Zeitschrift | Ausgabe
soziologie heute Aprilausgabe 2024
Dieses Mal starten wir mit einem rechtssoziologischen Beitrag von Jürgen Pechan. Pechan versucht anhand der Struktur von spezifisch aufgegriffenen Rechtsnormen mit Fokus auf Normen des Strafrechts und des bürgerlichen Rechts aufzuzeigen, wie und warum das gesellschaftliche Phänomen häuslicher Gewaltausübung legistisch (nur) in eingeschränktem Ausmaß erklärlich steuerbar ist bzw. sein kann.
Die letzten Wochen und Monate beherrschte großteils nur ein Name die Artikel der Wirtschaftsmedien: René Benko. Er wurde als Immobilien-Tycoon zur Ikone des österreichischen Erfolgsunternehmers. Mit dem Slogan „vom Schulabbrecher zum Selfmade-Milliardär“ kokettierte er selbst über seinen rasanten Aufstieg. Nun ist seine Signa Holding zahlungsunfähig und stellte im November 2023 in Wien beim Gericht einen Insolvenzantrag. Herbert Csef widmet seinen Beitrag der Entzauberung dieses „Wunderwuzzis“.
In Anlehnung an Markus Schlagnitweits Einführung in die Katholische Soziallehre versucht Klaus Zapotoczky in seinem Beitrag die Katholische Soziallehre einerseits als Prinzipien-Werk weiterzuentwickeln und andererseits eine Lern-Werkstatt für konkretes menschengerechtes Handeln anzuregen, damit der Lehre und der Reflexion auch ein entschiedenes Tun folgt und Lehre nicht zur Leere wird.
Dem künstlerischen Schaffen des weltbekannten Filmregisseurs Ingmar Bergman widmet sich Volker Wackerfuß mit seinen Betrachtungen. Bergmann nahm als erster schwedischer Filmregisseur die Rolle als Sprecher einer neuen Generation an.
Unter „Human Enhancement“ versteht man im Allgemeinen den Einsatz von Technologien, Verfahren oder Substanzen, um die körperlichen oder kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zu verbessern oder zu erweitern, über das hinaus, was normalerweise als „normal“ betrachtet wird. Bernhard Hofer versteht seinen Beitrag zu diesem Thema als Gedankenstoß. Er nimmt dabei Bezug auf sich bereits abzeichnende künftige Entwicklungen mit ihren möglichen Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft. Im Fokus stehen dabei sicherheitspolitische Überlegungen, aber auch Fragen ethischer und rechtlicher Natur.
Darüber hinaus erwarten Sie auch wieder zahlreiche weitere Beiträge, u.a. zur Bildungsforschung, Einwanderungspolitik, zur Erosion der Demokratie, zum Rechtspopulismus oder zur vermeintlichen Polarisierung der Gesellschaft.
INHALT
Editorial
In eigener Sache: soziologie heute wird digital
Jürgen Pechan
Häusliche Gewalt zwischen gesellschaftlichen Bedürfnissen und legistischen Bekämpfungstendenzen
Redaktion
Wer ist eigentlich Nikolas Rose?
Herbert Csef
Der Wunderwuzzi Rene Benko
Klaus Zapotoczky
Bausteine für eine Welt-Gesellschafts-Politik
Francisco da Rocha
Reflektionen zur Einwanderungspolitik in Europa
LMU München
Zusammenstehen gegen Hass
Volker Wackerfuß
Ingmar Bergman - Lektion in Liebe
Richard Albrecht
Makrosoziologische Scheinwissenschaft
Yvonne Kaul
Geringe gesellschaftliche Akzeptanz
Bernhard Martin (Public Observer)
Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke
Bernhard Hofer
Human Enhancement: Gesellschaftliche und sicherheitspolitische Implikationen - ein Gedankenanstoß
Stefan Schelp
Demokratiequalität - Wie die Erosion der Demokratie gestoppt werden kann
Anke Wilde
Wo beginnt kulturelle Bildung?
Pascal Ausäderer
Rechtspopulismus macht Städte unattraktiver
Oliver Schmidt
Machen Kriege nationalistisch?
Christine Xuan Müller
„Die da oben, die da unten“
Redaktion
Wer ist eigentlich Sherry Turkle?
Richard Albrecht
Destruktive Entgesellschaftlichung als politische Praxis
Alle Ausgaben von
soziologie heute. das soziologische Fachmagazin
Über die Zeitschrift und weitere Ausgaben