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PSYCHE 77 (2023), 11

Der Beitrag beschreibt die wichtigsten psychoanalytischen Erklärungen und Therapieansätze für Sucht aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum vor dem Hintergrund einer Skizzierung ihrer historischen Vorläufer. Die triebtheoretischen Annahmen der Anfangszeit hatten die Sucht bei den Perversionen eingereiht. Der Begriff der »Initialverstimmung« markiert eine Richtungsänderung, indem er den süchtigen Betäubungszwang aus frühen narzisstischen Enttäuschungserfahrungen erklärt. Kleinianische Autoren sprachen von »destruktiven inneren Anteilen«, die durch süchtiges Agieren bekämpft werden, während der ichpsychologische Mainstream die Sucht bis heute als Folge einer fehlerhaften Abwehr bzw. eines psychischen Strukturmangels auffasst. Ein neuerer Ansatz sieht die Sucht zum einen als Abwehrsymptom innerhalb verschiedener Persönlichkeitsstörungen und Neurosen, zum anderen als eigenständiges Abwehrsystem, das auf die (missglückte) Interaktion des frühen Selbst mit seinen Bezugsobjekten zurückgeht.

INHALT

Übersichtsartikel

Psychoanalytische Konzeptionen der Sucht im Wandel
Roland Voigtel
Seite 953 - 980

Hauptartikel

Die Lebenden und die Toten. An den Grenzen des Lebens: Trauer als paradoxer Anerkennungs­prozess
Christian Schneider
Seite 981 - 1001

Buch-Essay

Psychisches Trauma ohne Psyche? Bessel van der Kolks neurobiologisches Konzept des Traumas
Georg Bruns
Seite 1002 - 1031

Buchbesprechungen

Eva Illouz: Undemokratische Emotionen. Das Beispiel Israel
Jakob Hessing
Seite 1032 - 1037

Paul Parin: Wissensflüsse. Korrespondenzen zu Psychoanalyse und Ethnopsychoanalyse
Stefan Goldmann
Seite 1038 - 1042

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