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Feministische Studien 42 (2024), 1

Feministisch Sprechen. Begriffe, Bilanzierungen, Perspektiven

Dieses Heft war als offenes Heft geplant. Es sollte keinen Themenschwer-punkt haben, sondern Gelegenheit bieten, interessante Beiträge zu veröffentlichen, die außerhalb thematischer Vorgaben bei der Redaktion eingereicht oder spontan von ihr eingeworben werden. Der Verzicht auf eine thematische Fokussierung  birgt  die  Chance,  blinde  Flecken  in  den  Köpfen  der  Herausgeber:innen zu überspringen und die redaktionellen Verfahrensweisen zu variieren. Diese Nicht-Festlegung  auf  Themen  und  Formate  hat  sich  in  der  Vergangenheit als produktiv erwiesen, viele Jahre lang gab es bei den feministischen studien alternierend Hefte mit einem geplanten Themenschwerpunkt und sogenannte offene Hefte. Nicht selten entstanden »unter der Hand«, wie die Formulierung in den Einleitungen dann oft lautete, durchaus auch in den offenen Heften Schwerpunkte, etwa im Diskussionsteil. 

Gelegentlich kam auf diesem Wege spontan sogar ein ganzes Themenheft zustande, so etwa Heft 1/1999 mit dem Titel »Geschlechterverhältnisse in Russland«, das es sonst nicht gegeben hätte, oder in jüngerer Zeit, Heft 1/2018 »Mehr feministische und kritische Theorie!«. Die Offenheit ist freilich auch mit der Unsicherheit verbunden, nicht zu wissen, ob sich die Zusammenstellung verschiedener Texte am Ende als Sammelsurium oder als gelungene Komposition verschiedener Ein-drücke und Zugänge erweist. Für das vorliegende Heft kristallisierte sich schnell heraus, dass die eingegangenen Beiträge die Bandbreite und Vielzahl feministischer Stimmen, Debatten und Zugänge sowohl thematisieren als auch illustrieren. Feministische Artikulationen und Reflexionen sind durch gesellschaftliche und soziale Kontexte,  politische  Rahmungen,  Diskurs-Politiken,  historische  Bedingungen, institutionelle  und  ökonomische  Machtverhältnisse  bestimmt. Sie  sind  his-torisch, international, interdisziplinär und aktivistisch umkämpft und wer-den kontinuierlich weiterentwickelt. Insofern ist die Frage, was »feministisch sprechen« derzeit konkret eigentlich genau bedeutet, ein immer wiederkeh-rendes Thema frauen-, gender- und queerpolitischer Reflexion.

Inhaltsverzeichnis
Seiten: 1-2 

Einleitung: feministisch sprechen Begriffe, Bilanzierungen, Perspektiven 
Katharina Liebsch, Regine Othmer
Seiten: 3-8 

Forum on Gender and War in Ukraine

Researching War, Feminist Solidarity, and Transnational Dynamics – Introductory Remarks
Teresa Koloma Beck, Katharina Liebsch
Seiten: 9-13 

Forum – Contributions

Irina Zherebkina
Seiten: 14-19 

Olena Strelnyk
Seiten: 20-25 

Tamara Martsenyuk
Seiten: 26-31 

Maryna Shevtsova
Seiten: 32-37 

Im Gespräch

»Eine Frau ist eine Frau* ist eine – was noch mal?« Feministinnen aus der Sozialen Arbeit sprechen im intergenerationalen Erzählcafé über umstrittene Kategorien und gelebten Feminismus
Sabine Stövesand, Barbara Rose
Seiten: 38-56 

Aus der Forschung

Islam. Geschlecht. Politik im Maghreb und im Mashrek – Konzeptionelle Überlegungen zu einem dynamischen Verhältnis
Tanja Scheiterbauer
Seiten: 57-75 

Vergewaltigungskultur in Schweden: Perspektiven von Jugendlichen in der Ära von #Metoo
Tuba Inal, Fredrik Sunnemark
Seiten: 76-107 

Aus der Praxis

Feminist Press:ure
Lea Susemichel
Seiten: 108-121 

Bilder und Zeichen

Hering und die Fluse: falten, ziehen, bewegen, umkreisen und betrachten
Romana Hagyo, Silke Maier-Gamauf
Seiten: 122-135 

Archiv

»Erklärung und Geständnis« (1845)
Louise Otto
Seiten: 136-138 

»Demokratie im Land und in der Familie«. Vorbemerkung zu zwei Texten von Julieta Kirkwood
Regine Othmer
Seiten: 139-141 

Feminismus und Rebellion
Julieta Kirkwood
Seiten: 142-145 

Die Herausbildung des feministischen Bewusstseins
Julieta Kirkwood
Seiten: 146-157 

Nachruf

Marlies Hesse (3.10.1935–19.02.2024)
Elisabeth Klaus

Berichte

»(M)Anthropocene? Aktuelle Perspektiven auf Natur- und Geschlechterverhältnisse« Colloquium des Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung an der Goethe-Universität Frankfurt, Sommersemester 2023Viona Hartmann
Seiten: 160-163 

Feministische Methoden und interdisziplinäre Bildungsforschung Tagung an der Humboldt-Universität zu Berlin, 6. bis 8.09.2023
Simone Kreutz, Carolin Blauth
Seiten: 163-166 

»Diversity and Difference – Studies in Subjectivation« Konferenz an der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel, 28. bis 30.09.2023
Benita Kawalla
Seiten: 166-169 

fem.wis – Standpunkte aus der feministischen Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie Konferenz an der TU Dortmund, 16. und 17.11.2023
Pascal Markus Lemmer, Jana Tabea Stern
Seiten: 170-173 

»Transformative Change in the Contested Fields of Care and Housing in Europe« Internationale Konferenz an der Johannes Kepler Universität Linz, 4.bis 6.12.2023
Julia Wurm, Alexander Eigner
Seiten: 173-176 

Rezensionen

Ein ›anderer‹ Blick? Zwei Neuerscheinungen aus der Journalist:innenforschung. Rezensionsessay zu Rita Kohlmaier: Kriegsreporterinnen. Im Einsatz für Wahrheit und Frieden und Brooke Kroeger: Undaunted. How Women Changed American Journalism
Ulla Wischermann
Seiten: 177-181 

Rezensionsessay zu Jacob Johanssen (2023): Die Mannosphäre. Frauenfeindliche Communitys im Internet
Brigitte Hipfl
Seiten: 181-186 

Christina Clemm: Gegen Frauenhass
Martina Thiele
Seiten: 186-188 

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