Zeitschrift | Ausgabe
soziologie heute Dezemberausgabe 2022
Eigentlich naht jetzt die Zeit, wo wir uns gewohntermaßen abseits des üblichen Weihnachtsstress nach Stille und Wärme sehnen. Angesichts der allerorts spürbaren Inflation dürfte der vorweihnachtliche Kaufrausch etwas gedämpfter ausfallen, von Stille ist noch wenig zu erkennen. Im Gegenteil: die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Katar und die UN-Klimakonferenz in Scharm asch-Schaich lassen die Stimmen von zahlreichen Empörten laut werden und das Erdbeben in Indonesien lässt die Klagerufe der vielen Opfer und Trauernden weithin erschallen. Wärme in den eigenen vier Wänden scheint aufgrund der steigenden Energiepreise zum Luxusgut zu werden und bleibt in der von Infrastrukturschäden getroffenen Ukraine wohl ein Weihnachtswunsch. Was bleibt, das ist die Sehnsucht, die Hoffnung, dass die Menschheit in all ihrer Vielfalt sich endlich als Schicksalsgemeinschaft begreift und als solche auch gemeinsame Wege beschreitet.
soziologie heute will auch in dieser Ausgabe wieder Meinungen, Forschungsergebnisse und Denkanstöße bringen. So etwa bezieht sich die Soziologin Wilma Ruth Albrecht in ihrem Beitrag auf die Regierungserklärung des deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz und analysiert die von Scholz vorgelegten fünf Handlungsziele mit Blick auf die weltweiten Profiteure und Verlierer.
Volker Nürnberg und Nicola Justinger weisen auf den multidimensionalen Zusammenhang zwischen Migration und Gesundheit hin und zeigen auf, dass MigrantInnen nach wie vor eine schwer zu erreichende Zielgruppe für gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen sind.
Im Gespräch mit der Iranerin Raika Khorshidian geht die Alexander von Humboldt-Stiftung auf Protestformen, Kommunikationsmöglichkeiten und den Einfluss der Kulturszene im Iran ein.
Einer der wohl profiliertesten Soziologen unserer Zeit, Franz-Xaver Kaufmann, veröffentlichte soeben sein Buch „Katholische Kirchenkritik“. Bernhard Hofer bezieht sich in seinem Beitrag auf dieses Buch, verweist auf einige ausgewählte (historische) „Meilensteine“ auf dem Weg der katholischen Kirche und bringt Beispiele der Kirchenkritik Kaufmanns.
Einem – fast vergessenen – Künster widmet Volker Wackerfuß seinen Beitrag: Moissey Kogan. Wackerfuß verfolgt das Leben Kogans und versucht, den sozialen Gehalt der Werke dieses Künstlers aufzuzeigen.
Es hat lange gedauert: 4 Jahre nach dem letzten Präsenz-Soziologinnentag 2018 in Göttingen fand der 41. Soziolog*innentag dieses Mal in Bielefeld statt. Birger Antholz war dabei und schildert seine Eindrücke.
„Im Wahrnehmen der sich zeigenden Dinge erkennen wir sie.“ Das ist der grundlegende Standpunkt der ontologischen Phänomenologie der Philosophin Hedwig Conrad-Martius, welche Alfred Rammer in seinem Beitrag vorstellt.
In seinem Vorweihnachtlichen Brevier geht Richard Albrecht auf wichtige handlungsbestimmende soziologische Wirkungszusammenhänge ein. Darüber hinaus warten auf Sie noch zahlreiche weitere Beiträge, das gewohnte soziologie heute–Kreuzworträtsel und unsere neuen Info-Boxen: „Gut zu wissen“ als kleine Anregung zum Weiterstöbern.
INHALT
Wilma Ruth Albrecht
Zeitenwende
Bernhard Martin
Trau, schau, wem? Vertrauen, wem Vertrauen gebührt
Volker Nürnberg & Nicola Justinger
Medizinische Integration
Georg Scholl
Proteste mit neuer Qualität
Alexander Norman
Arbeitsmarkt: Himmel oder Hölle?
Bianca Volk
Wie Wirkungsmaximierung Sozialunternehmen auf Abwege führen kann
Berufsverband Deutscher Soziologinnen und Soziologen
BDS-Newsletter
Bernhard Hofer
Kirchenkritik
Jochen Lange
Soziale Pflichtzeit unabhängig vom Alter
Volker Wackerfuß
Moissey Kogan - ein vergessener Künstler
Birger Antholz
41. Soziolog*innentag in Bielefeld
Alfred Rammer
Hedwig Conrad Martius
Richard Albrecht
Vorweihnachtliches Brevier
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