoziologischer Diskursforschung und anschließender Perspektiven (etwa Situationsanalyse, Subjektivierungsforschung, ethnographische Diskurs- und Dispositivforschung) fortführen. Dabei können bspw. auch Herausforderungen durch Affekttheorien, Neue Materialismen, digital-algorithmische Diskurstransformationen oder autoritäre Diskurseinhegungen in den Blick genommen werden. Insbesondere laden wir Beiträge zu Fragen des Verhältnisses von Diskurs und Materialität, zu Diskurs und Gewalt, zu Formen der Diskurskontrolle (Zensur) und zu Auswirkungen der Digitalisierung auf Diskursprozesse ein. 

Folgende allgemeine Schwerpunktsetzungen sind vorgesehen:

  1. Ein erster Bereich umfasst theoretische und methodologische Fragen: spezifische Aspekte des Forschungsprogramms der Wissenssoziologischen Diskursanalyse, Verbindungen und Anschlussmöglichkeiten in andere disziplinäre Forschungsinteressen und -strategien, aktuelle Theoriedebatten und -konzepte, Beiträge zur Geschichte der WDA im Feld der Diskursforschungen.

  2. Fragen der methodischen Umsetzung von empirischen Untersuchungen stehen im zweiten Bereich im Mittelpunkt. Willkommen sind Beiträge, die sich mit Formen digitaler Diskursforschung beschäftigen (SamplingNutzungen von Webcrawlern, sowie den Umgang mit großen Datenmengen, Arbeiten mit Datenbanken und KI). Auch sind Beiträge erwünscht, die konkrete methodische Vorgehensweisen bei der Generierung von Daten (wie Experten:innen-Interviews, ethnographische Designs, Gruppendiskussionen oder andere Methoden) für die wissenssoziologische Diskursforschung fruchtbar machen. Beiträge können sich auch mit der Auswertung unterschiedlichster Datensorten befassen und hermeneutisch-interpretative, diskurs- und dispositivethnographische ebenso wie quantifizierende Verfahren der Korpusanalyse im Verhältnis zur WDA diskutieren.

  3. Weiterhin wird ein Schwerpunkt auf die Bedeutung und Analyse von multimodalen Formaten, Visualisierungen und Materialitäten im Rahmen wissenssoziologisch-diskursanalytischen Arbeitens gelegt, um sich mit den Möglichkeiten, Ausarbeitungen und auch Grenzen der wissenssoziologischen Diskursforschung auseinanderzusetzen. So könnten Beiträge bspw. beleuchten, welchen Stellenwert visuelle Elemente in Diskurskontexten (nicht nur, aber natürlich auch auf digitalen Plattformen) einnehmen, welche bereits bestehenden sozialwissenschaftlichen Verfahren sich zur Analyse von Bildern und (audio)visuellem Material für diskursorientierte Forschungsinteressen eignen und welche Modifikationen ggf. notwendig sind.

  4. In der Subjektivierungsforschung werden in den vergangenen Jahren zunehmend Forschungsinteressen verfolgt, die die Möglichkeiten der Erweiterung und Ergänzung der Diskurs- und Dispositivforschung aufzeigen. Dabei geht es um empirische Untersuchung von normativen Subjektpositionen bzw. Subjektcodes oder Subjektkulturen einerseits, den davon beeinflussten menschlichen Selbstverhältnissen, Subjektivitäten und Selbst-Technologien andererseits. In diesem Schwerpunkt geht es dabei sowohl darum, die theoretischen und methodologischen Fragen zu adressieren, als auch darum empirische Umsetzungen und Ergebnisse vorzustellen.

  5. Ein fünfter Bereich von Beiträgen umfasst die Vorstellung laufender oder abgeschlossener empirischer Studien im Rahmen der wissenssoziologischen Diskurs- und Dispositivforschung sowie benachbarter Ansätze. Dabei sind Beiträge aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven erwünscht. Im Fokus stehen hierbei die jeweiligen Forschungen und ihre Ergebnisse. Gleichzeitig soll deutlich werden, worin der spezifische wissenssoziologisch-diskursanalytische Zuschnitt und Ertrag der vorgestellten Forschungen für die jeweiligen Untersuchungsfelder und/oder die sozialwissenschaftliche Diskursforschung liegt. 

Einreichung der Beitragsvorschläge

Die Tagung ist zweisprachig. Vorschläge für Beiträge können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden; entsprechend wird es Sessions in beiden Sprachen geben. Richten Sie Ihre Abstracts bitte per E-Mail an wda(at)phil.uni-augsburg.de. Sie sollten höchstens 3.000 Zeichen umfassen, einschließlich Beitragstitel, Name, ggf. Institution und Kontaktangabe (E-Mail). Bitte benennen Sie dabei auch den Bereich (s.o., 1-5), für den Sie Ihren Beitrag vorsehen. Einsendeschluss ist der 5. Oktober 2026. Zusagen und vorläufige Programmerstellung erfolgen bis zum 20. Oktober 2026.

Rahmenprogramm

Neben der Möglichkeit zu einem gemeinsamen Abendessen (Selbstzahler:in) am 18. März laden wir Sie am 19. März 2027 nach dem Ende der Tagung (gegen einen kleinen Unkostenbeitrag) zu unserer Abschlussfeier ein, bei der wir die Veranstaltung in einem Augsburger Club musikalisch ausklingen lassen.

Tagungsgebühren werden nicht erhoben. Vor Ort besteht die Gelegenheit, gegen einen Unkostenbeitrag Zugang zu Getränken zu erhalten. Alle weiteren Informationen zu den Anmeldemodalitäten, zur Anreise u.v.m. finden sich unter www.diskurswissenschaft.de

Zum Call for Papers (PDF)

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