Zeitschrift | Ausgabe
Politische Vierteljahresschrift 64 (2023), 2
Der Beitrag entwickelt den theoretischen Ansatz der affektiven Narrative, mit dem Ziel, gegenwärtige Konstruktionen des Politischen umfassender zu begreifen. Die These ist, dass affektive Narrative einen zentralen Vermittlungsmodus im Politischen bilden, der sich sowohl im Paradigma einer Politik der Gefühle wie auch des Politik Fühlens bewegt und dabei auf drei analytischen Ebenen affektiv wirkmächtig wird: der erzählten Geschichte, dem Publikum und den Erzähler*innen. Zugleich soll damit ein Beitrag zu aktuellen theoretischen Auseinandersetzungen um Narrative und Affekte in der Politik geleistet werden, die seit einiger Zeit politikwissenschaftlich zunehmend aufgegriffen, bislang jedoch eher zögerlich in ihrem spezifischen Ineinandergreifen konzeptualisiert werden. Vor diesem Hintergrund arbeitet der Artikel ihre wechselseitige Verwobenheit durch einen affektiv-narrativen Handlungsbegriff heraus, der affektive Narrative als zugleich Politik anleitende und Politik legitimierende Praktiken herausstellen kann. Welchen analytischen Gewinn dieser Begriff der affektiven Narrative hat, zeigt der Beitrag abschließend am Beispiel einer Selbsterzählung von Björn Höcke, in der ihm als populistischem leader, Erzähler und Affektträger eine zentrale Bedeutung zukommt.
CONTENT
Affektive Narrative: Theorie und Kritik politischer Vermittlungsweisen
Brigitte Bargetz, Nina Elena Eggers
Pages: 221 - 246
Politisches Handeln. Zum Verhältnis von Zielorientierung und Collective Agency
Kolja Möller, Philipp Schink
Pages: 247 - 268
Frauen in der lokalen Politik und kommunale Wahlbeteiligung. Ein Fall für deskriptive Repräsentation?Simon Stocker
Pages: 269 - 292
Identität, Populismus und direkte Demokratie. Zum Einfluss der nationalen Identität auf das Verhältnis von rechtspopulistischen Einstellungen und der Präferenz für direktdemokratische Entscheidungsverfahren
Peter Reinhardt
Pages: 293 - 323
Sozioökonomische und einstellungsbezogene Ursachen für Wanderungen von CDU/CSU- und SPD-Wähler*innen zur AfD bei der Bundestagswahl 2017
Daniel Baron, Antonia Görtz
Pages: 325 - 351
Wann setzen sich linke Parteien für die Besteuerung hoher Einkommen und Vermögen ein? Lehren aus dem Bundestagswahlkampf von 2021
Florian Fastenrath, Paul Marx
Pages: 353 - 378
Support for Strategic Voting Campaigns: Evidence from a Survey Experiment During the German General Election of 2021
Michael Jankowski
Pages: 379 - 393
Rogers, Melvin L., und Jack Turner (Hrsg.) (2021): African American Political Thought. A Collected History
Ahmet Cavuldak
Pages: 395 - 399
Wiederkehr der Monstren. Carl Schmitt als Theoretiker der Gegenwart
Felix Heidenreich
Pages: 401 - 405
Wolkenstein, Fabio (2022): Die dunkle Seite der Christdemokratie. Geschichte einer autoritären Versuchung
Hermann-Josef Große Kracht
Pages: 407 - 409
Börzel, Tanja, und Thomas Risse (2021): Effective Governance Under Anarchy. Institutions, Legitimacy, and Social Trust in Areas of Limited Statehood
Jared Sonnicksen
Pages: 411 - 413
Siefken, Sven T. (Hrsg.) (2021): Wahlkreisarbeit von Bundestagsabgeordneten. Parlamentarische Repräsentation in der Corona-Krise
Nadin Fromm
Pages: 415 - 418
Hentges, Gudrun, Georg Gläser, und Julia Lingenfelder (Hrsg.) (2021): Demokratie im Zeichen von Corona
Klaus Moegling
Pages: 419 - 421
Frye, Timothy (2021): Weak Strongman. The Limits of Power in Putin’s Russia
Daria Rybakova
Pages: 423 - 425
Foret, François, und Oriane Calligaro (Hrsg.) (2020): European Values. Challenges and Opportunities for EU Governance
Stefan Wallaschek
Pages: 427 - 429
Tokatlı, Mahir (2020): Auf dem Weg zum „Präsidialsystem alla Turca?“ Eine Analyse unterschiedlicher Regierungsformen in der Türkei seit 1921
Kahraman Solmaz
Pages: 431 - 433
Bergem, Wolfgang, und Helmar Schöne (Hrsg.) (2022): Wie relevant ist die Politikwissenschaft? Wissenstransfer und gesellschaftliche Wirkung von Forschung und Lehre
Eckhard Jesse
Pages: 435 - 437
Wiesendahl, Elmar (2022): Parteienforschung. Ein Überblick
Ulrich von Alemann
Pages: 439 - 441
Pickel, Gert, und Susanne Pickel (2022): Demokratie
Florian Weber-Stein
Pages: 443 - 445