Deadline: 31.08.2026
Jugend & Demokratie im Kontext digitaler Öffentlichkeiten
Call for Papers für einen Band der Schriftenreihe „Wissen schafft Demokratie“. Deadline: 31. August 2026
Spätestens seit den wiederkehrenden Debatten um die Jahresberichte zum Kinder- und Jugendschutz wird deutlich, dass digitale demokratiegefährdende Dynamiken nicht länger als Randphänomen verstanden werden können. Zuletzt wurde nach Veröffentlichung des Jahresberichts zum Jugendmedienschutz 2025 erneut die Forderung laut, Kinder und Jugendliche im Netz wirksamer politisch und gesetzlich zu schützen. Auch Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) betonte wiederholt die Notwendigkeit eines zeitgemäßen Kinder- und Jugendschutzes angesichts digitaler Plattformökonomien, algorithmischer Verstärkung und demokratiefeindlicher Einflussnahmen.
Digitale Räume sind für Jugendliche zentrale Orte von Identitätsbildung, sozialer Teilhabe und politischer Sozialisation. Dabei bestehen dort spezifische Formen der Demokratiegefährdung: Antidemokratische Akteur*innen nutzen soziale Netzwerke, Gaming-Plattformen und Messenger-Dienste gezielt, um Jugendliche anzusprechen, Narrative zu verbreiten und Radikalisierungsprozesse anzustoßen. Dabei operieren sie häufig über Codes, Memes, popkulturelle Referenzen, ironisierte Sprache und subkulturelle Chiffren, die insbesondere für junge Zielgruppen anschlussfähig sind.
Der 21. Band der IDZ-Schriftenreihe widmet sich dem Verhältnis von Jugend und Demokratie im Kontext digitaler Öffentlichkeiten. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Gefährdungen demokratischer Kultur, nach digitalen Radikalisierungsdynamiken sowie nach Möglichkeiten demokratischer Resilienz und Gegenwehr.
Interessierte Autor*innen aller Disziplinen sind eingeladen, wissenschaftliche Artikel sowie Praxis- und Recherchebeiträge insbesondere zu folgenden Themen einzureichen:
Wir freuen uns über Einreichungen insbesondere zu folgenden priorisierten Themenfeldern:
- Digitale (Co-)Radikalisierung von Jugendlichen
- Ambivalenzen digitaler Vergemeinschaftung und Teilhabe Jugendlicher (z. B: Inklusions- und Exklusionspraktiken)
- Jugendkulturen zwischen Popkultur und politischer Vereinnahmung
- Beeinflussung Jugendlicher durch antidemokratische Akteur*innen auf Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat, YouTube, Discord, Telegram, Twitch, Steam oder in anderen digitalen Räumen
- Codes, Symbole, Memes und chiffrierte Kommunikationsformen antidemokratischer Akteur*innen bzw. Bewegungen
- Plattformlogiken, Algorithmen, Aufmerksamkeitsökonomien
- Lebensweltliche oder sozialräumliche Kontexte (bspw. urban/ländlich, unterschiedliche kulturelle Milieus) und ihre Auswirkungen auf demokratische Teilhabe
- Demokratiefeindliche Mobilisierung im Kontext sozialer Ungleichheit und struktureller Benachteiligung
- Präventionsarbeit, Digital Streetwork und zivilgesellschaftliche Gegenstrategien
- Praxisperspektiven aus Schule, Jugendhilfe, Sozialer Arbeit oder außerschulischer Bildung
- Regulierungsfragen im Kinder- und Jugendmedienschutz
Besonders gewünscht sind Beiträge, die sich auf Thüringen beziehen und die empirisch begründete Handlungsempfehlungen beinhalten.
Über die Schriftenreihe
Die Schriftenreihe „Wissen schafft Demokratie“ des IDZ ist ein Instrument für den Transfer von Beobachtungen, Erfahrungen, Analysen und Befunden zwischen Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik. Menschenfeindliche und demokratiegefährdende Phänomene werden von unterschiedlichen Standpunkten beleuchtet. Sie richtet sich an zivilgesellschaftliche und politische Akteur*innen sowie an Wissenschaftler*innen und erscheint zweimal jährlich kostenfrei als Print- und Open-Access-Version mit großer Reichweite (https://www.idz-jena.de/schriftenreihe/ueber-die-schriftenreihe).
Die Schriftenreihe richtet sich an Forschende und Praktiker*innen, daher wird ein auch für Nichtakademiker*innen verständlicher Schreibstil erwartet. Interessierte senden bitte bis spätestens 31. August 2026 ein Abstract im Umfang von max. zwei Seiten an wsd(at)idz-jena.de. Die Abstracts werden redaktionell gesichtet. Autor*innen ausgewählter Abstracts werden schnellstmöglich eingeladen, ein Manuskript (max. 20.000 Zeichen ohne Literaturverzeichnis) bis zum 31. Januar 2027 einzureichen. Diese werden anschließend begutachtet. Die positiv begutachteten Beiträge erscheinen dann voraussichtlich im Sommer 2027. Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen!