Zeitschrift | Ausgabe
Aus Politik und Zeitgeschichte 73 (2023) 35-36
Chile
Vor 50 Jahren, am 11. September 1973, stürzten Teile des chilenischen Militärs die demokratisch gewählte Regierung von Salvador Allende. Die Gewaltherrschaft der Militärjunta forderte nach offiziellen Angaben über 3.200 Tote und „Verschwundene“ sowie rund 38.000 politische Gefangene und Folteropfer – die Dunkelziffer wird deutlich höher vermutet.
Die Pinochet-Diktatur endete 1990, aber sie wirkt auch jenseits der Menschenrechtsverletzungen nach: Das Wirtschaftssystem der sogenannten Chicago Boys – einer Gruppe liberaler chilenischer Ökonomen, die in den USA studiert hatten – gehört ebenso zu ihrem Erbe wie die Verfassung, die die Diktatur dem Land 1980 gab.
Lorenz Abu Ayyash
Editorial
Claudia Heiss
Chiles Ringen um eine neue Verfassung
Evelyn Hevia Jordán, Jan Stehle
"Mit aller Zurückhaltung". Das deutsch-chilenische Verbrechen Colonia Dignidad
Stefan Rinke
Kleine Geschichte Chiles
Eden Medina
Die Kybernetische Revolution und das Projekt Cybersyn
Stephan Ruderer
Hybride Erinnerung. Vergangenheitspolitik und Erinnerungsdiskurse in Chile
Johanna Höhl
Die Mapuche. Zur Geschichte eines Konflikts