Zeitschrift | Ausgabe
Aus Politik und Zeitgeschichte 74 (2024) 18-20
Doppelte Staatsgründung
Während die meisten Staaten die Jahrestage ihrer Gründung feierlich begehen, spielt die doppelte Staatsgründung des Jahres 1949 im kollektiven Gedächtnis der Deutschen bis heute eine nur untergeordnete Rolle. Die kollektive Erinnerung war lange Zeit eher durch soziale und politische Einschnitte als durch die Gründungsakte selbst geprägt.
Zum 75. Jahrestag der doppelten deutschen Staatsgründung scheint die Aufmerksamkeit aber deutlich gewachsen zu sein. Auch unter dem Eindruck der öffentlich geführten Debatten über „den Osten“, die ungleichen Anfänge 1949 und das Leben in der DDR ist hier ein Wandel festzustellen – nicht nur in Alltagsdiskussionen, Schulbüchern und Publizistik, sondern auch in der zeitgeschichtlichen Forschung über die „gemeinsame deutsche Nachkriegsgeschichte“.
Sascha Kneip
Editorial
Ilko-Sascha Kowalczuk
Warum es zur doppelten Staatsgründung kam
Martin Sabrow
Blasse Erinnerung. Der Neubeginn nach 1945 im deutschen Gedächtnis
Katrin Hammerstein
Blick zurück nach vorn. Nationalsozialistische Vergangenheit und Neubeginn 1949
Heike Christina Mätzing
Von der Gründungsgeschichte bis zur Wiedervereinigung. Die deutsche Zweistaatlichkeit im Geschichtsschulbuch
Eckhard Jesse
Parteigründungen in der SBZ und in den Westzonen
Ulrich Pfeil
Französische Blicke auf die doppelte deutsche Staatsgründung
Elke Kimmel
Gründungsgeschichten. Eine Ausstellungsbegehung