4 Promotionsstipendien (m/w/d) für das Promotionskolleg „Gerechtigkeitsdimensionen nachhaltigkeitsorientierter Transformationsprozesse in ländlichen Räumen“
Ausschreibung der Hans-Böckler-Stiftung an der Universität Vechta. Deadline: 2. Mai 2026
Aus Mitteln der Hans-Böckler-Stiftung werden zum frühesten Beginn im November 2026 bis zu 4 Promotionsstipendien für das Promotionskolleg „Gerechtigkeitsdimensionen nachhaltigkeitsorientierter Transformationsprozesse in ländlichen Räumen“ (PK 060) an der Universität Vechta vergeben. Innerhalb der Universität Vechta ist das Promotionskolleg an das Vechta Institute of Sustainability Transformation in Rural Areas (VISTRA) angebunden.
Nachhaltigkeitstransformationen sind in den letzten Jahren ein zentrales Thema wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Diskurse geworden. Als dynamische Prozesse des Wandels gehen Transformationen aber auch mit sozialen Auswirkungen einher, die nicht von allen Betroffenen als positiv empfunden werden (auch „Transformationsschmerzen“). Sie werfen damit Fragen sozialer Gerechtigkeit auf, die bislang wenig verstanden, empirisch erforscht und reflektiert sind. Ziel des Promotionskollegs ist es, hier einen wesentlichen Beitrag zu leisten. Dabei setzt das Kolleg einen besonderen Fokus auf Prozesse in ländlichen Räumen. Um die unterschiedlichen Transformationsprozesse der Nachhaltigkeit, ihre vielfältigen Facetten, Gerechtigkeitsaspekte und -konzepte zu untersuchen, verfolgt das Kolleg einen vergleichenden Fallstudienansatz über einzelne Dissertationsarbeiten hinweg.
Exemplarische Themenfelder zur Bearbeitung in Promotionsarbeiten können sein:
- Gerechtigkeitsfragen in sozio-technischen Transitions- und Innovationsprozessen (z.B. in der Digitalisierung, Bioökonomie);
- Gerechtigkeitsbezogene Auswirkungen von überregionalen Natur- und Klimaschutzpolitiken (z.B. in Betrachtung von Stadt-Land-Beziehungen, zwischen Globalen Norden und Süden);
- Unsicherheiten über den „richtigen“ ethischen Maßstab (normative Unsicherheit) als praktisches und theoretisches Problem bei der Gestaltung gerechter Transformation;
- Risiko und seine Wahrnehmung in Transformationsprozessen;
- Transformation des Energiesektors: Bezahlbarkeit von Energie und neue (Un-)Gerechtigkeitsbeziehungen zwischen Stadt und Land;
- Räumliche Gerechtigkeit: Gleichwertige Lebensverhältnisse, Soziale Orte und lokale Resilienzen;
- Gender-Gerechtigkeit bei der Gestaltung von Transformationsprozessen;
- Die Rolle von Gewerkschaften zur Gestaltung gerechter Nachhaltigkeitstransformationen;
- u.a.
Die Leitung des Kollegs erfolgt gemeinsam durch Prof. Dr. John-Oliver Engler und Prof. Dr. Jana Zscheischler. Weitere beteiligte Wissenschaftler*innen an der Universität Vechta sind Prof. Dr. Paula Bögel und Prof. Dr. Karl Martin Born.
Das Kolleg ist als strukturiertes Promotionsprogramm organisiert, das für die StipendiatInnen thematische und methodologische Workshops anbietet und die Zusammenarbeit moderierend und motivierend unterstützt. Weiterhin verfügt das Kolleg über ein Netzwerk nationaler und internationaler Partner zur fachlichen Ergänzung und Unterstützung sowie zur weiteren Vertiefung (u.a. Leuphana Universität Lüneburg, Leibniz Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, Basque Center for Climate Change, Lund University, Copernicus Institute/Utrecht Universiteit, University of Vermont).
Wir freuen uns über Bewerbungen aus für die Themen des Promotionskollegs relevanten Bereichen wie zum Beispiel Humangeographie, Sozialwissenschaften, Angewandte Ethik, Wirtschaftswissenschaften, Nachhaltigkeitswissenschaften oder Psychologie. Es sind gleichermaßen qualitative wie auch quantitative Forschungsansätze möglich und erwünscht.
Für die Bewerbung sind gute Deutsch- und Englischkenntnisse erforderlich (mind. B2-Level); die Promotion kann in englischer Sprache verfasst werden.
Bei inhaltlichen Fragestellungen stehen die beteiligten Hochschullehrer*innen als Ansprechpartner*innen zur Verfügung.
Ablauf des Bewerbungs- und Auswahlprozesses:
Bewerbungsschluss für die Stipendien ist der 02.05.2026
Aussichtsreiche Bewerber*innen werden von der wissenschaftlichen Leitung des Promotionskollegs dabei begleitet, ggf. eine Überarbeitung und Anpassung des Exposés an die Thematik und die Anforderungen des Kollegs vorzunehmen. Nehmen Sie zur Absprache Ihrer Projekte im Vorfeld Kontakt mit Prof. Dr. Jana Zscheischler (jana.zscheischler(at)uni-vechta.de) und Prof. Dr. John Oliver Engler (john-oliver.engler(at)uni-vechta.de) auf. Das Exposé wird anschließend wissenschaftlich begutachtet.
Die Stipendien starten zwischen November 2026 und Februar 2027 und werden für maximal drei Jahre vergeben. Diese Regelförderdauer kann in begründeten Fällen verlängert werden. Promovierende erhalten ein Stipendium von 1.750 Euro (1.650 € Grundstipendium und 100 € Forschungskostenpauschale). Zusätzlich können bis zu 100 € Krankenkassenzuschuss und ggf. Familienzulagen gezahlt werden. Über die Promotionsstipendien wird nach den Richtlinien des BMFTR und den Auswahlkriterien der HBS entschieden.
Bewerber*innen müssen neben einem überdurchschnittlichen Studienabschluss gesellschaftspolitisches oder gewerkschaftliches Engagement nachweisen. Promotionsprojekte können auf Deutsch und Englisch durchgeführt werden. Bewerben Sie sich bitte mit den erforderlichen Unterlagen und mit einem Exposé (max. 10 Seiten), in dem das geplante Vorhaben skizziert und in das Forschungsprogramm des Promotionskollegs (https://www.uni-vechta.de/vistra/promotionskolleg) eingeordnet wird. Hinweise zur Erstellung des Exposés finden Sie hier.
Ein wissenschaftliches Gutachten ist zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig.
Die Bewerbung senden Sie bitte ausschließlich über das Online-Bewerbungsportal der Hans-Böckler-Stiftung. Die Vergabe des Stipendiums wird im Oktober 2026 bekannt gegeben.
Bei inhaltlichen Fragen zum Promotionskolleg wenden Sie sich bitte an folgende E-Mail-Adresse: judith-maria.maruschke(at)uni-vechta.de.
Fragen zum Bewerbungsverfahren richten Sie bitte an bewerbung(at)boeckler.de.