Zeitschrift
Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken
Website: https://www.merkur-zeitschrift.de/
Erscheint: 12 Ausgaben/Jahr
Der Merkur ist eine der wichtigsten und angesehensten Kulturzeitschriften im deutschsprachigen Raum. 1947 als Monatsheft gegründet, erscheint er mittlerweile seit siebzig Jahren. Hinter dieser ungewöhnlichen Langlebigkeit steht ein einfaches Konzept: Der Merkur vertritt keine weltanschauliche, politische oder auch ästhetische Agenda. Er geht davon aus, dass seine Leser sich ihr Urteil selber bilden wollen. Deshalb setzt er nicht auf vorgefasste Meinungen, sondern auf Neugier, Sachkenntnis, Widerspruchsgeist und kompromissloses Qualitätsbewusstsein.
Der Merkur ist kein akademisches Journal, auch wenn viele seiner Autoren/innen Universitätsleute sind. Er funktioniert nicht als Belangblatt einer bestimmten Generation, einer Partei, eines Milieus oder einer Interessengruppe. Er ist aber auch kein klassisches Literatur- oder Kunstmagazin und erst recht nicht potenziertes Feuilleton. Der Merkur ist eine Kulturzeitschrift. Kultur aber präsentiert sich höchst selten als friedliches Reservat gediegener Bildung und ethischer Einmütigkeit. Kultur ist das unübersichtliche, lärmende, stets umkämpfte Feld, auf dem die wesentlichen Fragen der Gegenwart, die Fragen, die ihre Ideale, Selbstbilder und Wertvorstellungen auf die Probe stellen, öffentlich formuliert und kontrovers verhandelt werden, ob sie nun Kunst, Wissenschaft, Politik, Philosophie, Wirtschaft oder Gesellschaft betreffen. Die interessantesten Positionen, die überzeugendsten Argumente, die spannendsten Thesen, die anregendsten Vorschläge und Theorieentwürfe treffen im Merkur regelmäßig aufeinander.
Ausgaben
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Merkur 900 (2024), 5
In Rainald Goetz‘ Aufzeichnungen aus seinem Arbeitsjournal geht es nicht nur, aber viel um das Altern, den Tod, Michael Rutschky und auch den Merkur-Herausgeber Kurt Scheel. Zwei Essays setzten sich mit dem Israel/Palästina-Konflikt auseinander. Avner Ofrath wie Jonas Rosenbrück unternehmen darin Klärungsversuche ohne…
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Merkur 896 (2024), 1
Helmut Draxler denkt über die psychoanalytische Sicht auf das Ressentiment nach. In Jens-Christian Rabes Popkolumne geht es um die “Künstlichen Intelligenzen” gegenwärtiger Musik. Susanne Neuffer fährt zum Auftakt einer Reihe von Kurzerzählungen mit Wilhelm Genazino eine Rolltreppe hinauf und wieder hinunter. Nils…
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Merkur 895 (2023), 12
Gregory Jones-Katz vergleicht das US-amerikanische und das chinesische Bildungssystem. Eckhard Schumacher liest Romane und Essays zu west-ost-deutschen Fragen. „Was ist Musik?“ fragt Tobias Janz. Björn Kröger sieht mit Schrecken, wie der von Fontane her berühmte Stechlinsee zum Opfer des Klimawandels zu werden droht.…
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Merkur 894 (2023), 11
In nüchternen Worten erklärt der Soziologe Sighard Neckel, warum der zur Abwendung der Klimakatastrophe notwendige radikale gesamtgesellschaftliche Wandel kaum stattfinden wird. Über die Frage, ob wir uns in einer „Lesekrise“ befinden, schreibt Carolin Amlinger. Mit dem Flugblatt-Nichtverfasser Hubert Aiwanger setzt…
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Merkur 893 (2023), 10
Im Aufmacher analysiert Claudia Gatzka, wie der Westen Deutschlands „den Osten“ hervorgebracht hat und immer weiter hervorbringt. Christian Geulen fragt nach alten, „bundesrepublikanischen“ Mustern in unserer gegenwärtigen Krisenwahrnehmung. Sebastian Schwab setzt sich im Wiener Kaffeehaus mit Hans Kelsen zusammen oder…
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Merkur 892 (2023), 9
Caroline Arni denkt im historischen Kontext über Feminismus, Mutterschaft und die Tücken der Naturalisierungskritik nach. Was der Krypto-Hype versprochen hat und wie die Sache in Wirklichkeit liegt, erklärt Trevor Jackson. In einem Vorabdruck aus Benjamín Labatuts neuem Buch geht es um eine der ersten großen…
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Merkur 889 (2023), 6
Der seit langem in der Schweiz lebende Schriftsteller Michail Schischkin lässt zwei Stimmen sehr unterschiedliche mögliche Zukünfte Russlands entwerfen. Aleida Assmann versucht zu klären, was der Begriff „Narrativ“ insbesondere für die Geschichtswissenschaft leisten kann und was nicht. Andreas Eckert liest Caroline…
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Merkur 888 (2023), 5
Susan Neiman porträtiert den Charismatiker Jacob Taubes. Ekkehard Knörer liest nach, wie Papas Nachkriegskino zum Neuen Deutschen Film werden konnte. Der Abgesang gehört zum Pop, stellt Jens-Christian Rabe in seiner ersten Pop-Kolumne fest. Tatjana Noemi Tömmel fordert mehr Nachdenken über „Generativität“ in der…
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Merkur 887 (2023), 4
Florian Meinel fragt nach Strukturbedingungen der Möglichkeit von Neutralität in der Politik. Guido Graf denkt im Gespräch mit den Verantwortlichen der entstehenden Werkausgabe über die Aktualität Friedrich Kittlers nach. Als dystopisch begreift Deyan Sudjic die Pläne für die saudi-arabische „Neom“-Region. Florian…
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Merkur 886 (2023), 3
Im Aufmacher fragt Claudia Gatzka, ob die Rechtsextremismus-Theorie, die Nationalismus am Rand der Gesellschaft verortet, nicht der Einsicht im Weg steht, dass er in deren Mitte ebenso existiert. Die Dichterin Monika Rinck sieht sich mit Gedichten eines Bots konfrontiert, der ihr eigenes Werk auf manchmal durchaus…