Deadline: 30.06.2026

Soziologie der Professionen

Call for Papers für eine Tagung in Hagen. Deadline: 30. Juni 2026

Wie Krisen bewältigt werden und Neues entsteht.

Professionelles Handeln u.a. im Recht, in der Medizin, Seelsorge, Pädagogik, Sozialen Arbeit sowie in Wissenschaft und Kunst, 12.–14. November 2026 FernUniversität in Hagen

Konzept und Organisation: Lehrgebiet der Ernsting-Stiftungsprofessur für Mikrosoziologie

Warum heute eine Tagung zu den Professionen? Da diese speziellen Berufsgruppen an Bedeutung und Relevanz in weiter sich ausdifferenzierenden, hochkomplexen und nach Rationalitätskriterien operierenden modernen Gesellschaften nichts verloren haben. Ganz im Gegenteil, Menschen kommen auch im Wohlfahrtsstaat, durch ihn auch mit verursacht – das ist nicht unbedingt ein Widerspruch –, in Not, in Krisensituationen, also in außeralltägliche Situationen, wo sie mit ihrem eigenen Latein am Ende sind, nicht mehr weiter wissen und eine Lebenspraxis, „auf welchem strukturellen Aggregierungsniveau auch immer, also ob [als] einzelne Person, kleine Vergemeinschaftung wie Familie oder Freundschaft, Organisation, community oder Herrschaftsverband“ (Oevermann 2005, S. 22) in ihrer Autonomie eingeschränkt ist.

Dann treten die Professionen auf den Plan, die seit es sie gibt, und das längst bevor Berufe („vocationes“) sich entwickelt haben¹, aufgesucht werden (können) bzw. an sie delegiert wird, um das bestehende Handlungsproblem, sei es, dass ein Rechtsempfinden verletzt ist oder man in der Erziehung des Nachwuchses nicht weiter weiß oder jemand keinen konsistenten biografischen Sinn findet oder im leiblich-psycho-sozialen Bereich eine Krankheit Leid verursacht und Gesundheit sich nicht von allein wiederherstellt, durch Übersetzung in eine Sachdimension zu lösen; z. B. im Anschluss an den rechtspflegerischen Kontext oder an den Kanon der religiösen Wissenssysteme oder an das System erzieherischer Hilfen oder das medizinisch aktuelle Expertenwissen […]

Der thematische Schwerpunkt der Tagung liegt bei einer soziologischen Professionstheorie, die einen klientenzentrierten Ansatz hat und demzufolge auf die Gestaltung von Interaktionen zwischen Klienten und Professionellen unter Berücksichtigung einer Strukturlogik und -dynamik der Professionen fokussiert und Bezug nimmt auf das Paradigma von Krise und Routine (Oevermann 2016).

Ebenso laden wir ein, Forschungsarbeiten vorzustellen, die an einen anderen großen Zweig der Professionstheorien anschließen (machttheoretische Ansätze) und über diese Heuristik, die auf die Kooperation der Professionen in der interventionistischen Praxis abzielt, gegenwärtige Problemlagen im Feld der Professionen erschließen.

Gefragt und gewünscht sind Vorträge zu spezifischen Themenschwerpunkten, die Sie bitte dem Call for Paper entnehmen, den Sie auf unserer Homepage finden:
https://www.fernuni-hagen.de/soziologie/lng/aktuelles/TagungSoziologiederProfessionen.shtml

Einreichung der Abstracts

Wissenschaftler/innen aus den verschiedensten Disziplinen sind willkommen, zu einem dieser Themenschwerpunktsetzungen vorzutragen. Bitte senden Sie Ihre Abstracts in einer max. Länge von 5000 Zeichen, ergänzt durch kurze biobibliographische Angaben, bis zum 30.06.2026 an: sekretariat.mikrosoziologie(at)fernuni-hagen.de

Wir melden uns bis spätestens zum 18.07.2026 zurück.

Hinweise zur Tagung finden Sie unter:
https://www.fernuni-hagen.de/soziologie/lng/aktuelles/index.shtml

Tagungsort: Campus der FernUniversität in Hagen; Gebäude 11, Räume D 0002/D 0003

Konzept und Organisation der Tagung: Prof. Dr. Dorett Funcke, Dr. Franziska Krüger, Dr. Julian Möhring

Eine Veröffentlichung der Vorträge in einem Tagungsband ist geplant. Der Band wird in der Reihe Studientexte zur Soziologie (VS Springer Verlag) erscheinen.

Call for Papers (PDF)

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