Zeitschrift | Ausgabe
Historische Anthropologie 30 (2022), 1
Erinnern post-kolonial
Die jüngere global- und kolonialgeschichtliche Forschung befasst sich beim Thema Erinnerung vor allem mit Fragen nach Verflechtungen, Ignoranzen, Asymmetrien und Gemeinsamkeiten von und in unterschiedlichen Nationen und Regionen. Das Heft Erinnern post-kolonial will an diesem recht neuen Forschungstrend ansetzen und den unterschiedlichen Erinnerungskulturen und auch Erinnerungspolitiken nachgehen. Dabei sollen verschiedene Formen des Erinnerns und Vergessens, der Kooperation, des Austauschs und gemeinschaftlichen Forschens, aber auch des Streits und der Kämpfe um Erinnerungspolitik diskutiert werden. Gefragt wird nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Konjunkturen, der Themen, Medien und AkteurInnen des Erinnerns. Die Aufsätze nehmen exemplarisch Regionen Afrikas, Ozeaniens und Europas sowie Hawaii in den Blick und fragen nach verflochtenen und geteilten Erinnerungen an den Kolonialismus.
INHALT
Bettina Brockmeyer und Rebekka Habermas
Editorial. Erinnern post-kolonial
5
Aufsätze
Hubertus Büschel
Die Lüge vom ‚guten‘ Kolonialismus und Jean-Pierres Trauma. Ambivalenzen kolonialer Erinnerung von der Elfenbeinküste der 1960er Jahre
12
Gesa Grimme, Noelle M. K. Y. Kahanu und Philipp Schorch
Re-membering Hawai‘i. Provenienzforschung und Restitution als (post)koloniale Erinnerungsarbeit
33
Flower Manase
The Maji Maji Annual Cultural Festival as a Healing Practice. The Case of Maji Maji Commemorations in Songea, Ruvuma Region
57
Johanna Strunge
Musealisierte Kolonialwarenläden. Exponate einer glokalen Konsumgeschichte
72
Forum
Kokou Azamede
Kolonialbilder in Togo heute
92
Charlotte M. Hoes
Wie hast du’s mit der Wissenschaft? Zur Kolonialität der Erfurter ‚Südseesammlung‘
100
Debatte
Sara Müller
Auf der Suche nach einer Win-win-Situation. Gedanken zur Zusammenarbeit mit KollegInnen aus Papua-Neuguinea und deutschen Provenienzforschungsprojekten
110
Lektüren
Robert Bartlett
Blood Royal. Dynastic Politics in Medieval Europe
Charles de Miramon (Paris)
116
Julie Claustre
Faire ses comptes au Moyen Âge. Les mémoires de besogne de Colin de Lormoye
Benjamin Hitz (Basel)
118
Sophie Ruppel
Botanophilie. Mensch und Pflanze in der aufklärerisch-bürgerlichen Gesellschaft um 1800
Nicolas Robin (St. Gallen)
120
Li Gerhalter
Tagebücher als Quellen. Forschungsfelder und Sammlungen seit 1800
Christine Hämmerling (Zürich)
122
Christopher Kelty
The Participant: A Century of Participation in Four Stories
Raúl Acosta (München)
124
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