Zeitschrift | Ausgabe

Aus Politik und Zeitgeschichte 72 (2022), 42

Festung Europa?

Die "Festung Europa" stand zu Beginn der europäischen Integration vor allem für Frieden, Freiheit und Wohlstand. Heute ist das Bild ein ambivalentes: Wirtschaftspolitisch gehört die EU trotz mancher protektionistischer Tendenzen zu den offensten und am stärksten in den Weltmarkt integrierten Regionen. Ihre Flüchtlings-, Asyl- und Migrationspolitik hingegen steht in dem Ruf, vor allem der Abschottung nach außen zu dienen.

Möchte Europa eine "Festung" im positiven Sinne sein, muss es mutiger werden: in der Verteidigungspolitik, im gemeinsamen, menschenrechtskonformen Umgang mit freiwilliger und erzwungener Migration und auch in der solidarischen Mehrung und Verteilung wirtschaftlichen Wohlstands.

INHALT

Sascha Kneip
Editorial

Gabriele Clemens
Festung Europa? Kleine Entwicklungsgeschichte der europäischen Integration

Petra Bendel
Gefangen in Zielkonflikten. Die Gemeinsame Europäische Asylpolitik

Dietrich Thränhardt
Vom restriktiven Asyl- zum kooperativen Aufnahmesystem. Über die grenzenlose Aufnahme ukrainischer Geflüchteter

Laura Lambert
Zwischen Abenteuer, Risiko und Überleben. Westafrikanische Perspektiven auf Migration

Constantin Hruschka
Grenzkontrollen an den Grenzen des Rechts. Frontex zwischen Rechtsschutz und Rechtsverletzung

Andreas Baur, Lisandra Flach
Ökonomische Resilienz durch mehr Protektionismus? Die Handelspolitik der Europäischen Union

Claudia Major, Nicolai von Ondarza
Zeitenwende (auch) für die Europäische Souveränität

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