Deadline: 27.08.2026

Ruhrgebiet

Call for Papers für eine Ausgabe der Indes. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft. Deadline: 27. August 2026

Kohle, Stahl und rauchende Schlote, Zechensiedlungen, Fußball, Currywurst, ein ursozialdemokratisches Milieu und ein unverwechselbarer Dialekt – kaum eine Region Deutschlands ist von solch beständigen Bildern und Klischees geprägt wie das Ruhrgebiet. Diese Erzählungen haben das Selbstverständnis der Region ebenso beeinflusst wie ihre Wahrnehmung von außen. Zugleich scheint sie einer Gegenwart gegenüberzustehen, in der eine aufstrebende Kreativwirtschaft, kulturelle Vielfalt, ökologische Transformation und neue Formen der Urbanität das Leben längst neu gestalten. Zwischen industrieller Vergangenheit und offener Zukunft, zwischen regionalem Mythos und gesellschaftlicher Realität bleibt das Ruhrgebiet ein Ort permanenter Aushandlung.

Gerade diese Spannung macht das Ruhrgebiet zu einem faszinierenden Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Was verbindet die Städte und Menschen der Region heute noch? Welche Bedeutung haben traditionelle Narrative des „Ruhrpotts“ in einer postindustriellen Gesellschaft? Wie verändern Strukturwandel, Globalisierung, Digitalisierung und Klimawandel regionale Identitäten? Welche Parteien reüssieren heute in der einstigen Hochburg der Sozialdemokratie – und warum? Welche Rolle spielen Kultur, Sport und Musik für die Konstruktion und Veränderung des Ruhrgebiets als eines sozialen, politischen und kulturellen Raumes? Und ist es überhaupt noch sinnvoll, vom Ruhrgebiet im Singular zu sprechen, oder sollten wir vielmehr von unterschiedlichen Ruhrgebieten ausgehen?

Natürlich sind dies allesamt lediglich Anregungen – zweifellos gibt es noch zahlreiche weitere Facetten aus den unterschiedlichsten Wissenschaftsdisziplinen zum Thema „Ruhrgebiet“. Daher freuen wir uns nicht nur über politologische oder soziologische, sondern auch über historische, kulturwissenschaftliche, (urban)geografische oder linguistische Beitragsvorschläge.

Außerdem bietet jedes Heft mit den „Perspektiven“ einen „freien Teil“; auch thematisch anders gelagerte Einreichungen sind also stets willkommen.

INDES wird nach zehn Jahrgängen an der Universität Göttingen unter der Herausgeberschaft von Prof. Franz Walter seit 2022 von Prof. Frank Decker an der Universität Bonn herausgegeben. Die interdisziplinär ausgerichtete „Zeitschrift für Politik und Gesellschaft“ möchte Forschungsergebnisse nachvollziehbar und interessant präsentieren sowie politisch-gesellschaftliche Debatten anstoßen und mit originellen Beiträgen bereichern. Idealerweise gehen dabei Inhalt und Form Hand in Hand: Wichtig ist uns der „gute Stil“; die Beiträge sollen möglichst verständlich und anregend formuliert sein, ihre Lektüre sowohl Erkenntnis als auch Freude bereiten. Neben der klassischen Analyse eröffnet INDES auch andere Formate wie Porträts, Inspektionen, Interviews, Kommentare und Kontroversen. Insbesondere für Wissenschaftler:innen in der Qualifikationsphase bietet INDES zudem die neue Rubrik „Abhandlung“ mit einem Double-Blind-Peer-Review-Verfahren an (sowohl für Beiträge zum Schwerpunkt als auch zum „freien Teil“). Alle Beiträge durchlaufen zudem ein doppeltes Redigat durch die INDES-Redaktion.

Beitragsskizzen (max. 300 Wörter) mit Hinweis, ob ein Peer-Review-Verfahren gewünscht ist, bitte bis zum 27.08.2026 an:  indes@uni-bonn.de.

Wir teilen unsere Entscheidung bis zum 03.09.2026 mit. Die Einreichungsfrist der Beiträge (rund 20.000 Zeichen) wäre dann der 15.10.2026 (wenn ein Peer-Review-Verfahren gewünscht ist) bzw. der 22.10.2026 (ohne Peer-Review). Die Ausgabe soll Ende 2026 erscheinen.

Zum Call (Link)

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