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Das Argument 342 (2/2023)

Dekoloniales Denken und marxistische Theorie

Für die Befreiung von kolonialer Herrschaft hat sich diese Zeitschrift seit ihren Anfängen in den 1960er Jahren engagiert. Was nach dem Zweiten Weltkrieg in zahlreichen nationalen Bewegungen zum Durchbruch kam, wurde im Deutschen als »Entkolonisierung« diskutiert – so auch das entsprechende Stichwort im Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus. Da im Spanischen die Vorsilbe ›ent-‹ als ›de-‹ oder ›des-‹ wiedergegeben wird, bilden die besonders in Lateinamerika diskutierten Prozesse um die Befreiung vom Kolonialismus ein Wortfeld, in
dessen Zentrum ›de(s)colonialización‹ (mit entsprechenden Ableitungen wie ›decolonial‹ oder ›decolonialidad‹) steht. Die globale Vormachtstellung des Englischen, das parallel zum Spanischen verfährt (decolonizing), tut ein Übriges, um die »Entkolonisierung « als sprachlich veraltet erscheinen zu lassen.

INHALT

Mónica Carrillo Zegarra 
Lasst uns im Dschungel spielen 
S. 153-155

Sabine Skubsch 
Über Barbie und Feministische Außenpolitik
S. 156-157

Christoph Türcke 
Schwarze Vernunft
S.158

Editorial: Dekoloniales Denken und marxistische Theorie
S. 159

Jens Kastner
»Der Marxismus war immer da«. Zum Verhältnis von dekolonialistischer Theorie und Marxismus 
S. 160-176

Luis Martínez Andrade
José Carlos Mariátegui: Wegbereiter eines dekolonialen Sozialismus 
S. 177-188

Ana Cecilia Dinerstein
Welchen Marx/-ismus braucht die dekoloniale Theorie und Praxis? 
S. 189-200

Aníbal Quijano
Kolonialität der Macht und gesellschaftliche Klassifizierung
S. 200-210

Karina Ochoa Muñoz
Die Debatte um die Amerindios/as. Zwischen Bestialisierung, Feminisierung und Rassifizierung 
S. 211-221

Rosalva Aída Hernández Castillo
»Wenn wir keine Bündnisse zustande bekommen, werden wir noch sehr viel verwundbarer sein«. Interview mit Luis Martínez Andrade 
S. 222-228

Aída Hernández, Gisela Espinosa, Verónica López Nájera, Guiomar Rovira und Márgara Millán, Netzwerk für dekoloniale Feminismen (Mexiko)
Rosa Luxemburg im Dialog mit den dekolonialen Feminismen. Fünf Thesen 
S. 229-234

Sauli Havu und Juha Koivisto
Ein Leben zwischen zwei Inseln – Stuart Halls Autobiographie & Rezension zu Hall, Vertrauter Fremder
S.  235-243

Gerhard Hanloser
»… das Ende einer Kette, der Anfang liegt bei uns«. Die moralische Einschätzung des Luftkriegs in Christian Geisslers Roman Anfrage 
S. 244-255

Sinan Özbek
Zur intellektuellen Inkompetenz des politischen Islams
S. 256-265

Besprechungen

Philosophie
Klaus Bochmann
Gramsci, Antonio, Südfrage und Subalterne 
S. 266-267

Peter Jehle
Kastner, Jens, Dekolonialistische Theorie aus Lateinamerika. Einführung und Kritik 
S. 268-269

Tom Waibel
Quijano, Aníbal, Cuestiones y horizontes. De la dependencia históricoestructural a la colonialidad/descolonialidad del poder  
S. 270

Rüdiger Dannemann
Lauschke, Karl, »Die Gegenwart als Werden erfassen«. Inhalt, politischer Kontext und Rezeption von Georg Lukács’ Geschichte und Klassenbewusstsein
S. 271-272

Jonathan Rößler
Voller, Christian, In der Dämmerung. Studien zur Vor- und Frühgeschichte
der Kritischen Theorie 
S. 273-275

Lena Böllinger
Komlosy, Andrea, Zeitenwende. Corona, Big Data und die kybernetische
Zukunft  S. 276

Dick Boer
Junginger, Horst, u. Richard Faber (Hg.), Marxistische Religionskritik. Von den Junghegelianern über Marx und Engels bis zu Lukács, Bloch und Gramsci 
S. 278

Felix Werfel
Aichele, Alexander, Deutsch Denken. Die Philosophie der Neuen Rechten
S. 281

Sprache und Literatur

Robert Cohen
Brecht, Bertolt, »Unsere Hoffnung heute ist die Krise«. Interviews 1926 –1956
S. 282

Pädagogik

Armin Bernhard
Dammer, Karl-Heinz, u. Anne Kirschner (Hg.), Pädagogisches Neusprech.
Zur Kritik aktueller Leitbegriffe  
S. 285-286

Johannes Lütkepohl
Wellgraf, Stefan, Ausgrenzungsapparat Schule. Wie unser Bildungssystem
soziale Spaltungen verschärft 
S. 287-289

Soziale Bewegungen und Politik

Ruedi Graf
Rivera Cusicanqui, Silvia, Un mundo ch’ixi es posible. Ensayos desde un presente en crisis 
S. 290-291

Klaus Fuchs-Kittowski
Füssel, Kuno, Marx und die Bibel. Voraussetzungen, Inszenierung und Konsequenzen einer produktiven Begegnung 
S. 292-293

Sebastian Neumann
Therborn, Göran, Die Linke im 21. Jahrhundert. Progressive Selbsterneuerung in aggressiven Weltverhältnissen 
S. 294-296

Andreas Fisahn
Brie, Michael, Sozialismus neu entdecken 
S. 297-301

Felix Bardorf
Jocham, Anna Lucia, Konflikte um die Arbeitskraft. Zur subjektiven Konfliktverarbeitung im Kontext von Biografie 
S. 301-302

Alexander Maschke
Simim, Thiago Aguiar, Der Wert der Arbeit. Das Leistungsprinzip in Arbeitskämpfen zwischen Zentrum und Peripherie  
S. 303

Christian Siefkes 
Herrmann, Ulrike, Das Ende des Kapitalismus. Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind – und wie wir in Zukunft leben werden
S. 304-305

Sabine Skubsch
Zakaria, Rafia, Against White Feminism. Wie weißer Feminismus Gleichberechtigung verhindert 
S. 306-307

Arbeit, Technik, Ökonomie

Hansjörg Tuguntke
Müller, Klaus, Inflation S. 308-209

Geschichte

Michael Rahlwes
McNally, David, Blut und Geld. Krieg, Sklaverei, Finanzwesen und Empire
S. 310-311

Jürgen Werth
Warneken, Bernd Jürgen, Intersoziale Begegnungen in Großstadträumen. Drei Berliner Zeitbilder 
S. 312-313

Manfred Herzer-Wigglesworth
Tammer, Teresa, »Warme Brüder« im Kalten Krieg. Die DDR-Schwulenbewegung und das geteilte Deutschland in den 1970er und 1980er Jahren 
S. 314-315

Zeitschriftenschau 
S. 317

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