Zeitschrift | Ausgabe
Aus Politik und Zeitgeschichte 73 (2023), 14
Femizid
Gewalt gegen Frauen gehört weltweit zu den häufigsten Menschenrechtsverletzungen. Auch in Deutschland ist ihr Ausmaß erschreckend – in sämtlichen sozialen Schichten und vor allem in Paarbeziehungen. Hierzulande wird an jedem dritten Tag eine Frau Opfer von Mord oder Totschlag durch ihren Partner oder Ex-Partner.
Der Begriff "Femizid" wurde in den 1970er-Jahren von Feministinnen geprägt, um zu verdeutlichen, dass ein Großteil der Tötungsdelikte an Frauen auf Machtdynamiken zwischen den Geschlechtern zurückzuführen ist: Es ist kein Zufall, dass die Mehrheit der Opfer in Paarbeziehungen oder in gemeinsamen Haushalten Frauen sind. Zu den Tätern gehören Expartner, Lebensgefährten, Väter, Brüder, aber auch Fremde.
Lorenz Abu Ayyash
Editorial
Asha Hedayati
"Wir leben in einem System, das Gewalt begünstigt". Ein Gespräch über Partnerschaftsgewalt, den Umgang deutscher Familiengerichte mit Betroffenen und darüber, warum sich die Gesellschaft schwertut, über diese Probleme zu sprechen
Sabine P. Maier, Paulina Lutz, Nora Labarta Greven, Florian Rebmann
Wie tödlich ist das Geschlechterverhältnis?
Birgit Sauer
Name it, count it, end it. Femizide erkennen, erfassen und beenden
Julia Habermann
Wissensvermittlung statt Gesetzesänderung. Beziehungsfemizide in der juristischen Praxis
Christine E. Meltzer
Gewalt gegen Frauen in den Nachrichten
Alyssa Bedrosian
Ni Una Menos. Portrait einer feministischen Bewegung
Claudia Opitz-Belakhal
Hexenverfolgung. Ein historischer Femizid?