Zeitschrift | Ausgabe
Blätter für deutsche und internationale Politik 71 (2026), 5
Liebe Leserinnen und Leser,
Die Mai-Ausgabe der »Blätter für deutsche und internationale Politik« erscheint am 30. April 2026.
Wir freuen uns sehr, mit der Mai-Ausgabe acht neue, namhafte Persönlichkeiten in unserem Herausgeberkreis begrüßen zu dürfen: die Friedensforscherin Nicole Deitelhoff, den Soziologen Steffen Mau, den Pädagogen Meron Mendel, den Soziologen Oliver Nachtwey, die Klimaforscherin Friederike Otto, die Philosophin Lea Ypi, den Politikwissenschaftler Daniel Ziblatt und ab Oktober die Historikerin Christina Morina. Damit stärken wir im 70. Jubiläumsjahr der »Blätter« das intellektuelle Profil unserer Zeitschrift und führen unsere Tradition kritischer Zeitdiagnose fort. Informationen zu allen Mitgliedern finden Sie unter blaetter.de/herausgeberkreis.
Ob im Nahen Osten, in der Ukraine oder in Afrika: Stets vermischt die Trump-Regierung Politik mit Geschäften. Die Politikwissenschaftler Alexander Cooley und Daniel Nexon zeigen in der Mai-Ausgabe, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. Der Politikwissenschaftler August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt, darum dreht sich auch die Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht, die der Historiker Klaus Naumann beleuchtet. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht die Juristin und Autorin Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Die Journalistin Antje Schrupp wiederum zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Davor, dass in Zeiten des Rechtsrucks die Nutzung von Zyklus-Apps gefährlich sein kann, warnt die Journalistin Sonja Peteranderl. Die Sozialwissenschaftlerin Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser, die es dringend für kommende Generationen zu sichern gelte. Der Gesellschaftswissenschaftler Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und die Erziehungswissenschaftlerin Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Weitere Themen im Mai: Kanzler ohne Konzept: Ein Jahr Friedrich Merz, Irankrieg als Fanal: Abkehr von der fossilen Abhängigkeit?, Péter Magyars Triumph: Das Ende des Mafiastaates?, Großbritannien: Der Zerfall des Zweiparteiensystems, Der europäische Flüchtlingsschutz: Eine Ruine, Venezuela: Kolonialismus des 21. Jahrhunderts?, Krieg im Kongo: Trump und der gordische Knoten, Gaza als Symbol: Die Linkspartei und der Antisemitismus, Sexualisierte Gewalt: Der nette Typ von nebenan u.v.m.
Mit herzlichen Grüßen
Ihre „Blätter“-Redaktion
KOMMENTARE
Kanzler ohne Konzept? Ein Jahr Friedrich Merz von Albrecht von Lucke, S. 7
Irankrieg als Fanal: Abkehr von der fossilen Abhängigkeit? Susanne Götze, S.11
Magyars Triumph: Das Ende des Mafiastaates? von Edmond Jäger, S. 15
Großbritannien: Der Zerfall des Zweiparteiensystems von Matthias Eickhoff, S. 19
Der europäische Flüchtlingsschutz: Eine Ruine von Vanessa Barisch, S. 23
Venezuela: Kolonialismus des 21. Jahrhunderts? von Ferdinand Muggenthaler, S. 27
Krieg im Kongo: Trump und der gordische Knoten von Simone Schlindwein, S. 31
Isreal: Mit Krieg zum autoritären Staat von Ignaz Szlacheta, S. 35
Gaza als Symbol: Die Linkspartei und der Antisemitismus von Jens Balzer, S.39
Sexualisierte Gewalt: Der nette Typ von nebenan von Pia Stendera, S. 43
ANALYSEN UND ALTERNATIVEN
Das Zeitalter der Kleptokratie von Alexander Cooley und Daniel Nexon, S. 53-62
Das »Recht des Stärkeren«: Von der Kritik zur Affirmation von August Pradetto, S. 63-70
Krieg wofür – und für wen? Die Debatte um Wehrdienst und Verweigerung von Klaus Naumann, S. 71-76
Gemeinschaft der Heimatlosen: Vom inneren und äußeren Exil zur neuen Handlungsmacht von Ece Temelkuran, S. 77-83
Rechts, weiblich – und frei? Wie traditionalistische Frauenbilder den autoritären Aufstieg befördern von Antje Schrupp, S. 85-93
Perioden-Tracking als Politikum Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks von Sonja Peteranderl, S. 95-100
Knapp und kommerzialisiert: Der Kampf ums Wasser von Inken Behrmann, S. 101-106
Radikaler Reformismus statt Resignation: Eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus von Markus Wissen, S. 107-114
»Die Mörder sind unter uns« Ernst Wilhelm Borchert und der Film seines Lebens von Karin König, S.115-124
BUCH DES MONATS
Sheila Fitzpatrick: Lost Souls, S. 125
DEBATTE
Gegen die AfD, aber demokratieverträglich von Claus Leggewie und Horst Meier, S. 47
AUFGESPIESST
Ein Papperger ist kein Pappenheimer! von Jan Kursko, S. 51
EXTRAS
Dokumente zum Zeitgeschehen, S. 94
Impressum, S. 128
Zurückgeblättert, S. 129
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