Zeitschrift | Ausgabe
Aus Politik und Zeitgeschichte 75 (2025) 21
Queer
„Queer“ ist ein umstrittener Begriff: Für manche emanzipatorisch, für andere Fremdzuschreibung oder Ausdruck linker Identitätsverirrung. Ursprünglich ein Schimpfwort, wurde er von Teilen der LSBTI-Community zurückerobert. Er steht für die Fluidität von Begehren und Identität jenseits binärer Normen.
Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt wird heute offener gelebt – auch dank jahrzehntelangem Aktivismus. Schon im Kaiserreich gab es entsprechende Emanzipationsbewegungen, die Nationalsozialisten zerstörten diese Entwicklung brutal. Seitdem gibt es viele bürgerrechtliche Errungenschaften zu verzeichnen, zugleich erstarken vielerorts queerfeindliche Kräfte. Der Schutz queeren Lebens bleibt eine zentrale Aufgabe pluraler, demokratischer Gesellschaften.
Leontien Potthoff
Editorial
Maria Bühner, Benno Gammerl
Deutsche Geschichte, queere Perspektiven
Laurie Marhoefer
Die Weimarer Republik als erste Transgenderrepublik
Judith Froese
Das Geschlecht zwischen Selbst- und Fremdbestimmung. Eine kritische juristische Einordnung des Selbstbestimmungsgesetzes
Katharina Schoenes
Umkämpfte Anerkennung. Sexuelle Orientierung als Asylgrund
Sarah Pines
Streitpunkt Queer
Paula-Irene Villa Braslavsky
Gender und Queer Studies. Kontroversen und Missverständnisse
Johanna Leinius, Franziska Martinsen, Inga Nüthen
Die Entdemokratisierung gesellschaftlicher Verhältnisse durch autoritäre Geschlechterpolitiken